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Allianz und Telefónica bauen Infrastruktur in Deutschland aus

Die Allianz-Gruppe und der spanische Telekommunikationskonzern bilden ein Joint-Venture zum Glasfaserausbau in Deutschland. Über die nächsten fünf Jahre sollen insgesamt sechs Milliarden Euro investiert werden.

Günther Thallinger, Vorstandsmitglied bei Allianz SE
Günther Thallinger, Allianz SE
© Allianz SE

Infrastrukturinvestments werden für die richtig großen Institutionellen, wie beispielsweise die Allianz, immer wichtiger. Aus diesem Grund haben Allianz und Telefónica eine Vereinbarung über die Gründung eines Joint-Ventures zur Verlegung von Glasfaser ins Haus (Fibre-to-the-Home „FTTH“) in Deutschland getroffen. Darüber informiert die Allianz per Aussendung.

Das Joint-Venture beabsichtigt, bis zu fünf Milliarden Euro aus verschiedenen Finanzierungsquellen zu investieren: das von den Partnern bereitgestellte Eigenkapital, ein langfristiges nachrangiges Darlehen und eine Finanzierung durch Fremdkapital ohne Rückgriffsmöglichkeit auf die Gesellschafter.

Die Investitionen werden über die sechsjährige Bauphase verteilt, Telefónica wird bis zu 0,5 Milliarden Euro als Eigenkapital und die Allianz bis zu eine Milliarde Euro über verschiedene Instrumente investieren. Dies ermöglicht es Telefónica, ihr Know-how bestmöglich einzusetzen und gleichzeitig die finanziellen Prioritäten der Gruppe im Interesse aller Stakeholder über eine nicht konsolidierte Struktur umzusetzen, die keinen Rückgriff auf die Gesellschafter erlaubt.

Günther Thallinger, Mitglied des Vorstands der Allianz, sagt: „Die Allianz als Infrastrukturinvestor, ist sehr erfreut, ein Joint-Venture mit einem so erfahrenen Partner im Fibre-to-the-Home-Segment wie Telefónica einzugehen. Die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft sowie die steigende Datenmenge erfordern immer höhere Bandbreiten für Haushalte. Die Notwendigkeit eines schnellen Internetzugangs zeigt sich nicht zuletzt in der aktuellen Corona-Krise, in der Millionen von Menschen gezwungen sind, von zu Hause aus zu arbeiten bzw. zu lernen. Wir sind stolz darauf, in eine derart nachhaltige Infrastruktur zu investieren, von der wir überzeugt sind, dass sie auch unseren Versicherten attraktive Renditen sichern wird.“

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Fusionskontrollbehörden, der Abschluss wird für die erste Hälfte des Jahres 2021 erwartet.

Sinnvolle Aufteilung
Nach dem Abschluss werden die Allianz Gruppe und die Telefónica Gruppe jeweils 50 Prozent an dem Joint-Venture-Unternehmen im Rahmen eines Governance-Modells halten, das gemeinsame Kontrolle vorsieht. Allianz Capital Partners wird im Namen von Allianz Versicherungsgesellschaften ("Allianz") und des Allianz European Infrastructure Fund sich mit 50 Prozent an dem Joint Venture beteiligen. Die Beteiligung der Telefónica-Gruppe wird über Telefónica Infra (ihre Infrastruktureinheit) mit 40 Prozent und Telefónica Deutschland / O2 mit zehn Prozent gehalten werden.

Investment mit sozialem Nutzen
Das als neutraler unabhängiger Netzanbieter tätige Joint-Venture soll lokale Glasfasernetze in weniger gut versorgten ländlichen Gebieten in ganz Deutschland ausbauen und allen Anbietern von Telekommunikationsdienstleistungen einen entsprechenden Netzzugang anbieten, damit diese ihrerseits ihren Endkunden diese Angebote unterbreiten können.

Die Allianz, einer der weltweit führenden Versicherer und Investoren, bringt ihre Erfahrung aus mehreren Glasfaser-Investitionen, ihre Finanzkraft und Expertise sowie ihre starke lokale Präsenz ein. Diese Investition schließt sich dem Engagement der Allianz beim wichtigen Glasfaserausbau in Frankreich und Österreich an.

Telefónica bringt seine technischen Fähigkeiten und Know-how beim Aufbau und Betrieb von Glasfasernetzen ein. Telefónica Spanien wird während des gesamten Ausbaus sein Wissen in den Bereichen Netzdesign und Betrieb einfließen lassen. Darüber hinaus wird das Unternehmen von der Vertriebskraft der Telefónica Deutschland / O2 über verschiedene On- und Offline-Kanäle als ersten Anbieter profitieren.

Als unabhängige, offene FTTH-Plattform ist das neu gegründete Unternehmen laut Unternehmensangaben „einzigartig positioniert, um das enorme Potenzial des größten europäischen Breitbandmarktes zu erschließen und gleichzeitig zur sozialen, wirtschaftlichen und digitalen Entwicklung Deutschlands beizutragen“.

 Das neu gegründete Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, mehr als zwei Millionen Haushalte in ländlichen Gebieten mit seinem Glasfasernetz zu erreichen, welches sich über 50.000 km Länge erstrecken soll und einen energieeffizienten Betrieb des Netzes sicherstellen wird. (aa)

 

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