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Antecedo AM: KI-Korrektur statt Trendwende

Die jüngsten Kursrückgänge bei Technologieaktien sind eher als Rücksetzer in einem langfristigen Megatrend zu sehen, glaubt Kay Tönnes, Gründer von Antecedo Asset Management. Entscheidend sei jedoch die Ertragskraft der kommenden Jahre.

Die jüngsten Kursrückgänge bei Technologieaktien dürften den langfristigen KI-Trend nicht brechen, erwartet Kay Tönnes von Antecedo Asset Management. 
Die jüngsten Kursrückgänge bei Technologieaktien dürften den langfristigen KI-Trend nicht brechen, erwartet Kay Tönnes von Antecedo Asset Management. © le / Adobe Stock

Eckpunkte:

  • Berichtssaison liefert ermutigendes Signal
  • Unternehmen berichten über den Erwartungen
  • Einschätzungen der Anaysten kräftig gestiegen
  • Nvidia weg vom jenseits vom reinen Chip-Zyklus

Anleger sollten langfristig denken: Die jüngsten Kursrückschläge bei Technologieaktien bewertet Kay Tönnes, Gründer und Geschäftsführer von Antecedo Asset Management, als Rücksetzer in einem langfristigen Megatrend. Entscheidend sei nicht das nächste Quartal, sondern die Ertragskraft der Unternehmen in den kommenden Jahren. „An der Börse zählt, was die Tech-Unternehmen langfristig verdienen, und nicht, wie es in den nächsten drei Monaten aussieht“, sagt Tönnes.

Aktuelle Korrektur als Einstiegschance
Aus seiner Sicht stützen die aktuell deutlich angehobenen Gewinnerwartungen die strategische Bedeutung des Sektors. Analystenschätzungen für die Gewinne großer US-Technologiewerte seien für die kommenden Jahre kräftig gestiegen. Wenn sich diese Dynamik materialisiere, könne das heutige Bewertungsniveau in wenigen Jahren deutlich moderater wirken. Und die aktuelle Korrektur werde im Rückblick eher als Einstiegschance wahrgenommen.

Kein reflexartiger Ausstieg
Gleichzeitig mahnt Tönnes Realismus an: „Am Ende muss sich jede Schätzung beweisen.“ Die laufende US-Berichtssaison liefere dafür brauchbare Indikationen. Viele Unternehmen hätten bislang über den Erwartungen berichtet. Ein Signal, dass die Gewinnnarrative nicht aus der Luft gegriffen seien. Für Anleger bedeute das: Wer langfristig denkt, sollte Rücksetzer nicht reflexartig als Trendbruch deuten.

KI-Kuchen gerade verteilt
Besonders kritisch sieht Tönnes eine verbreitete Marktreaktion: Steigende KI-Investitionen würden teils als Risiko interpretiert – mit fallenden Kursen unmittelbar nach den Ankündigungen. „Ich fände es beunruhigender, wenn Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren würden. Dann würde ich mich fragen, ob sie selbst nicht mehr an den Trend glauben.“ In seinen Augen wird der Kuchen der künftigen KI-Wertschöpfung gerade verteilt, denn wer heute nicht investiere, könne morgen strukturell ins Hintertreffen geraten.

Alphabet hat aufgeholt und Microsoft als KI-Vorreiter
Bei den großen Playern des Tech-Sektors hebt Tönnes die Aspekte Robustheit und Finanzierungskraft hervor. Als Beispiel nennt er Microsoft. Das Unternehmen, dessen Börsenkurs seit einigen Monaten enttäusche, gelte als KI-Vorreiter. Microsoft könne seine Investitionen aus dem operativen Cashflow stemmen und verbinde Stabilität mit Wachstum. Konkurrent Alphabet habe im KI-Wettbewerb spürbar aufgeholt; höhere Investitionen bei der Google-Mutter wertet Tönnes als strategische Notwendigkeit, nicht als Warnsignal. Bei Nvidia sieht er eine besonders spannende und aussichtsreiche Entwicklung hin zu einem infrastrukturbasierten, stärker verstetigten Erlösmodell und weg vom reinen Chip-Zyklus.

Volatilität bei Tech stärker
Die größten kurzfristigen Risiken verortet Tönnes weniger im Geschäftsmodell der Tech-Konzerne als in der Politik. Unberechenbare Entscheidungen, etwa mit Blick auf geopolitische Eskalationen, könnten jederzeit zu Marktschocks führen. Gleichwohl gelte: Selbst in Stressphasen werde ein struktureller Technologietrend nicht abgewählt. Tech-Aktien seien volatil; Rückgänge von 20 Prozent seien im Sektor nicht ungewöhnlich. (de)

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