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Amundi: Viele Bewertungen haben Boden der Tatsachen verlassen

Im Großen und Ganzen läuft es an den Aktienmärkten gut. Ein genauerer Blick zeigt aber, dass die Risiken in einzelnen Marktsegmenten in den vergangenen Monaten stark zugenommen haben, warnt Amundi-Experte Matteo Germano.

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© Aamon / stock.adobe.com

An der Börse zeigt sich dieser Tage ein gemischtes Bild, urteilt Matteo Germano, Leiter der Multi-Asset-Sparte bei Amundi. Einerseits haben sich fast alle Anlageklassen seit Jahresbeginn gut entwickelt, bei niedrigen Schwankungen. Andererseits haben die Bewertungen in einigen Marktbereichen mittlerweile den Boden der Tatsachen verlassen. "Bei Risikoanlagen wächst die Verlustgefahr, sodass wir seit März vorsichtiger agieren", sagt Germano.

Investoren haben eine Menge guter Nachrichten bereits eingepreist. "Um vom aktuellen Niveau aus weitere Höhenflüge zu starten, müsste sich das konjunkturelle Umfeld verbessern", erklärt der Amundi-Mann. Bloß: Die Konjunkturindikatoren zeigen eher in die andere Richtung. Ökonomen weisen auf Abwärtsrisiken hin und gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum in der kommenden Zeit abschwächt. Nur die weiterhin expansive Geldpolitik der großen Notenbanken dürfte die Weltwirtschaft vor einer Rezession bewahren.

Risiken reduzieren
Anleger könnten sich sukzessive aus Aktien zurückziehen, sagt Germano. "Aus unserer Sicht ist deshalb eine taktische Risikominderung und -verschiebung sinnvoll." Vor allem bei Aktien aus Europa und den USA rät der Anlageprofi zur Vorsicht. Diese sind längst nicht mehr so attraktiv bewertet wie zu Jahresbeginn, und die Ertragsprognosen enttäuschten zuletzt oft. "In Europa kommen politische Unsicherheiten hinzu", sagt Germano. Die US-Wirtschaft wiederum leidet unter einer schwächeren Wachstumsdynamik und der anhaltenden Haushaltsdebatte.

Chancen sieht der Amundi-Mann jetzt insbesondere in den Schwellenländern, allen voran China. "Die Unternehmen entwickeln sich positiv, was sich in den Fundamentaldaten widerspiegelt, aber die Bewertungen sind noch fair", erklärt er. Auf der Währungsseite favorisiert er derzeit unter anderem die indonesische Rupie, weil sie günstig bewertet ist und nicht so anfällig gegenüber externen Schocks. (fp/aa)

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