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Ausblick auf die kommende US-Notenbanksitzung

Trotz eines unsicheren Ausblicks wird die Fed die Leitzinsen Ende Juli wahrscheinlich um 75 Basispunkte anheben, prognostiziert Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS. Vor Rätsel stellt viele Notenbanker der Arbeitsmarkt, der stärker als erwartet ist.

Christian Scherrmann, DWS
Christian Scherrmann, DWS
© DWS

Die US-Notenbanker haben sich klar geäußert: Sie sind "fest entschlossen", die Inflation zu bekämpfen. Die Frage ist, was nötig ist, um eine "zu hohe" Inflation zu zähmen, und ob die Reaktionsfunktion der US-Notenbank die derzeitige wirtschaftliche Dynamik berücksichtigt, schreibt Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS Group.

Letztere spiegelt sich Scherrmann zufolge im dualen Mandat der Notenbank vor allem in der Verfassung des Arbeitsmarktes wider. Und hier haben, wie Gouverneur Waller es erst kürzlich formulierte, "... die jüngsten Wirtschaftsdaten ein Rätsel aufgeworfen."

Arbeitsmärkte überraschend stark
Trotz des sich abzeichnenden Risikos einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik, eines negativen BIP im ersten Quartal und des erhöhten Risikos einer technischen Rezession im zweiten Quartal, haben sich die Arbeitsmärkte in den letzten Monaten sehr gut geschlagen.

Während einige Analysten auf die Volatilität der Beschäftigungsdaten oder den leichten, aber sichtbaren Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung verweisen, kann eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent als jenseits der Vollbeschäftigung angesehen werden. Die meisten Schätzungen der natürlichen Arbeitslosenquote - die grob mit Vollbeschäftigung gleichzusetzen ist - liegen etwas über 4,0 Prozent. Auf der Notenbanksitzung im Juni bekräftigte Notenbankchef Jerome Powell diese Ansicht und deutete an, dass ein Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent als "stark" betrachtet wird. Aus dieser Perspektive hat die US-Notenbank deutlichen Spielraum für die Erhöhung der Leitzinsen.

Falken versus Tauben
Die Frage bleibt, wie schnell die Zinsen erhöht werden. Ein weiterer Schritt um 75 Basispunkte auf der kommenden Juli-Sitzung wird allgemein erwartet, auch von der DWS. Doch wie geht es danach weiter, und welche Andeutungen wird die Fed nächste Woche liefern?

Die jüngst besser als erwartet ausgefallenen Daten zu den Inflationserwartungen der Verbraucher haben den Druck mehr zu tun, etwas verringert - trotz eines weiteren rekordverdächtigen Anstiegs des Verbraucherpreisindexes von 9,1 Prozent im Jahresvergleich für den Monat Juni.

Darüber hinaus würde eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte die derzeitige geldpolitischen Haltung auf ein Niveau bringen, welches von den Zentralbankern höchstwahrscheinlich als neutral angesehen wird. Das bedeutet, dass die US-Notenbank nach ihrer Auffassung die wirtschaftliche Dynamik weder stimuliert noch dämpft.

Ein Anheben der Zinsen von weniger als 75 Basispunkten würde daher höchstwahrscheinlich als zu taubenhaft empfunden werden. Angesichts der zu hohen Inflation und der nach wie vor hohen Inflationserwartungen wird ein neutraler geldpolitischer Kurs höchstwahrscheinlich nicht ausreichen. Die US-Notenbank muss so schnell wie möglich oder so lange, wie es die guten Arbeitsmarktbedingungen zulassen, restriktive Maßnahmen ergreifen.

"Wir gehen daher davon aus, dass Jerome Powell mit seiner "stark engagierten" Rhetorik auf Kurs bleiben und die Märkte weiter in den Bereich der Straffung führen wird", schreibt Scherrmann abschließend. (aa)

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