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„Grüne Strafanleihen“: Wer ESG-Ziel verfehlt, muss mehr Zinsen zahlen

Eine neue Anleihen-Variante sorgt dafür, dass Emittenten höhere Zinskupons zahlen müssen, falls das Unternehmen gewisse Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllt oder Ziele nicht erreicht werden.

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© alexmillos / stock.adobe.com

Wahrscheinlich hat noch nicht jeder institutionelle Investor davon gehört: Seit kurzem gibt es Anleihen, deren Zinskupons von der Erreichung von ESG-Zielen abhängen. Darüber berichtet Shawn Keegan, Portfoliomanager für Credit beim Asset Manager AllianceBernstein (AB), auf einem Blog-Eintrag.

Alliance Bernstein ist am 13. Institutional Money Kongress 2020 vertreten, der von 25. bis 26. März 2020 im RheinMain Congress Center in Wiesbaden stattfindet. Informationen zu ABs Workshops und Gruppengespräch finden Sie durch Klicken auf die zwei Links.

Saubere Energie, weniger Zinsaufwand
Einer der Pioniere dieser Anleihenart ist der italienische Energieerzeuger Enel. Dieser gab im September vergangenen Jahres eine Anleihe heraus, deren Kupon sich um 0,25 Prozent erhöht, wenn Enel es nicht schafft, mehr als 55 Prozent seines Stroms sauber zu erzeugen. „Das neue Format ist aus zweierlei Gründen spannend“, sagt Keegan. Erstens stelle es die Nachhaltigkeitsziele eines Unternehmens in den Mittelpunkt – diese sind explizit in der Anleihendokumentation festgehalten. Zweitens stehe für das Unternehmen tatsächlich Geld auf dem Spiel, falls die Ziele nicht erreicht werden.

Gibt es nur Vorteile?
„Einige befürchten, dass die Verantwortlichkeit geschwächt wird, wenn ‚Grüne Anleihen‘ durch zielgebundene Geschäfte ersetzt werden“, sagt Keegan. So sei nicht festgelegt, dass auch die Erlöse nachhaltig verwendet werden. Ein Energieversorger könnte sich etwa dafür entscheiden, einen Teil für die Stromerzeugung aus Kohle auszugeben – Nachhaltigkeitszielen zum Trotz.

„Wir betrachten dieses Thema nicht binär“, betont der AB-Experte für Unternehmensanleihen. „Grüne Anleihen“ seien für Unternehmen und Anleger eine gute Möglichkeit, um Umweltziele voranzutreiben. Bis jetzt habe es jedoch keine Möglichkeit gegeben, ein Unternehmen dafür verantwortlich zu machen, dass es sich in die richtige Richtung bewegt, wenn es um ökologische Nachhaltigkeit geht. „Dieses neue Format ändert das“, ist Keegan überzeugt. (aa)

 

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