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Amundi: Was passiert eigentlich nach dem Brexit Ende Januar?

Wenn Großbritannien am Freitag die EU verlässt, gehen die Verhandlungen erst richtig los, sagt Amundi-Chefstratege Pascal Blanqué. Er sieht mehrere mögliche Szenarien, hält das schlimmste davon aber für unwahrscheinlich.

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© fotogestoeber / stock.adobe.com

Am Freitag (31. Januar) ist es aller Voraussicht nach soweit: Großbritannien verlässt nach langem, zähem Ringen die Europäische Union. Das Vereinigte Königreich tritt dann in eine Übergangsphase ein, erklärt Pascal Blanqué, Chefanlagestratege bei Amundi. In dieser Phase wird es seinen Zugang zum EU-Binnenmarkt zunächst behalten und versuchen, einen neuen Handelsrahmen mit der EU zu beschließen.

Die Übergangsfrist für die darauf basierenden Gespräche läuft bis Dezember 2020, könnte aber bis Dezember 2022 verlängert werden, wenn die EU und Großbritannien einer solchen Verlängerung zustimmen. Das allerdings müsste vor dem 1. Juli 2020 geschehen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat deutlichgemacht, dass er die Übergangsfrist nicht über Dezember dieses Jahres hinaus verlängern will. Das verstärkt das Risiko eines weiteren Brexit-Schocks an den Märkten, sagt Blanqué – falls es Großbritannien und der EU bis Ende 2020 nicht gelungen sein sollte, ein Handelsabkommen zu unterzeichnen, und mithin doch noch ein "harter Brexit" droht.

Größter Unsicherheitsfaktor sitzt in der Downing Street
Elf Monate sind eine sehr sportliche Zeitspanne für ein umfassendes Handelsabkommen. Irgendeinen Deal wird es aber voraussichtlich geben, schätzt der Amundi-Experte. "Wir erwarten zwar angespannte Verhandlungen, aber keinen 'No-Deal-Crash' nach der Übergangsperiode im Dezember 2020", sagt er.

Johnsons Weigerung, einer Fristverlängerung zuzustimmen, betrachtet Blanqué in erster Linie als rhetorisches Getöse im Nachgang der Unterhauswahl.

Möglich, dass der britische Premier einen Rückzieher macht und eine Verlängerung der Übergangszeit doch zustimmt, sagt Blanqué. Möglich auch, dass es erst einmal ein temporäres Freihandelsabkommen nur für Waren geben wird, wobei es dafür keine historischen Präzedenzfälle gibt. So oder so könnte die Aufregung rund um den Brexit in den kommenden Monaten noch einmal steigen, bis sich die Lage dann wieder beruhigt. (fp)


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