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Amundi über die Sinnhaftigkeit von Social Bonds

Elodie Laugel, Chief Responsible Investment Officer bei Amundi, erläutert, warum es für langfristig denkende, institutionelle ESG-Anleger wichtig werden könnte, nicht nur in Klimaschutz, sondern in Social Bonds zu investieren.

Elodie Laugel, Amundi
Elodie Laugel, Amundi
© Amundi

Institutionelle Investoren können mit den ihnen anvertrauten Geldern viel Gutes bewirken. Das gilt gerade in Pandemiezeiten. „Die soziale Ungleichheit hat sich durch die Corona-Krise weltweit noch verstärkt. In den drei großen Bereichen Bildung, Einkommen und Gesundheit verschärft sich die Lage immer mehr. Weitere 71 Millionen Menschen könnten 2020 zusätzlich in extreme Armut gedrängt werden" hält Elodie Laugel, Chief Responsible Investment Officer bei Amundi, fest.


Mit dem Beitritt zum United Nations Global Compact (UNGC)  hebt Institutional Money den Money for Change (M4C)-Award aus der Taufe.

Die hochkarätig besetzte Jury, bestehend aus Vertretern von UNGC, Ban Ki-moon Centre, Impact Hub Vienna, Toniic, PRI und den Partnerinitiatoren Mercer sowie Institutional Money suchen Asset Owner, Corporates, Enterpreneurs und Kooperationen, die im Bereich Impact-Ökonomie herausragendes leisten. Die Gewinner des-, und Teilnehmer am Award erhalten die einmalige Möglichkeit ihre Impact-Aktivitäten vor einem breiten Publikum an potentiellen Investoren, Partnern oder Kunden bekannt zu machen.

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Systemische Risiken
Neben dem menschlichen Aspekt habe diese Ungleichheit aber auch mikro- und makroökonomische Auswirkungen. Einkommensungleichheiten führen zu sozioökonomischen Ungleichgewichten innerhalb der Länder, die eine Bedrohung der Finanzstabilität und eine gesellschaftliche Destabilisierung mit sich bringen können.

Moody’s schätzt, dass deshalb von der Gesamtverschuldung weltweit immerhin acht Billionen US-Dollar auf soziale Investitionen fallen – viermal mehr als gegen die Risiken des Klimawandels. "Der Finanzierungsbedarf ist also enorm und wächst aufgrund der Coronakrise massiv; ein guter Zeitpunkt, um als privater Investor einzusteigen und sich aktiv damit auseinanderzusetzen, wie Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftsmodelle zur Linderung sozialer Not beitragen können", erklärt Laugel.

Während die meisten Anleger die klimabedingten Risiken und Chancen schon längere Zeit im Blick haben, ist die Aufmerksamkeit für soziale Investments noch gering. "Die Integration der sozialen zweiten Säule in der Abkürzung ESG halte ich für sinnvoll, auch unter Diversifizierungsaspekten", betont Laugel und verweist auf Social Bonds.

Social Bonds boomen
Soziale Anleihen zielen darauf ab, bestimmte soziale Probleme abzuschwächen und nachweisbare Ergebnisse zu erzielen. Wie bei grünen Anleihen auch entspricht das Risiko-Rendite-Profil demjenigen klassischer Anleihen. Ein Vorteil ist: Im Gegensatz zu anderen Anleihen gibt es bei sozialen Projekten die Möglichkeit einer soliden Dialogplattform zwischen Unternehmensemittent und Anleger.

Der Bedarf und damit der Markt für Social Bonds boomen. Von den 1,28 Billionen US-Dollar, die 2020 in nachhaltige festverzinsliche Wertpapiere fließen, sind 14 Prozent, also 180 Milliarden, als sozial eingestuft. Europa liegt hier klar vorn, mit mehr als 45 Prozent der Neuemissionen in diesem Jahr. Beeindruckend ist auch die Steigerungsrate: Die Neuemissionen von Sozialanleihen liegen 2020 achtmal so hoch wie im letzten Jahr.

EU-Green-Bond-Standard wird sozial
Der neue Vorschlag für den EU-Green-Bond-Standard enthält nun auch eine soziale Dimension. Und die 2017 veröffentlichten Richtlinien für die Emission von sozialen Anleihen der International Capital Market Association (ICMA) wurde im Juni 2020 nochmal konkretisiert. Gemäß der Social Bond Principles, (SBP) werden Anleihen dann als sozial zertifiziert, wenn folgende Kriterien gewährleistet sind:

-       Die Erträge müssen zur Finanzierung sozialer Projekte verwendet werden

-       Das Verfahren zur Bewertung und Auswahl der Projekte muss klar und Investoren zugänglich sein

-       Diese Prozesse müssen nachvollziehbar sein

-       Die Emittenten müssen den Anlegern in einem Jahresbericht die Verwendung der Erträge darlegen

Außerdem definieren die SBP Kategorien förderungswürdige Sozialprojekte, zum Beispiel Basisinfrastruktur, Zugang zu grundlegenden Leistungen wie Bildung oder Gesundheit, Ernährungssicherheit oder Schaffung von Arbeitsplätzen, und legen die relevanten Zielgruppen fest, etwa Migranten, Arbeitslose, geschlechtsspezifische Minderheiten und andere, um den Emittenten eine gewisse Orientierungshilfe zu geben.

Auch die EU hat am 20. Oktober ihre erste Sozialanleihe mit einem Volumen von 17 Milliarden Euro begeben. Das Interesse der Anleger war groß; die Anleihe 13fach überzeichnet.

"Das Thema nimmt also deutlich an Fahrt auf. Corona war sicherlich ein Auslöser für den enormen Schub an sozialen Anleiheemissionen. Der Markt wird aber in jedem Fall weiter deutlich wachsen, denn der Finanzierungsbedarf, um die Not in der Welt zu lindern, steigt", erklärt Laugel abschließend. (aa)

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