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Angriffe am Schwarzen Meer und Wetterphänomene treiben Agrarpreise

Neue Angriffe auf Schiffe und Häfen beeinträchtigen die Getreideexporte aus Russland und der Ukraine. Hitzewellen, höhere Energiekosten und El Niño verstärken den Preisdruck: Der Bloomberg Agriculture Spot Index erreichte zuletzt den höchsten Stand seit drei Jahren.

Weizen und andere Soft Commodities steigen wegen Krieg und Wetterphänomenen an den Future-Märkten.
Weizen und andere Soft Commodities steigen wegen Krieg und Wetterphänomenen an den Future-Märkten.© anzhelika / stock.adobe.com/KI-generiert

ECKPUNKTE:

  • Chicagoer Weizen steuert im Juli auf ein Plus von 14 Prozent zu
  • Der Bloomberg Agriculture Spot Index erreichte den höchsten Stand seit Juli 2023
  • Krieg, Hitze und höhere Energiekosten erhöhen die Risiken für die Nahrungsmittelinflation

Die zunehmenden Angriffe Russlands und der Ukraine auf Schiffe, Häfen und andere Infrastruktur im Schwarzen Meer belasten die Exportaussichten zweier wichtiger Getreidelieferanten. Die Weizenfutures in Chicago legten am Mittwoch zeitweise um 1,5 Prozent zu, wie Bloomberg berichtet.


Quelle: Bloomberg; Stand: 29.7.2026


Das Beratungsunternehmen SovEcon senkte seine Prognose für die russischen Weizenexporte in der laufenden Saison um rund vier Prozent. Als Grund nennt es unter anderem Einschränkungen der Schifffahrt im Asowschen Meer. Russische Behörden erwägen inzwischen, Getreidefrachter zum Schutz vor ukrainischen Drohnen mit Maschinengewehren und mobilen Raketenwerfern auszustatten. Gleichzeitig stehen ukrainische Schiffe, Häfen und Anlagen erneut unter russischem Beschuss.

Nach Einschätzung von Rabobank könnten zwischen Juli und September mehrere Millionen Tonnen weniger Getreide aus der Region ausgeführt werden. Betroffene Importeure müssten auf andere Lieferländer ausweichen, was insbesondere in der EU die Kassapreise erhöhen dürfte. Russland und die Ukraine stehen zusammen für mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte.

Der Preisdruck reicht jedoch über Weizen hinaus. Der Bloomberg Agriculture Spot Index, der zehn wichtige Agrarrohstoffe abbildet, erreichte bereits in der Vorwoche den höchsten Stand seit Juli 2023 und verzeichnete den siebten Wochenanstieg in Folge. Neben den Ausfällen am Schwarzen Meer treiben Hitzewellen in Europa und den USA die Notierungen. Besonders gefährdet ist die Maisernte in Frankreich.


Quelle: Bloomberg; Stand: 23.7.2026


Hinzu kommen die Folgen des Iran-Kriegs. Steigende Ölpreise erhöhen die Nachfrage nach Rohstoffen für Biokraftstoffe, darunter Mais und Pflanzenöle. Die Rückkehr von El Niño stützt zugleich die Preise für Kaffee und Kakao. Zwar sind die weltweiten Getreidevorräte nach guten Ernten der vergangenen Jahre weiterhin vergleichsweise hoch. Hält die Rally an, könnten sich jedoch Brot, Speiseöl, Fleisch und Milchprodukte verteuern. Chicagoer Weizen steuert nach einem jüngsten Zweijahreshoch auf ein Monatsplus von 14 Prozent zu – das stärkste seit Beginn der russischen Invasion 2022. (hw)

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