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Alternative UCITS-Fonds lösen ihr Diversifikationsversprechen ein

Während der Marktturbulenzen konnten in Europa domizilierte alternative UCITS-Fonds einen echten Mehrwert in Bezug auf die Risikostreuung im Gesamtportfolio bieten. Zu dieser Einschätzung kommen zwei Analysten von Lyxor Asset Management.

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Riskostreuung durch Diversifikation hat funktioniert.
© Fotolia

"Insgesamt war die Performance der Alternative UCITS in diesem Jahr bislang positiv", berichtet Bernadette Busquere Arnal, die europäische Leiterin der Hedge-Fonds-Analyse bei Lyxor Asset Management in einer aktuellen Analyse. Die Fonds hätten sich als widerstandsfähig erwiesen und seien in der Lage gewesen, sich an die rasch ändernden Marktbedingungen anzupassen. "Während des heftigen Abverkaufs an den Aktienmärkten, der im Februar begann, konnten viele Manager von Alternative UCITS das Anlagekapital durch effiziente Leerverkäufe, Relative-Value-Trades und Absicherungen schützen", erklärt Arnal.

Vor diesem Hintergrund habe der HFRI Liquid Alternative UCITS Index beispielsweise im ersten Quartal dieses Jahres nur um 7,49 Prozent nachgegeben, während der MSCI World Index im gleichen Zeitraum fast drei Mal so stark, nämlich um 20,49 Prozent gefallen sei. Insgesamt hätten sich die Alternative UCITS in der Folgezeit ähnlich schnell erholt wie die globale Hedge-Fonds-Branche. Bis Ende Mai 2020 sei der HFRX Global Hedge Fund Index bereits wieder auf den Stand vom September des vergangenen Jahres gestiegen.

Risikomodelle erweisen sich in Krisenzeiten als hilfreich
Die meisten Strategien hätten es also geschafft, die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Besonders gut abgeschnitten haben laut Benzaken dabei im Schnitt Commodity Trading Advisors (CTAs), Long-Short-Aktienfonds – einschließlich marktneutraler Strategien –, Merger Arbitrage-Ansätze, diskretionäre Aktienstrategien, Anleihen und Relative Value-Strategien. Als hilfreich habe sich dabei erwiesen, dass die Risikomodelle einiger Fonds die Manager vorher gewarnt hätten.

"Viele systematische Aktienfonds hatten ihr Risiko bereits vor der Krise reduziert, da die steigende Marktvolatilität von Anfang bis Mitte Februar sie veranlasste, ihre Positionen abzubauen", erklärt dazu Nathanael Benzaken, Chief Client Officer bei Lyxor Asset Management. Allerdings hätten während des coronabedingten Abverkaufs Global-Makro- sowie Volatilitäts- und Risikoprämienstrategien weniger gut abgeschnitten. Weil sich zudem hinter Durchschnittswerten eine breite Streuung innerhalb einzelner Teilstrategien verberge, komme es letztlich auf die Auswahl der Manager an. Diese seien in der Lage, besondere Entwicklungen an den Märkten zu erkennen.

Unerwartet aufschlussreiche Korrelationen
Bemerkenswert ist laut Arnal etwa die Korrelation zwischen dem Grad des Lockdowns einzelner Länder und der Performance der jeweiligen Aktienmärkte. "Es scheint so zu sein, dass die Länder, die früher und stärker reagiert haben wie beispielsweise Spanien und Italien, auch stärker unter der Aktienperformance litten. Andere Länder, darunter Südkorea, Japan und Dänemark, ergriffen andere Maßnahmen wie zum Beispiel eine effiziente Kontaktverfolgung und verzeichneten bisher relativ bessere Aktienrenditen." Zudem habe es eine Korrelation zwischen dem Schärfegrad der Anti-Corona-Maßnahmen und der Neigung der Zinskurve gegeben. "An den Märkten für Staatsanleihen haben die Länder mit strengen Maßnahmen einen deutlichen Anstieg der Zinskurve erfahren – ausgedrückt als Differenz zwischen den Renditen zehnjähriger und zweijähriger Staatsanleihen", so Arnal. "Dies spiegelt das größere wahrgenommene Ausfallrisiko wider."

Benzaken sieht auch im derzeitigen Marktumfeld interessante Chancen für Alternative UCITS: "Während die Risiken und Unsicherheiten nach wie vor hoch sind, hat die Covid-19-Krise große Verwerfungen ausgelöst, die von Hedge-Fonds-Managern genutzt werden können. Speziell die große Streuung von Renditen und Marktbewertungen schafft viele Gelegenheiten für Relative-Value-Trades, die Hedge-Fonds-Manager am besten ausführen können." Gerade im aktuellen Kontext hält er eine Berücksichtigung von Liquid Alternatives bei der Portfolioallokation für sinnvoll. Angesichts der Tatsache, dass sich die wichtigsten Indizes entgegen aller Widerstände wieder in der Nähe der Vorkrisenniveaus befänden, biete eine zusätzliche Portfolio-Diversifizierung einen echten Mehrwert.

Diversifizierung nicht nur im Portfolio, auch beim Kundenstamm
Aber nicht nur deswegen rechnet Benzaken damit, dass sich das Wachstum auf dem Markt für Alternative UCITS fortsetzen wird. Ein zunehmender Teil der weltgrößten Hedge-Fonds wolle den Kundenstamm von Nordamerika nach Europa, Asien und Lateinamerika diversifizieren. Alternative UCITS, bei denen Hedgefonds-Strategien nach den europäischen UCITS-Regeln verwaltet werden, hätten in den vergangenen Jahren auch in diesen beiden anderen Regionen eine starke Zugkraft erfahren. Unterstützt werde das Marktwachstum von der Nachfrage von Privatbanken, Vermögensverwaltern, Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, werde Lyxor seine Plattform selektiv durch die Aufnahme neuer Manager erweitern. (hh)

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