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Ausgezeichnete Performance bei Pensions- und Vorsorgekassen 2019

Die überbetrieblichen Pensionskassen in Österreich erzielten im Jahr 2019 durchschnittlich 11,82 Prozent Rendite, wobei die langfristige Performance bei im Vordergrund steht. Betriebliche Vorsorgekassen erreichten ein beachtliches durchschnittliches Marktergebnis von 5,74 Prozent, berichtet Mercer.

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Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich.
© Mercer IC

In der aktuellen Analyse der überbetrieblichen Pensionskassen für 2019, die das Beratungsunternehmen Mercer durchgeführt hat, belegen die APK Pensionskasse und die Allianz Pensionskasse in jeweils zwei Veranlagungskategorien Top-Plätze. Allianz hat in den Kategorien „dynamisch und aktiv“ 16,62 Prozent beziehunsgweise 14,26 Prozent erreicht. APK führt das Ranking in den Kategorien „ausgewogen und konservativ“ mit 14,17 Prozent und 12,68 Prozent an. Bonus liegt in der „defensiven“ Kategorie mit 8,08 Prozent vorne.

2019 war anlagetechnisch ein sehr gutes Jahr für die zweite Säule
Die gute Entwicklung der Aktienmärkte sowie eine ausreichende Diversifikation in der Asset-Allokation und auch die Erweiterung des Portfolios in Richtung „Private Markets“ sind positive Einflussfaktoren“, kommentiert Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge
bei Mercer Österreich.

Langfristige Performance steht im Vordergrund
Im mittel- bis langfristigen Vergleich der überbetrieblichen Pensionskassen ergibt sich folgendes Bild bzw. folgende Rangfolge:

Die Ergebnisse zeigen, dass im mittel- bis langfristigen Beobachtungszeitraum eine Performance in der Höhe des marktüblichen Rechnungszinses (Parameter, der für die Berechnung der ersten Pension herangezogen wird) erwirtschaftet wurde. Wichtig für das System ist daher die marktgerechte Festlegung des Rechnungszinses. „Es sollte für jeden einzelnen Pensionsanwärter möglich sein, seinen Rechnungszins am Beginn der Pensionsphase festzulegen und somit selbst darüber zu entscheiden, wie sich seine Pension entwickeln wird“, betont Plank. 

Vorsorgekassen mit ausgezeichneter Performance im Jahr 2019
Die betrieblichen Vorsorgekassen konnten von der Stimmung am Kapitalmarkt ebenfalls gut profitieren und erzielten ein beachtliches durchschnittliches Marktergebnis von 5,74 Prozent. Betrachtet man die Performance-Werte der einzelnen Vorsorgekassen, sind jedoch große Unterschiede im Anlageergebnis festzustellen – die Bandbreite reicht von herausragenden 9,87 Prozent bis zu 3,87 Prozent.

Die APK Vorsorgekasse liegt mit 9,87 Prozent im einsamen Spitzenfeld, auf Platz zwei die VBV-Vorsorgekasse mit 6,81 Prozent und auf Platz drei die BUAK Vorsorgekasse mit 5,38 Prozent – beide jedoch bereits mit einem deutlichen Abstand. Der Performance-Unterschied zwischen den österreichischen Vorsorge- und Pensionskassen von über sechs Prozentpunkten ist − neben den unterschiedlich geltenden Anlagevorschriften und der von den Vorsorgekassen zu gewährenden Kapitalgarantie − auch auf die kurze Anlagedauer der Vorsorgegelder zurückzuführen. Anwartschaftsberechtigte können bereits nach drei Jahren eine Auszahlung verlangen, sofern die sonstigen Voraussetzungen für eine Abfindung erfüllt sind. Die Forderung nach einer Verlängerung dieser dreijährigen „Behaltedauer“ besteht somit im Hinblick auf eine gewünschte langfristige und ertragreiche Veranlagung weiterhin. Aktuell liegen die Spitzenreiter im fünfjährigen Vergleich bei 2,2 Prozent (VBV und NÖVK). 

Forderungen an die Regierung nach wie vor unverändert
Eine attraktive und marktübliche betriebliche Vorsorge stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. Die Empfehlungen an die Regierung zur Absicherung des gewohnten Lebensstandards bleiben unverändert. Mercer empfiehlt daher:
− Aktive Information der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Pension
− Verstärkte Einbeziehung der zweiten und dritten Pensionssäule zur nachhaltigen Sicherung des heimischen Pensionssystems
− Schaffung von Rechtsgrundlagen für eine Entgeltumwandlung mittels Einbindung in Kollektivverträge für eine steuerschonende Pensionsvorsorge
− Deutliche Erhöhung der steuerfreien Zukunftssicherung von 300 Euro im Jahr auf 1.000 Euro, um eine Basisaltersvorsorge zu Pensionsantritt zu gewährleisten
− Adaptierungen der Funktionsweise der Pensionskassen im Rahmen der betrieblichen Vorsorge

Besonders unterstreichen möchte Mercer vor allem die damalige Empfehlung, steuerliche Anreize für Eigenbeiträge zu schaffen. „Es ist wichtig, dass Arbeitnehmer-Beiträge, die in die betriebliche Vorsorge eingezahlt werden, steuerlich absetzbar sind“, erklärt Plank. „Für Geringverdienern, die von einer derartigen Steuererleichterung nicht profitieren würden, sollte ein Prämienmodell eingeführt werden.” (kb)

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