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Aufschwung-Narrativ mit Ungereimtheiten

Im Verhältnis von Kupfer zu Gold spiegelt sich Konjunktureuphorie. Davon ist bei Realrenditen wenig zu spüren. Ohne Eingriffe der Zentralbanken würde es ungemütlich werden, vermuten die Experten der DWS Group.

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© Elnur / stock.adobe.com

An den Kapitalmärkten herrscht auch Anfang 2021 gute Stimmung. Viele Aktienindizes haben neue Rekordmarken erreicht. Der Ölpreis legt ebenfalls zu, und die Tage im April 2020, als das schwarze Gold mit negativen Preisen notierte, sind fast vergessen.

Relation von Kupfer- zu Goldpreis als Indikator
Ein Indikator, der das Konjunkturbild der Anleger widerspiegelt, ist die Relation zwischen dem Kupfer- und Goldpreis. Kupfer ist ein wichtiges Industriemetall, dessen Nachfrage eng mit der Wirtschaftsaktivität korreliert. Gold hingegen ist ein beliebter sicherer Hafen für Anleger, der besonders in unsicheren Zeiten gefragt ist.

Verhältnis von Kupfer und Gold im Kontext zu den realen Renditen
Wie aus dem folgenden Chart ersichtlich ist, besteht über lange Phasen auch ein guter Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von Kupfer und Gold und Realrenditen, die gemäß den Lehrbüchern die realen Wachstumserwartungen des Rentenmarktes abbilden sollten.

Aktuell ist hier aber eine Diskrepanz zu beobachten
Während die Entwicklung der Rohstoffpreise, wie auch die vieler anderer Anlageklassen, auf eine sich fortsetzende Erholung hindeuten, verharren die Realrenditen dies- wie jenseits des Atlantiks auf rekordniedrigen Niveaus. Der Verdacht liegt nahe, dass dies hauptsächlich der Politik der Zentralbanken geschuldet ist, meinen die DWS-Experten. Eine vergleichbare Lücke gab es im vergangenen Jahrzehnt in der Phase zwischen 2012 und 2013, als die amerikanische Zentralbank ebenfalls mit Anleihekäufen die Konjunktur stützte.

Situation erinnert frappant an 2012/13
2013 ging diese Phase der Diskrepanz zwischen Rohstoffmärkten und Staatsanleiherenditen abrupt zu Ende, als die Fed den Einstieg in den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm ankündigte (tatsächlich erfolgte das schrittweise Rückführen des Kaufprogramms erst 2014). Insofern empfiehlt es sich, auch in der aktuellen, von Konjunkturoptimismus geprägten Phase die Entwicklung am Rentenmarkt aufmerksam zu beobachten. Sollten sich Staatsanleihen nach einem Anstieg der Renditen wieder zu einer attraktiven Alternative für Anleger entwickeln, könnte es für andere Anlageklassen ungemütlicher werden, so die DWS. (kb)

 

 

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