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Analyse: So geht es mit dem Goldpreis weiter

Der Preis des Edelmetalls hat noch Luft nach oben, meint Michael Blümke, Portfoliomanager bei Ethenea. Die derzeitige Rally ist allerdings kein Selbstläufer.

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© ktsdesign / stock.adobe.com

Der Goldpreis hat bereits ein Sechsjahreshoch erreicht und Experten zeigen sich optimistisch, dass die Rally noch nicht zu Ende ist – vorerst jedenfalls nicht: "Unserer Einschätzung nach wird der Goldpreis noch weiter klettern, etwa bis zu der Marke von 1.550 bis 1.600 US-Dollar pro Feinunze", sagt Michael Blümke, Portfoliomanager bei Ethenea. Voraussetzung für diese Entwicklung sei allerdings, dass die Renditen für US-Treasuries weiter sinken, Gold-ETFs weiterhin Zuflüsse verzeichnen und der US-Dollar stabil bleibt.

Blümke sieht Gold vor allem als Alternative zu Staatseinleihen. "Im Allgemeinen wird Gold als sicherer Hafen mit geringen, negativen jährlichen Kosten gesehen", erklärt Blümke. Seine Kalkulation: Obwohl Gold keinen Kupon hat, hat der größte Gold-ETF, der SPDR Gold Shares, eine Kostenquote von 40 Basispunkten. Wenn Anleger also eine Anlage in Gold, mit Kosten von 0,4 Prozent, mit der in zehnjährige Bundesanleihen vergleichen, bei Kosten von 0,55 Prozent, zeigt sich Gold als relativ attraktives Investment, wenn der US-Dollar stabil bleibt.

Viele Investoren waren unterinvestiert
Vor dem jüngsten scharfen Preisanstieg seien viele Investoren in ihrer Asset Allokation in Gold unterinvestiert gewesen. "Der Anstieg hat dann natürlich dazu geführt, dass auch andere Anleger wieder stärker über Gold nachgedacht haben", sagt Blümke. "Trotz der zuletzt starken Performance erwarten wir allerdings, dass sich der Goldpreis stabilisiert oder sogar sinkt, sollten die realen Renditen oder der US-Dollar steigen oder die Zuflüsse in ETFs sich umkehren."

Trotz der Beliebtheit von Gold als sicherer Hafen sollten Investoren andere Assets zur Stabilisierung nicht aus den Augen verlieren, meint Blümke: "Historisch gesehen werden US-Treasuries und der Dollar ebenfalls als sichere Anlagen gesehen. Sollte der Handels- und Währungskrieg eskalieren, dürften sich beide Vermögenswerte gut entwickeln. In einem solchen Szenario gehen wir davon aus, dass alle drei Anlagen – Gold, Dollar und US-Staatspapiere – parallel ansteigen." (fp) 

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