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Asset Allocation im Stagflationsumfeld: Was kann man tun?

Stagflation ist eine besondere Herausforderung für die Anlagestrategie in Multi-Asset-Portfolios. Denn: Anders als in einer gewöhnlichen Rezession verlieren Anleihen ihre stabilisierende Wirkung gegenüber der Anlage in Aktien. Dennoch ist man den Marktkräften nicht schutzlos ausgeliefert.

Dr. Ernst Konrad, Lead-Portfoliomanager bei Eyb & Wallwitz
Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz
© Eyb & Wallwitz

Welche Anlageklassen in der aktuellen Situation als Stabilitätsanker dienen und wie Investoren ihr Portfolio aufstellen können, erläutert Dr. Ernst Konrad, Lead Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz: "Die Stagflation ist längst kein theoretisches Szenario mehr. Wir stecken vielmehr mittendrin: Die Inflation von derzeit sieben Prozent ist bereits seit Monaten hoch und wird uns ganz sicher noch eine ganze Weile begleiten. Das Wirtschaftswachstum liegt laut Statistischem Bundesamt bereits vier Quartale in Folge nahe null Prozent — und auch hier ist vorerst keine Besserung in Sicht, sondern eher von negativem Wachstum in den kommenden Monaten auszugehen."

Anleihen verlieren ihre stabislierende Portfoliowirkung in Stagflationszeiten
Als Folge der Stagflation steigen zwar die Guthabenzinsen wieder leicht, allerdings werden auch Kredite ebenso wie die Lebenshaltungskosten deutlich teurer und die Gewinne vieler Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Auch Anleger mit gemischten Portfolios blicken auf turbulente Monate zurück. So haben europäische Aktien seit Jahresbeginn gut neun Prozent und in Euro notierte europäische Anleihen elf Prozent an Wert verloren. In den USA sieht die Entwicklung ähnlich aus. Dr. Konrad fürht aus: "Die Zahlen zeigen: Anleihen, die sich oft unabhängig oder sogar gegenläufig zum Aktienmarkt entwickeln und deshalb in gemischten Portfolios der Stabilisierung dienen, verlieren diese Eigenschaft im Stagflationsumfeld. Durch die hohe Inflation büßen die Kupons an Wert ein, und der Renditeanstieg bedeutet Kursverluste."

Wie Investoren sich bestmöglich aufstellen
Da sowohl Aktien als auch Anleihen in der Stagflation mit höheren Risiken verbunden sind, sollte man zur Stabilisierung in der aktuellen Situation zu Anlageklassen greifen, die in normalen Phasen weniger gefragt sind: Cash oder Gold.

Gold oder Cash
Aufgrund seiner Besonderheiten wird Gold seit jeher als „Krisenwährung“ bezeichnet: Zwar schwankt der Goldpreis mitunter stark. Allerdings wird Gold vermutlich nie völlig wertlos sein, da es einen physischen Wert hat und sein Vorkommen begrenzt ist. Zudem entwickelte sich der Goldpreis historisch häufig entgegen den Aktienmärkten. Bei Cash hingegen erleiden Investoren durch die Inflation zwar einen realen Verlust, allerdings lassen sich durch die steigenden Zinsen damit auch bei Neuanlagen wieder Erträge erzielen.

Wetterfest gemacht
Dr.Konrad: "Um die Portfolios "wetterfest" aufzustellen, gehen wir folgendermaßen vor: Wir halten in unseren konservativen Portfolios 15 Prozent Cash und 10 Prozent Gold. Je nach Risikoneigung können diese Quoten geringer oder auch höher sein. Diese Positionen gehen im Wesentlichen zu Lasten der Anleihen- und nicht der Aktienquote. Aktien sind aktuell das „least dirty shirt“: Wir gehen davon aus, dass die Krise irgendwann endet und eine Vielzahl der Unternehmen diese auch übersteht. Daher ist es eine Frage der Zeit, bis die Unternehmen wieder (mehr) Gewinne erwirtschaften und die Aktienkurse wieder steigen. Dabei sind vor allem solche Unternehmen im Vorteil, die eine Monopolstellung oder eine starke Marke und gute Produkte haben." 

Alle Akteure sind sich der aktuellen Lage bewusst
Vor allem die Notenbanken prüfen sorgfältig etwaige nächste Schritte. Noch besteht die Hoffnung, dass die Fed in den USA ein sogenanntes „Soft Landing“ schafft — dass also die wirtschaftliche Abschwächung gering bleibt und die Inflation trotzdem wieder sinkt. Aber egal, ob es der Fed gelingt oder wie es ansonsten weitergeht: Mit einer ausgewogenen Asset Allocation aus Aktien und Anleihen sowie Cash und Gold ist man für die Stagflation wie auch etwaige andere Entwicklungen optimal aufgestellt, meint Dr. Konrad. (kb)

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