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Ausblick 2022: Verliert der US-Dollar seine Stärke?

Ein Zusatzplus in fast zweistelliger Höhe konnten Anleger erzielen, die im laufenden Jahr in den US-Dollar investiert haben. Diese Dynamik wird sich 2022 kaum fortsetzen, wenn die Devisenexperten von Banken und Asset Managern mit ihren Prognosen Recht behalten.

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Mark Haefele, Chief ­Investment­ Officer von UBS Global Wealth Management
"Trotz der hohen Verschuldung der USA erwarten wir für 2022 eine weitere Aufwertung des Dollars, da sich die Anleger auf die divergierende Politik der Zentralbanken konzentrieren werden. Daher bevorzugen wir den US-Dollar gegenüber anderen Währungen wie dem Euro, dem Yen und dem Schweizer Franken. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass der Dollar wieder an Wert gewinnen wird, da sich die Anleger wieder auf die Divergenzen in der Politik der Zentralbanken konzentrieren. Die Fed hat die Rückführung ihrer monatlichen Ankäufe von Vermögenswerten in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar beschleunigt, und wir gehen davon aus, dass die Zentralbank ihre allmähliche Straffung der Geldpolitik im Jahr 2022 fortsetzen wird, was einen weiteren Aufwärtstrend des US-Dollars unterstützen dürfte. Im Gegensatz dazu dürften die Bank von Japan, die Schweizerische Nationalbank und die Europäische Zentralbank eher akkommodierend bleiben."
© UBS Asset Management

Wer im ablaufenden Jahr auf Anlagen im US-Dollar gesetzt hat, konnte allein über die Währungsentwicklung ein ansehnliches Plus von deutlich über acht Prozent einfahren. Wenn es nach den Devisenexperten der weltweit größten Finanzdienstleister geht, so wird sich diese überaus positive Entwicklung auf der Währungsseite allerdings im kommenden Jahr kaum fortsetzen. Nach Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg unter den 14 größten Banken weltweit wird sich der aktuelle Kurs von 1,13 US-Dollar gegenüber dem Euro kaum bewegen. Im Schnitt gehen die Auguren davon aus, dass der US-Dollar auf Sicht von sechs Monaten bei einem Kurs von 1,12 stehen wird.

Gleichzeitig aber dürfte 2022 als das Jahr der großen Zinswende in die Geschichte eingehen. Unter den meisten Marktteilnehmern gilt es als ausgemacht, dass nicht nur die nach wie vor ansteigende Inflation, sondern auch eine – trotz der Auswirkungen der Virusvariante Omikron – zu erwartende Erholung der Wirtschaft vor allem die US-Notenbank Fed zum Handeln zwingen wird. Die vorlaufenden Konjunktur-Indikatoren deuten jedenfalls für die US-Wirtschaft auf ein weiterhin solides Wachstum hin, die Nachfrage dürfte insgesamt robust bleiben, selbst wenn viele Unternehmen unverändert über Engpässe bei Lieferketten und auch am Arbeitsmarkt klagen.

Verdoppelung des Tempos beim Tapering
Für eine weiterhin positive Entwicklung des US-Dollars spricht einerseits, dass die amerikanische Notenbank Fed im Dezember eine Verdopplung des Tempos beim Tapering bekanntgegeben hat. Damit könnte der Aufkauf von Staatsanleihen bereits im März 2022 beendet werden. Die Prognosen der Mitglieder des Offenmarktausschusses der Notenbank sehen zudem im Median je drei Zinserhöhungen in 2022 und 2023 vor. In der Eurozone dagegen dürfte ein erster Zinsschritt erst für Ende 2023 anstehen. Entsprechend dürfte die Entwicklung der Wechselkurse im kommenden Jahr vor allem von der unterschiedlichen Geldpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks geprägt sein.

Andererseits hinkt die Eurozone den USA wirtschaftlich hinterher, von daher spricht das Aufholpotenzial für eine etwas stärkere Gemeinschaftswährung. Für die Rentenmärkte sind das insofern keine guten Nachrichten, als mit weiterhin hohen Turbulenzen zu rechnen sein wird. Das Umfeld für Aktien aber dürfte auch im kommenden Jahr positiv bleiben, weil Investoren auch künftig verstärkt auf reale Anlageklassen wie Aktien und Immobilien setzen werden. Was die Experten von Asset Managern und Banken für die Devisenentwicklung im kommenden Jahr erwarten – klicken Sie sich einfach durch unsere Bilderstrecke oben.(hh)

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