Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Aufgegeben: Norwegens Staatsfonds beendet Wette auf höhere Zinsen

Der eine Billion US-Dollar schwere norwegische Staatsfonds hat eine seit langem bestehende Wette auf höhere Zinsen beendet, nachdem ein Viertel seines riesigen Bondportfolios nach Marktturbulenzen unter Null rentiert. Das sind satte 60 Milliarden Euro.

trond_grandenbim_klein_quer.jpg
Trond Grande (Bild) ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Norges Bank Investment Management (NBIM)
© NBIM

Nach der Präsentation des Ergebnisses für das zweite Quartal am Mittwoch sagte Trond Grande, dass der Fonds nun keine niedrigere Duration mehr als seine Benchmark habe, was bedeute, dass er relativ stärker von sinkenden Zinsen profitieren werde. Der Fonds habe von einer Duration von etwa fünf Jahren zu einer von etwa sieben Jahren gewechselt, berichtete er. Die Veränderung sei kein Diktat von oben gewesen, sondern Ergebnis der Entscheidungen der Portfolio-Manager, sagte Grande.

Durationserhöhung um zwei Jahre
Die Umpositionierung erfolgt, nachdem die Anleiherenditen gefallen sind, große Teile der europäischen Bond-Märkte negative Renditen aufweisen und der US-Treasuries-Markt eine Inversion seiner wichtigsten Renditekurve zeigt. Zentralbanken rund um den Globus, angeführt von der Fed, senken erneut die Zinsen und verstärken die Konjunkturanreize, um eine weltweite Abschwächung zu bekämpfen.

Vermögenszuwachs um drei Prozent im zweiten Quartal 2019
Damit blieb man aber 0,2 Prozent hinter der Benchmark. Dieses Resultat wurde vor den Marktturbulenzen, die im vergangenen Monat zu einem Rückgang der Aktienkurse und zu einem Abrutschen der Anleiherenditen weiter unter Null führten, erreicht. Der Fonds erzielte einen Ertrag von 256 Milliarden Kronen, was umgerechnet 25,7 Milliarden Euro entspricht. Die Aktienpositionen verzeichneten ein Plus von 3,0 Prozent, Anleihen stiegen um 3,1 Prozent und Immobilien zogen um 0,8 Prozent an. Der Fonds hielt 69,3 Prozent in Aktien, 28,0 Prozent in Anleihen und 2,7 Prozent in Immobilien. „Die Unsicherheit über den Welthandel und das Wirtschaftswachstum hat die Erträge anfangs gedämpft, aber die Märkte legten gegen Ende des Berichtszeitraums eine Rallye hin, was teilweise auf die Aussicht auf eine expansivere Geldpolitik in den Industrieländern zurückzuführen war”, sagte Grande in einer Mitteilung, die Bloomberg vorliegt.

Aktien-Aufstockung anlässlich des Ausverkaufs Ende 2018 war klug
Der in Oslo ansässige Fonds, der durchschnittlich 1,4 Prozent der globalen Aktien hält, spiegelt die breiten Märkte sehr unmittelbar wider, hat jedoch einen gewissen Spielraum bei der Gewichtung von Indizes und Abweichungen von seinen Benchmarks. Der Fonds griff bei einem Aktien-Ausverkauf Ende letzten Jahres zu und erreichte dann sein langfristiges Ziel von 70 Prozent in Aktien. Größte Aktienpositionen am Ende des Quartals waren Microsoft, Apple und Amazon. Die größten Anleihebestände waren US-Treasuries, gefolgt von japanischen und deutschen Staatsanleihen.

Der Fonds, der aus den norwegischen Öl- und Gaseinnahmen aufgebaut wurde, hat Verluste von 2018 aufgeholt, ist jedoch mit schwierigen Marktaussichten angesichts eines turbulenten Monats konfrontiert. Im zweiten Quartal zahlte der Staat sechs Milliarden Kronen in den Fonds ein, nach acht Milliarden Kronen im ersten Quartal. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen