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An Staatsunternehmen in Emerging Markets führt wohl kein Weg vorbei

Der Anteil solcher Unternehmen sei in diesen Ländern nämlich nach wie vor hoch und es sehe nicht so aus, als würde sich daran zeitnah etwas ändern. Insbesondere bei russischen und chinesischen Unternehmen seien Potenziale zu finden.

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„Jahr für Jahr werden Emerging Markets für die Weltwirtschaft wichtiger“, sagt Jeremy Cunningham (Bild), Fixed Income Investment Director bei Capital Group. „Wer von ihrem Wachstum profitieren will, kommt an Staatsunternehmen nicht vorbei und muss sich ihrer Chancen aber auch ihrer Risiken bewusst sein.“
© Capital Group

Unter Staatsunternehmen werden alle Firmen verstanden, an denen der Staat oder eine Gebietskörperschaft maßgeblich beteiligt ist. Zurzeit machen sie mehr als 14 Prozent des MSCI EM Index aus. Gegenüber den anderen Bestandteilen des Index war ihre Rendite in den vergangenen zehn Jahren jedoch um 3,1 Prozentpunkte niedriger. Das läge zum einen an Interessengegensätzen zwischen den Unternehmen selbst und ihren freien Aktionären, vor allem gegenüber ausländischen Minderheitsaktionären. Einige Staatsunternehmen verfolgten beispielsweise politische Ziele, wohingegen die reinen Gewinne manchmal weniger von Bedeutung seien. Außerdem würden sie häufiger unter schwächerer Corporate Governance und mangelnder Transparenz leiden. Das könne es Investoren erschweren, an fundierte Daten zu gelangen. In einer Zeit, in der Handelskonflikte und weltweite Instabilität das Anlegerverhalten beeinflussen, leiden Staatsunternehmen zusätzlich unter politischen Risiken. „Ihre engen staatlichen Bindungen machen sie zu dankbaren Angriffszielen, wenn Zölle und Sanktionen immer häufiger als politische Waffe dienen“, so Cunningham.

Staatliche Nähe bedeutet auch Schutz
Zeitgleich könne die Nähe zum Staat aber auch wirtschaftlichen Schutz bedeuten. Da sie von offizieller Seite gestützt würden, gälten sie mitunter auch als weniger riskant. Das habe sich besonders deutlich im vergangenen Jahr gezeigt. Während der MSCI EM Index 21 Prozent verloren habe, hätten Staatsunternehmen im Vergleich um fünf Prozentpunkte besser abgeschlossen. Darüber hinaus zeigten Unternehmen, an denen Staaten maßgeblich beteiligt sind, eine positive Dividendenentwicklung. Unter anderem hätten Russland und China ihre Staatsunternehmen gezwungen, einen Mindestanteil ihrer Gewinne als Dividenden auszuschütten.  

Staatsunternehmen unter der Lupe
Zusammengefasst böten sich immer Opportunitäten im Bereich der Staatsunternehmen, man brauche jedoch sorgfältige Fundamentalanalysen, um diese zu identifizieren – und auch der Sektor sei entscheidend. So seien in den Sektoren Immobilien und Industrie die Gewinne von Staatsunternehmen in den vergangenen zehn Jahren beispielsweise stärker gewachsen als in ihren privaten Pendants. Attraktive Opportunitäten sieht Cunningham etwa bei der Aktie des Shanghai International Airport. Das Unternehmen profitiere von der steigenden Nachfrage nach Passagierflügen in China und hätte im vergangenen Jahr ähnlich viele Passagiere befördert wie der Flughafen London Heathrow.

Auch der chinesische Immobilienentwickler China Overseas Land and Investment sei eine intensive Beschäftigung wert. Der Immobilienentwickler sei gut geführt, investiere mit Bedacht und habe durch die staatliche Beteiligung guten Zugriff auf Finanzierungen und interessante Grundstücke für Projektentwicklungen. Ebenfalls attraktiv sei die russische Großbank Sberbank of Russia. Sie verfüge über die am Markt führende Digitalplattform und habe hohe Cashflows erwirtschaftet, die umfangreiche und steigende Dividenden ermöglicht hätten. (kb)

 

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