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Anstieg der Credit-Spreads bietet Kaufgelegenheiten

Die vergangenen Monate sind gerade im Credit-Bereich von erheblichen Spreadausweitungen geprägt gewesen. Jens Franck, Portfoliomanager der Nordix AG, die insgesamt 400 Millionen Euro verwaltet, sieht darin eine Kaufgelegenheit.

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Jens Franck, Portfoliomanager der Nordix AG, freut sich über mehr negative Basis-Trades.
© Nordix AG

Zum einen ist diese Ausweitung der Credit-Spreads den Aussichten auf eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik geschuldet, zum anderen haben die nachgebenden Aktienkurse und die höhere Volatilität ebenfalls ihren Beitrag zum starken Anstieg der Kreditrisikoprämien geleistet. 

Wachstumsabschwächung bedeutet noch lange keine Rezession
"Die geringere Dynamik der Wirtschaft wird mit negativen Wachstumsraten oder gar einer Rezession verwechselt", sagte Jens Franck in einem kürzlich stattgefundenen Gespräch mit Bloomberg. Aus seiner Sicht ist das makroökonomische Umfeld nach wie vor verhalten positiv. Die Wachstumsraten werden seiner Einschätzung nach im laufenden Jahr geringer ausfallen, ohne dass sich eine Rezession abzeichnet.  

Notenbanken haben mit ihrer Geldpolitik das Ende des Kreditzyklus nicht eingeleitet
Auch wenn die Federal Reserve seit Ende 2015 kontinuierlich an der Leitzinsschraube gedreht und das Tempo 2018 noch einmal beschleunigt hat, könne man nicht von einem Ende des Kreditzyklus sprechen. Per Saldo seien die Notenbanksätze insgesamt im historischen Vergleich sehr niedrig, so Franck. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell nach der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses im Dezember oder auf der Jahrestagung der American Economic Association deuteten eine Änderung des geldpolitischen Kurses an. Dass eine stärkere Datenabhängigkeit der geldpolitischen Entscheidungen ein dovishes Zeichen sei, lässt Franck nicht gelten: "Das ist eine pragmatische Reaktion auf die wirtschaftliche Entwicklung in den USA, macht den künftigen geldpolitischen Kurs jedoch weniger gut prognostizierbar."

Risiken in Europa sind nicht ausgestanden
Einen Austritt der Briten aus der Europäischen Union ohne Vereinbarung hält der Fondsmanager trotz des innenpolitischen Drucks auf die May-Regierung für unwahrscheinlich. Sorgen bereiten ihm die Entwicklungen in Rom und abgemildert in Paris. Italien habe sich zwar für 2019 zu Haushaltsplanungen mit Brüssel verständigt. Franck zweifelt jedoch daran, ob die Planungsannahmen wie beispielsweise ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent eingehalten werden. Ausgestanden sind die Probleme nicht, darauf hat der Vizepräsident des EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, mit Blick auf 2020 hingewiesen. Und in Frankreich geht der Portfoliomanager von einem weiteren Entgegenkommen der Macron-Regierung gegenüber der protestierenden Bevölkerung aus. Das werde jedoch Geld kosten, so dass die Verschuldung Frankreichs am Markt zu einem Thema werden dürfte. Franck sieht ein begrenztes Potential für ein weiter zusammenlaufende Spreads bei OATs und BTPs gegen Bunds.

CDS-Prämien erstaunlich stabil, in der Kasse aber Druck auf Corporate Bonds
Mit Blick auf Francks Basisszenario einer Fortsetzung des moderaten Wirtschaftsaufschwungs, gepaart mit wenig Gegenwind von den Notenbanken, steht er Credits positiv gegenüber. "Der Druck auf die Kurse der Unternehmensanleihen kam vor allem von der Kasse, während die Prämien für Credit Default Swaps vergleichsweise relativ stabil geblieben sind", sagt der Portfoliomanager.

Negative Basis hat sich vergrößert
Dies lasse sich gut an der sich ausweitenden negativen Basis, also Fällen, wo die Bond-Prämie höher als die CDs-Prämie ausfällt, ablesen. Seiner Ansicht nach sind die Credit-Spreads zu weit gelaufen. "Allerdings tun sich Investoren mit langen Verpflichtungen wie die Assekuranz oder Pensionskassen zurzeit noch schwer, die sich aufgrund der Spreadausweitungen bietenden Gelegenheiten zu nutzen", stellt Franck fest. (kb)

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