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Aufseher sperrt mehrere H2O-Fonds zeitweilig zu

H2O-Starmanager Bruno Crastes hatte in einige seiner Fonds Wertpapiere geladen, die Lars Windhorst zuzurechnen sind. Weil sich für die Investments zuletzt kaum Preise ermitteln ließen, verhängt die französische Aufsicht einen Ausgabe- und Rücknahmestopp. Die Fonds sollen durch neue ersetzt werden.

Bruno Crastes, H2O
H2O-Gründer Bruno Crastes
© Christoph Hemmerich / FONDS professionell

Die französische Finanzaufsicht hat drei Fonds von H2O Asset Management zeitweise geschlossen. Dies teilte die in London ansässige Investmentboutique mit. Demnach verlangte die Autorité des marchés financiers (AMF), bei den drei Fonds H2O Allegro, H2O Multibonds und H2O Multistrategies ab Freitag, 28. August, 12.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit, die Anteilsausgabe- und Rücknahme zu stoppen. Die Behörde bestätigte den Schritt in einer eigenen Mitteilung.

Darüber hinaus schließt das zum französischen Boutiquendach Natixis Investment Managers gehörende Investmenthaus von sich aus vier weitere Fonds, und zwar den H2O Adagio, H2O Moderato, H2O Multiequities und H2O Vivace sowie den Spezialfonds H2O Deep Value. Diese seien ebenfalls in die betroffenen Wertpapiere investiert. Mit dem Schritt sollten die Anleger der H2O-Fondspalette "fair und gleich" behandelt werden, heißt es in der Mitteilung. Weitere Fonds der Boutique sind aber nicht betroffen.

Unsichere Bewertung
Als Grund für die Schließung verweist die Gesellschaft auf "Unsicherheiten" bei der Bewertung von nicht an der Börse notierten Wertpapieren, die "einen erheblichen Anteil" der Anlagen der betroffenen Fonds ausmachen würden. H2O-Gründer und Frontmann Bruno Crastes hatte in zum Teil illiquide Papiere investiert, die dem schillernden deutschen Unternehmer Lars Windhorst zuzurechnen sind. Nachdem die Wirtschaftszeitung "Financial Times" dieses Engagement vergangenen Sommer aufgedeckt hatte, zogen Anleger zeitweilig acht Milliarden Euro aus den H2O-Fonds ab.

Nachdem sich die Turbulenzen zunächst gelegt hatten, büßten die Portfolios in der Coronakrise im März 2020 empfindlich an Wert ein. H2O-Gründer Bruno Crastes entschuldigte sich bei seinen Investoren für die Verluste. In den Vorjahren hatten die Fonds Anlegern außerordentlich hohe Gewinne beschert. Die an den Crash anschließende Erholung vollzogen die meisten Portfolios allenfalls zum Teil nach. Im Mai wurde dann bekannt, dass Windhorst über eine Zweckgesellschaft die Papiere von H2O zurücknehmen will.

"Saubere" Klone und "Bad Fonds"
Diese Rückkaufaktion der Papiere sei allerdings noch "unvollständig", heißt es nun in der Mitteilung. Daher habe man sich zur Schließung der genannten Fonds entschlossen. Die Aussetzung soll rund vier Wochen dauern. In dieser Zeit will H2O für die sieben betroffenen Publikumsfonds Ersatzvehikel auflegen. Diese sollen die gleichen Strukturen und Anlagestrategien aufweisen wie die alten. Nur sollen in den neuen Fonds keine der nicht-börsennotierten Papiere liegen. Die neuen Vehikel sollen über das Kürzel "FCP" im Namen erkenntlich sein.

Die H2O-Kunden erhalten dann laut Plan Anteile an den neuen, "sauberen" Klonfonds, behalten aber ihre Anteile an den alten Vehikeln, in denen die illiquiden Papiere liegen bleiben. Die Investments sollen Zug um Zug unter den "bestmöglichen Bedingungen" verkauft werden, verspricht die Gesellschaft. Dies solle entweder über die geschlossene Rückkaufvereinbarung oder über "alternative Wege" erfolgen, heißt es weiter. Schon im vergangenen Sommer hatte das Haus kundgetan, dass ein Teil der Windhorst-Investments verkauft und der Anteil dieser Papiere in den Portfolios somit auf ein geringeres Maß gesunken sei. (ert)

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