Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

AXA IM: "Zweieinhalb" Unwägbarkeiten beeinflussen derzeit die Märkte

Für die französische Fondsgesellschaft stehen die Finanzmärkte derzeit im Bann von "zweieinhalb" Faktoren, die professionelle Marktteilnehmer auf der Rechnung haben sollten.

Dr. Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei AXA Investment Managers
Dr. Franz Wenzel, AXA Investment Managers

An den Märkten wird es immer spannender. So schwächt sich nach einer starken konjunkturellen Erholung im dritten Quartal das Wirtschaftswachstum ab und wird sowohl in den Vereinigten Staaten als auch der Eurozone verhaltener. Dr. Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei AXA Investment Managers, geht daher von einer Swoosh-förmigen Konjunkturentwicklung aus, deren Form dem Logo von Nike ähnelt. Angesichts der regional variierenden Pandemieentwicklung und entsprechenden Einschränkungen, steht dabei die Angebotsseite im Fokus. Sektoren wie das Gastgewerbe unterliegen regional erheblichen Einschränkungen und dämpfen die Nachfrage zusätzlich. Die Unberechenbarkeit der Corona-Pandemie ist die erste Unwägbarkeit im Markt. 

Mehr Planungssicherheit wäre gut
Unter den gegebenen Bedingungen ist eine berechenbare, expansive Fiskal- und Geldpolitik für das Geschäftsklima weiterhin entscheidend. In den USA blockieren sich nach anfänglich umfangreichen Fiskalpaketen Demokraten und Republikaner jedoch zusehends gegenseitig und können sich nicht auf ein Notfallpaket einigen. „Mit den nahenden Präsidentschaftswahlen, bei denen keine der Parteien für das Scheitern ökonomischer Stimuli verantwortlich gemacht werden will, ist ein Deal zwar nicht ausgeschlossen“, sagt Wenzel. „Doch die Unberechenbarkeit des Wahlausgangs – verstärkt durch die fehlende Zusage des amtierenden Präsidenten, einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten – stellt neben Corona eine zweite Unwägbarkeit für die wirtschaftliche Entwicklung dar.“

Ein neues Fiskalprogramm werde in der aktuellen Situation wohl erst nächstes Jahr greifen. Daher müsse laut Wenzel die Notenbankpolitik der Fed gegenwärtig für zwei arbeiten, und das ausbleibende Konjunkturprogramm kompensieren. 

Lockere Geldpolitik
Europa sehe sich Wenzel zufolge dahingegen einem politisch ereignisärmeren Jahr gegenüber, was die Politik berechenbarer mache. „Aufgrund neuer partieller Lockdowns müssen teure konjunkturelle Programme jedoch verlängert werden“, so Wenzel. „Die Geldpolitik der EZB muss daher weiterhin für lockere Finanzbedingungen sorgen, damit die Regierungen weiterhin ihre expansive Fiskalpolitik betreiben können.

“Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa ist damit mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik zu rechnen. Die Fed lässt zukünftig ein gewisses Übersteigen der Inflationsrate zu, um das mittelfristige Ziel zu erreichen und nach Einschätzung des Experten wird die EZB das Pandemie-Notfallprogramm (PEPP) im Dezember verlängern und aufstocken. 

"Halbe Unwägbarkeit"
„Neben den Variablen der Corona-Pandemie und der US-Präsidentschaftswahl liegt eine weitere „halbe“ Unwägbarkeit in potenziellen Interdependenzen“, erläutert Wenzel. „Entwickelt sich etwa Corona dynamischer als erwartet, hätte das zeitgleich deutliche Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung.“

Unter Einbeziehung aller aktuell prognostizierbaren Variablen erscheine jedoch ein gewisses Risiko im Portfolio attraktiv. Die – wenn auch gedämpfte – nach wie vor positive Konjunkturerwartung biete den notwendigen Rückenwind. „Angesichts des sich erholenden Wirtschaftswachstums und der expansiven Geld- und Fiskalpolitiken bieten insbesondere Aktien aus der Eurozone, den USA und den Schwellenländern Opportunitäten“, analysiert Wenzel. „Gleichzeitig profitieren Unternehmensanleihen von der expansiven Geldpolitik und den damit einhergehenden Kaufprogrammen der Zentralbanken. Ganz nach dem Motto: „Don´t fight the Fed.“

Anleihen mit Investmentgrade-Rating erscheinen dem Experten dabei vielversprechender als High-Yield-Papiere.“ Eine leichte Übergewichtung könnte außerdem bei US-Staatsleihen als robuste Beimischung fürs Portfolio angestrebt werden. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren