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Amundi: Mehr Wachstumsquellen als je zuvor

Der Asset Manager zeigt sich trotz Sorgen um Handelskriegen und politischen Unwägbarkeiten relativ optimistisch, da die Industrienationen aus Amundi-Sicht weiterhin von einer starken Inlandsnachfrage gestützt werden und auch von den Emerging Markets Impulse kommen sollten.

wirtschaftswachstum
Laut Amundi ziehen mehrere positive Faktoren das Wirtschaftswachstum auch weiterhin nach oben.
© Sikov / stock.adobe.com

Auch wenn sich der Protektionismus einzelner Länder verstärkt, ist das laut Philippe Ithurbide, Global Head of Research bei Amundi noch kein Grund für Investoren, in Pessimismus zu versinken: „Bei allen verunsichernden Nachrichten sollten wir nicht vergessen, dass die Weltwirtschaft widerstandsfähig ist". Laut Ithurbide gibt es dafür vor allem  zwei wichtige Gründe: "Die Industrienationen werden weiterhin von einer starken Inlandsnachfrage gestützt, die sich auch weiter positiv auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkt. Die Wachstumsdaten des ersten Quartals 2019 belegen das deutlich: In den USA, der Eurozone und Japan waren sie durchweg besser als erwartet (3,2, 1,6 bzw. 2,1 Prozent Wachstum pro Jahr). Außerdem ist ein Wachstum der Schwellenländer auch zukünftig sehr wahrscheinlich. Zwar haben sie zurzeit mit einem schwächeren Außenhandel zu kämpfen, aber das ist kein Vergleich zu den Einflüssen, denen sie im vergangenen Jahr durch den Anstieg der US-Zinsen oder die Dollaraufwertung ausgesetzt waren."

Weltwirtschaft wächst langsamer – Zentralbanken stehen bereit
Laut Ithurbide gelten diese Faktoren, obwohl der globale Fertigungssektor leidet, besonders in den Ländern, die am stärksten Welthandel treiben. "Darum gehen wir davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr langsamer wächst. Für das laufende Jahr erwarten wir mit 3,3 Prozent ein um rund ein halbes Prozent geringeres globales Wachstum als 2018."

Angesichts dieser Risiken und ohne nennenswerte Inflation ist die Wahrscheinlichkeit laut Ithurbide groß, dass die Zentralbanken ihre lockere Geldpolitik beibehalten. Damit bleiben auch die Zinsen für Regierungen und Unternehmen niedrig und ihre Schuldenlast begrenzt. Von Seiten der Fed hörte man bereits, dass nur die bloße Enttäuschung über die Inflationsrate beziehungsweise die Inflationserwartungen ausreichen könnte, um die US-amerikanischen Leitzinsen erneut zu senken – sogar ohne eine Rezession.

Auch die Europäische Zentralbank "wird sicherlich nicht zögern, die restlichen ihr zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen, falls sie es für nötig hält. Zu guter Letzt werden Regierungen ebenfalls aktiv werden, sollte ihr jeweiliges Bruttoinlandsprodukt weniger stark wachsen als bisher. Schon heute beobachten wir einen nachlassenden Widerstand, wenn es darum geht, einem schwachen Zinsumfeld konjunkturdämpfende fiskalpolitische Maßnahmen entgegenzusetzen", erklärt Ithurbide.

Langfristig größere Vielfalt globaler Wachstumsquellen
Investoren sollten ihre Einschätzung der Märkte gemäß Ithurbide "aber nicht nur von solchen kurzfristigen Aspekten abhängig machen. Langfristig betrachtet wird die Welt von morgen sogar von mehr Wachstumsquellen profitieren als bisher. Wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsmacht global weiter von West nach Ost verlagert. Wenn sich aufgrund von zunehmendem Protektionismus die Wertschöpfungsketten weltweit de-globalisieren, das heißt sich wieder mehr auf ihre einzelnen Regionen und Länder konzentrieren, liegen darin auch Chancen für Investoren: In Zukunft können sie stärker von Wirtschaftszyklen profitieren, die sich unterschiedlich entwickeln und damit weniger voneinander abhängig sind.“ (hw)

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