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Allianz mit 3,7 Milliarden Euro Rückstellung für Hedgefonds-Debakel

Die Allianz SE wird eine Belastung von 3,7 Milliarden Euro für die Implosion einiger ihrer Hedgefonds aufwenden und bringt damit etwas Klarheit in die monatelange Unsicherheit über die juristische Rechnung in dieser Angelegenheit.

Jacqueline Hunt
Sie hatte das Allianz Asset Management zu verantworten, als die Structured Alpha Hedgefonds in Schwierigkeiten gerieten: Jackie Hunt
© Sebastian Widmann / FONDS professionell

Die Rückstellung wird den Nettogewinn des letzten Jahres um 2,8 Milliarden Euro reduzieren, teilte die Allianz am späten Donnerstag in einer Erklärung mit. Während der Versicherer eine Einigung mit den Hauptinvestoren der Fonds in Bälde erwartet, gehen Gespräche mit anderen Klägern, dem US-Justizministerium und der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) weiter. Der Versicherer warnte, dass er die gesamten finanziellen Auswirkungen der Rechtsstreitigkeiten nicht zuverlässig abschätzen könne und mit zusätzlichen Aufwendungen rechne.

Allemal noch gut verdaulich
Der operative Gewinn der Allianz stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro, und das Unternehmen kündigte einen Plan zum Rückkauf von bis zu einer Milliarde Euro an eigenen Aktien an. Das Hedgefonds-Debakel überschattet die starke Erholung der
der Allianz nach den Auswirkungen der Pandemie, wobei höhere Preise und eine wirtschaftliche Erholung die Unternehmensgewinne angekurbelt haben. Vorstandschef Oliver Baete hob im Dezember die mittelfristigen Ziele des Versicherers an, um die Investoren davon zu überzeugen, dass das Unternehmen stark genug ist, die zusätzlichen Kosten zu tragen.
Allianz hatte zuvor keine Mittel für diese Angelegenheit zurückgestellt, weil man die Kosten nicht abschätzen konnte. Berenberg-Analysten sahen in einer Notiz vom 8. Februar 2022 mögliche Kosten von 5,8 Milliarden Euro, wie Bloomberg News berichtet.

Structured Alpha als Problembär
Im August warnte die Allianz, dass die Implosion der Hedgefonds die künftigen Erträge "erheblich beeinträchtigen" könnte, nachdem das US-Justizministerium eine Untersuchung des Fondsdebakels eingeleitet hatte. Die als Structured Alpha bekannte Anlagestrategie erlitt  Verluste während der Pandemie. Die Allianz sah sich damals bereits mit Klagen von Investoren konfrontiert, die Verluste in Höhe von etwa sechs Milliarden US-Dollar geltend machten sowie mit einer Untersuchung durch die SEC.

Neuaufstellung als Konsequenz
Die von der AGI-Einheit angebotenen Hedge-Fonds sollten Schutz vor einem Marktzusammenbruch bieten. Zwei der Structured Alpha-Fonds wurden Ende März 2020 aufgelöst, und die übrigen wickelte die Allianz inzwischen ab. Die Allianz ernannte ihren Lebensversicherungsvorstand Andreas Wimmer zum neuen Leiter des Asset Managements  nach dem Weggang von Jackie Hunt. Wimmer erklärte in einem Interview letzten Monat, dass der Versicherer plane, weiter in alternative Assetklassen vorzustoßen und seinen Fokus auf aktives Fondsmanagement trotz des Debakels fortsetzen möchte. (kb)

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