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Bank of Japan verschafft sich mehr Flexibilität

Zwar gab es jüngst bei dem Meeting der Bank of Japan (BoJ) keine Änderung bei den Einlagesätzen, allerdings wurde das Zielband für die Renditen der JGBs (Japan Government Bonds) erweitert. Was Aktienengagements betrifft, will die Zentralbank nur noch ETFs auf den marktbreiteren Topix kaufen.

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Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter des Bereichs Research bei der LBBW
© LBBW

Den Erwartungen der bei Bloomberg befragten Volkswirte entsprechend, hat die Bank of Japan den Satz für Einlagen der Geschäftsbanken auf Konten bei der BoJ bei -0,1 Prozent belassen und auch die bisherige Zielrendite für 10jährige japanische Staatsanleihen (JGBs) von 0,0 Prozent bestätigt. Allerdings erweiterte die Notenbank ihr eher „inoffizielles“ Zielband von +/- 0,20 auf +/- 0,25 Prozent, was ihr mehr Flexibilität bei Asset-Käufen verschafft. Des Weiteren entschied die Notenbank, bei Engagements am Aktienmarkt in Zukunft nur noch Anteile von börsengehandelten Fonds (ETF) zu kaufen, die den Topix-Index abbilden.

Breiterer Topix als ETF-Basis anstelle des Nikkei 225
Der Topix spiegelt die Kursentwicklung von über 2100 Unternehmen wider, ist also sehr marktbreit aufgestellt. Der im Ausland deutlich bekanntere Nikkei reflektiert nur die Kursentwicklung von Aktien der wichtigsten 225 Unternehmen, meist Werte, die große und international aktive Unternehmen darstellen. Der Topix ist also das „repräsentativere“ Abbild des japanischen Aktienmarktes. Zudem gab die BoJ das Ziel auf, ETF im Wert von sechs  Billionen Yen pro Jahr zu kaufen.

Eine Neuerung betrifft auch den Zinsmarkt
Die BoJ möchte die Kreditvergabe der Banken fördern, indem sie künftig Banken Vorteile gewährt, die Kreditförderprogramme der Notenbank nutzen. Dies soll bewirken, dass die Opportunitätskosten der Haltung von Einlagen bei der Notenbank zu Negativzinsen (derzeit -0,1 Prozent) steigen.

Marktreaktion
Als Konsequenz tendiert der Nikkei-Index nach der BoJ-Sitzung schwächer, der Topix legte dagegen leicht zu. Allerdings bedeutet die Entscheidung der BoJ, künftig den Topix abbildende ETFs zu bevorzugen nicht, dass die BoJ nun insgesamt mehr Aktien aufkaufen wird. Die gute jüngste Entwicklung am japanischen Aktienmarkt hat schon dazu geführt, dass die BoJ ihre ETF-Käufe reduziert hat.

Japan: ETFs im Bestand der BoJ in Milliarden US-Dollar

Quelle: Refinitiv, LBBW Research

Einschätzung durch die Strategen der LBBW
Mit ihrer Entscheidung, nur noch den Topix abbildende ETFs zu kaufen, will die Bank vermeiden, nur die „Belle Etage“ des japanischen Aktienmarktes zu fördern. Diese reagiert ohnehin stark auf internationale Einflüsse und ist von nationalen Entwicklungen eher moderat betroffen. Generell werden die verkündeten Anpassungen nach Ansicht des LBBW Research wenig Rückwirkungen auf die japanischen Finanzmärkte haben. Die BoJ gewinnt zwar etwas
mehr Spielraum in beide Richtungen. "Die japanische Notenbank ist aber seit langem der dominante Akteur an den japanischen Finanzmärkten und dürfte dies auch bleiben. Zwar signalisiert sie nun, sich bei guter Entwicklung auch am Aktienmarkt mehr zurückhalten zu wollen. Grundsätzlich verfügt sie aber weiterhin über alle Hebel, sowohl die Aktienmärkte
massiv zu stützten als auch das JGB-Renditeziel zu verteidigen", sagt Uwe Burkert,  Chefvolkswirt und Leiter des Bereichs Research bei der LBBW. (kb)

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