Alternative Living: Transaktionsvolumen steigt um 74 Prozent
Alternative Wohnformen ziehen zunehmend Kapital an. Laut Colliers erreichte das Transaktionsvolumen in Deutschland 2025 1,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig bleibt der Neubau deutlich hinter dem Bedarf zurück.

Eckpunkte:
- Deutschland-Strategien zielen auf rund 4,5 Milliarden Euro Kapital
- Das Angebot an Alternative-Living-Einheiten bleibt knapp
- Studentenwohnen prägt den Investmentmarkt
Alternative Wohnformen gewinnen am deutschen Immobilieninvestmentmarkt an Bedeutung. Das Transaktionsvolumen im sogenannten Alternative-Living-Segment stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 74 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das geht aus einer Analyse von Colliers zum deutschen Markt hervor.
Unter Alternative Living fasst der Immobilienberater unterschiedliche Wohnformen wie Studentenwohnen beziehungsweise Purpose-Built Student Accommodation (PBSA), Mikrowohnen, Co-Living und Seniorenwohnen sowie Serviced Apartments und Aparthotels zusammen.
"Alternative Living hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Die Analyse zeigt, dass Wohnkonzepte für unterschiedliche Lebensphasen und Mobilitätsanforderungen zunehmend gefragt sind", sagt Felix von Saucken, CEO von Colliers Deutschland.
Milliarden für Alternative Living
Das Interesse von Investoren konzentriert sich insbesondere auf Studentenwohnen und Serviced Apartments. Im Fünfjahresschnitt entfielen rund 43 Prozent des Transaktionsvolumens im Alternative-Living-Segment auf Studentenwohnen beziehungsweise PBSA.
Fonds, Plattformen und Investmentstrategien für Alternative Living in Europa zielen Colliers zufolge auf ein Kapitalvolumen von mindestens zwölf Milliarden Euro. Rund 4,5 Milliarden Euro davon entfallen allein auf Strategien mit Deutschland-Fokus.
Dem Investoreninteresse steht allerdings ein begrenztes Angebot gegenüber. Pro Jahr entstehen laut Colliers lediglich 11.000 bis 15.000 Alternative-Living-Einheiten. Das entspricht nur vier bis fünf Prozent der gesamten Wohnungsfertigstellungen. Finanzierungskosten, regulatorische Unsicherheit und die geringe Neubauaktivität bremsen neue Projekte.
Demografie stützt die Nachfrage
Auf der Nachfrageseite sieht Colliers strukturelle Treiber. Die Zahl der Einpersonenhaushalte in den sieben größten deutschen Städten soll bis 2040 um rund 171.000 beziehungsweise 5,6 Prozent steigen. Hinzu kommen rund drei Millionen Studierende und mehr als 2,7 Millionen mobile Beschäftigte.
Auch die Alterung der Bevölkerung erhöht den Bedarf an spezialisierten Wohnformen. Bis 2040 soll die Zahl der Menschen über 65 Jahre um rund 3,4 Millionen beziehungsweise 18 Prozent zunehmen, die der 75- bis 85-Jährigen sogar um 45 Prozent.
Betreiber wird zum Investmentfaktor
Für Investoren gewinnt laut Colliers neben der Immobilie auch die Qualität des Betriebs an Bedeutung. "Bei Alternative Living entscheidet nicht allein die Qualität der Immobilie über den Erfolg eines Investments", sagt von Saucken. Mindestens ebenso wichtig sei ein Betreiber, der das Konzept langfristig am Markt etablieren könne. "Deshalb schauen Investoren heute sehr genau darauf, wer ein Objekt betreibt und wie belastbar das Geschäftsmodell ist." (dv)
Eine Story zum Thema "Alternative Living" gab es in der Printausgabe 4/2025. Nachzulesen HIER.

