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Allianz Global Investors-Studie: Was Anleger und Konsumenten bewegt

Das Nachrichtengeschehen beeinflusst die Entscheidungen von Fondsinvestoren weit weniger als gedacht, zeigt eine Studie von Allianz Global Investors. Das Konsumentenvertrauen hingegen wird deutlich geprägt.

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© saknakorn / stock.adobe.com

"No news is good news", lautet ein bekannter Spruch. Für deutsche und US-amerikanische Investoren, die in Publikumsfonds anlegen, muss der Satz allerdings leicht abgewandelt werden, damit er zutrifft. Denn die lassen sich nicht von der Nachrichtenberichterstattung der Medien aus der Ruhe bringen.

Zu diesem Ergebnis kommt Hans-Jörg Naumer, Leiter der Abteilung Capital Markets & Thematic Research beim Vermögensverwalter Allianz Global Investors, in einer vor kurzem veröffentlichten Studie: "Fonds-Investoren scheinen nicht dort zu investieren, wo ihre Stimmung beziehungsweise wie die Nachrichtenlage ist." Konsumenten hingegen reagieren sehr wohl auf die aktuelle Berichterstattung, im guten wie im schlechten Sinne. Mithilfe von Mediadaten und der Analyse von Fondszu- und -abflussstatistiken in Deutschland und den USA hat Naumer das Anlageverhalten der Profi-Investoren und Konsumenten analysiert, in Relation zur allgemeinen medialen Berichterstattung.
 
Insgesamt wurden 424.164 Fernseh-Sendungen für die USA und 545.969 für Deutschland im Zeitraum von Januar 2002 bis Dezember 2018 ausgewertet und nach Tonalität sowie Thema kategorisiert. "Um die Nachrichtenlage präziser zu erfassen, wurde in einem nächsten Schritt ein Medien Sentiment Indikator (MSI) konstruiert. Dafür wurden für jeden Monat die negativen von den positiven Meldungen abgezogen und durch die Anzahl aller Nachrichten dividiert", erläutert Naumer.

Daraufhin hat Naumer den MSI in Zusammenhang mit den Zu- und Abflüssen deutscher und US-amerikanischer Fonds gesetzt. Ergebnis: "Während der MSI keinen Zusammenhang mit der aktiven Allokationsentscheidung aufweist, sind die Ergebnisse für das Konsumentenvertrauen des Folgemonats mit einem negativen Vorzeichen hoch signifikant. Bei schlechten Nachrichten fällt also das Vertrauen im Folgemonat“, schlussfolgert Naumer.
 
Der Inhalt zählt
Die Konsumenten scheinen dabei zwischen den Themen der Nachrichten zu unterscheiden. "Beispielsweise haben Nachrichten, die weder einen Bezug zur Wirtschaft noch zu den Unternehmen haben, keinen Einfluss auf das Konsumentenvertrauen. Das gilt auch für Meldungen über Terrorismus und rein innenpolitische Angelegenheiten", sagt Naumer.

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie: Anleger scheinen eher in risikoreichere Anlageklassen zu investieren, je niedriger die Geldmarktzinsen sind, wobei dies bei deutschen Anlegern, im Vergleich mit US-amerikanischen, weniger ausgeprägt ist. (fp)

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