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Analyse DZ Bank: Fed hält Sicherheitsnetz straff gespannt

Die Fed ist von einer Strategieänderung laut DZ Bank noch weit entfernt, auch wenn bei den kommenden Treffen des FOMC die geldpolitische Ausrichtung weiter präzisiert werden soll. Eine "Yield Curve Control" wird demzufolge in den kommenden Monaten wohl nicht eingeführt.

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Fed-Chef Jerome Powell behält Kurs bei und hat auch die Auswirkungen von Covid im Auge.
© Tasos Katopodis / Bloomberg

Der geldpolitische Rat der US-Notenbank (FOMC) hat laut des Mittwochabend veröffentlichten Sitzungsprotokolls (Minutes) bei seiner jüngsten Zinssitzung über die Möglichkeit diskutiert, die Geldpolitik an konkrete wirtschaftspolitische Ziele, wie zum Beispiel die Arbeitslosenquote, zu binden.

Viel reden, wenig tun
Eine mögliche Strategie wäre es demnach, die Geldpolitik an bestimmten Zinssätzen auszurichten, also eine sogenannte „Yield Curve Control“ (YCC) einzuführen. Einige Ratsmitglieder wiederum präferierten, sich konkret dazu zu verpflichten, die Leitzinsen nahe null zu halten, auch wenn dies möglicherweise eine vorübergehende Überschreitung des längerfristigen Inflationsziels zur Folge haben könnte. "Diese Diskussionen zeigen" laut Einschätzung der Dz Bank, "dass die Fed von einer konkreten Strategieänderung noch weit entfernt ist, auch wenn bei den kommenden Treffen des FOMC die geldpolitische Ausrichtung weiter präzisiert werden soll."

Die DZ Analyseabteilung geht deshalb "nach wie vor nicht davon aus, dass eine „Yield Curve Control“ in den kommenden Monaten eingeführt wird, wenngleich die Notenbanker wohl dieses Konzept weiter analysieren werden. Da die fünfjährigen Renditen zuletzt ein Allzeittief erreicht haben und die Zehnjahresrenditen deutlich unter den Tiefständen der „großen Rezession“ von 2009 liegen, besteht ukeine Notwendigkeit, schnell die Strategie zu ändern. Auch mittelfristig dürfte die Fed keine YCC einführen, sollte ein möglicher Renditeanstieg unter Kontrolle bleiben. Insgesamt bestehen nach den Minutes jedoch keine Zweifel, dass die Nullzinspolitik nicht nur Quartale, sondern eher Jahre Bestand haben wird." 

Powell warnt vor Covid-Folgen
Auch die steigenden Covid-Zahlen hat Fed-Präsident Jerome Powell auf der Rechnung. Vor dem Hintergrund, dass die wirtschaftliche Erholung außerordentlich ungewiss sei, warnte Powell davor, die fiskal- und geldpolitischen Stimuli vorzeitig zu beenden. Zusammenfassend deuten die Minutes und die jüngste Rede des Fed-Vorsitzenden darauf hin, dass die Fed bis auf Weiteres an ihrer Nullzinspolitik festhalten werde. "Außerdem bestehen keine Zweifel, dass die Notenbank ihre geldpolitischen Unterstützungsmaßnahmen verstärken wird, sollte eine zweite Infektionswelle den momentan zu beobachtenden Aufschwung der Wirtschaftstätigkeit wieder abbremsen", so die DZ Bank. (hw)

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