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Amundi: Was von den asiatischen Finanzmärkten zu erwarten ist

Asien, vor allem China, wurde als erstes von der Pandemie heimgesucht, kann aber auch wieder als erstes mit Wirtschaftswachstum aufwarten. Ein hochrangiger Amundi-Stratege kommentiert das aktuelle Makro-Bild in Asien und erklärt, wo Übergewichtungen ratsam sind.

Vincent Mortier, Amundi Group Deputy CIO and Asia ex Japan supervisor
Vincent Mortier, Amundi Group
© Amundi

Die wirtschaftlichen Aussichten in der asiatischen Region sind laut Vincent Mortier, Amundi Group Deputy CIO and Asia ex Japan supervisor, uneinheitlich, da sich einzelne Länder unterschiedlich schnell erholen. Abweichungen sind sowohl im Verlauf der Pandemie als auch in den politischen Gegenmaßnahmen zu erkennen. China hat sich im 2. Quartal 2020 deutlich erholt, die Wirtschaft ist real um 3,2 Prozent (1. Quartal: -6,8%) gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

In den anderen asiatischen Ländern zeigt sich seit Mai, als die wesentlichsten Lockdown-Beschränkungen ganz oder teilweise aufgehoben wurden, ein schrittweiser Aufschwung. Vorläufige Daten vom Juni deuten auf ein Ende der Rezession im 2. Quartal und steigende Auslandsnachfrage hin.

Beziehungen zwischen den USA und China
In seinem Basisszenario geht Mortier davon aus, dass das Handelsabkommen bis auf Weiteres bestehen bleibt. Allerdings erreichen Investoren fast jeden Tag Nachrichten über eine weitere Eskalation, weshalb Amundi auch weiterhin von schwierigen Beziehungen zwischen China und den USA ausgeht. "Trotz hoher politischer Unsicherheit erwarten wir aber, dass US-Sanktionen und entsprechende chinesische Gegenmaßnahmen auch in Zukunft eher punktuell sein werden. Jedoch wären die Folgen einer Destabilisierung des globalen Finanzsystems so gravierend, dass die beiden Großmächte vor allzu massiven Maßnahmen zurückschrecken dürften."

Positives Bild bei Aktien
Konsum und Industrieproduktion in Asien zeigen Anzeichen einer Erholung. Auch Mobilitäts- und Hochfrequenzdaten deuten auf eine – wenn auch uneinheitliche – Erholung der Konjunktur hin. Asiatische Unternehmen haben im Vergleich zu Wettbewerbern in anderen Teilen der Welt daher einen Vorteil. Mortier bevorzugt China, sieht jedoch auch einzelne andere Länder mit robuster Binnennachfrage und erfolgreichen Strukturreformen positiv.

In den in der Association of Southeast Asian Nations zusammengeschlossenen Ländern sieht Mortier Potenzial bei bestimmten Banken und Basiskonsumgütern, insbesondere in Singapur, Indonesien und Thailand.

Anleihen und Währungen
Mortier erwartet weiterhin starke technische Unterstützung für asiatische Anleihen, wobei er Länder mit attraktiven positiven Realrenditen sowie unabhängigen Zentralbanken und Regierungen bevorzugt. Die Devisenmärkte der Schwellenländer betrachtet er allgemein vorsichtig, asiatische Währungen haben sich allerdings seit Jahresbeginn dank steigender Reserven und stabilerer Rohstoffpreise gegenüber anderen gut entwickelt. Außerdem beobachten die asiatischen Zentralbanken die Devisenmärkte weiterhin genau.

"Wir erwarten, dass sich daran nichts ändern wird, was die asiatischen Währungen weiterhin unterstützen wird", erklärt Mortier abschließend. (aa)

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