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Ausblick 2022: Verliert der US-Dollar seine Stärke?

Ein Zusatzplus in fast zweistelliger Höhe konnten Anleger erzielen, die im laufenden Jahr in den US-Dollar investiert haben. Diese Dynamik wird sich 2022 kaum fortsetzen, wenn die Devisenexperten von Banken und Asset Managern mit ihren Prognosen Recht behalten.

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Peter De Coensel, CEO von Degroof Petercam Asset Management
"Zu Jahresbeginn waren die Befürworter, die einen starken US-Dollar erwarteten, eindeutig in der Minderheit. Der Konsens für das Hauptwährungspaar EUR/USD war auf einen schnellen Ausbruch bei 1,23 und einen mittelfristigen Angriff auf die Marke von 1,30 ausgerichtet. Zuletzt schloss der Euro gegenüber dem US-Dollar bei 1,1240, was einer Aufwertung von etwa acht Prozent seit Jahresanfang entspricht. Ein Dollar-Exposure von 25 Prozent in einem diversifizierten, ausgewogenen Portfolio hätte im Jahr 2021 unabhängig von der Vermögensallokation zwei Prozent zur Wertentwicklung beigetragen. Ein angemessenes Exposure in Fremdwährungen bietet Diversifizierungsvorteile und kann für Auftrieb im Portfolio sorgen. Das war 2021 eindeutig der Fall. … Die Zukunft des US-Dollars als globale Reservewährung schlechthin und als solide Portfolioabsicherung in Stresssituationen sieht gut aus. … Per Weihnachten 2022 wird der EUR/USD-Kurs bei 1,1360 gehandelt, zum Ende 2023 notiert der EUR/USD-Forward bei 1,1560."
© Degroof Petercam Asset Management

Wer im ablaufenden Jahr auf Anlagen im US-Dollar gesetzt hat, konnte allein über die Währungsentwicklung ein ansehnliches Plus von deutlich über acht Prozent einfahren. Wenn es nach den Devisenexperten der weltweit größten Finanzdienstleister geht, so wird sich diese überaus positive Entwicklung auf der Währungsseite allerdings im kommenden Jahr kaum fortsetzen. Nach Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg unter den 14 größten Banken weltweit wird sich der aktuelle Kurs von 1,13 US-Dollar gegenüber dem Euro kaum bewegen. Im Schnitt gehen die Auguren davon aus, dass der US-Dollar auf Sicht von sechs Monaten bei einem Kurs von 1,12 stehen wird.

Gleichzeitig aber dürfte 2022 als das Jahr der großen Zinswende in die Geschichte eingehen. Unter den meisten Marktteilnehmern gilt es als ausgemacht, dass nicht nur die nach wie vor ansteigende Inflation, sondern auch eine – trotz der Auswirkungen der Virusvariante Omikron – zu erwartende Erholung der Wirtschaft vor allem die US-Notenbank Fed zum Handeln zwingen wird. Die vorlaufenden Konjunktur-Indikatoren deuten jedenfalls für die US-Wirtschaft auf ein weiterhin solides Wachstum hin, die Nachfrage dürfte insgesamt robust bleiben, selbst wenn viele Unternehmen unverändert über Engpässe bei Lieferketten und auch am Arbeitsmarkt klagen.

Verdoppelung des Tempos beim Tapering
Für eine weiterhin positive Entwicklung des US-Dollars spricht einerseits, dass die amerikanische Notenbank Fed im Dezember eine Verdopplung des Tempos beim Tapering bekanntgegeben hat. Damit könnte der Aufkauf von Staatsanleihen bereits im März 2022 beendet werden. Die Prognosen der Mitglieder des Offenmarktausschusses der Notenbank sehen zudem im Median je drei Zinserhöhungen in 2022 und 2023 vor. In der Eurozone dagegen dürfte ein erster Zinsschritt erst für Ende 2023 anstehen. Entsprechend dürfte die Entwicklung der Wechselkurse im kommenden Jahr vor allem von der unterschiedlichen Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks geprägt sein.

Andererseits hinkt die Eurozone den USA wirtschaftlich hinterher, von daher spricht das Aufholpotenzial für eine etwas stärkere Gemeinschaftswährung. Für die Rentenmärkte sind das insofern keine guten Nachrichten, als mit weiterhin hohen Turbulenzen zu rechnen sein wird. Das Umfeld für Aktien aber dürfte auch im kommenden Jahr positiv bleiben, weil Investoren auch künftig verstärkt auf reale Anlageklassen wie Aktien und Immobilien setzen werden. Was die Experten von Asset Managern und Banken für die Devisenentwicklung im kommenden Jahr erwarten – klicken Sie sich einfach durch unsere Bilderstrecke oben.(hh)

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