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Alexander Ineichens Solvency II-Studie attestiert der Versicherungsbranche Handlungsbedarf

Neue Studie zu Solvency II-Auswirkungen von Alexander Ineichen attestiert Handungsbedarf für die Versicherungsbranche

Ineichen_AlexanderKürzlich erschien die neueste Studie von Alexander Ineichen (Bild links), Senior Advisor von Prime Capital, mit dem Titel „Regulomics“, in der die Auswirkungen von Solvency II beleuchtet werden. Die Kernaussagen sind, dass die angestrebten Ziele von Solvency II nicht erreicht werden, zugleich die  Komplexität massiv steigt und die große Gefahr besteht, dass es in der Versicherungsbranche zu Homogenisierung des Anlageverhaltens kommt. Ein weitere wichtige Schlussfolgerung von Ineichens Arbeit ist jene, dass unter Solency II europäische Versicherer ihre Kapitalanlage grundlegend neu aufstellen müssen.

Versicherungen spät erwacht 

Die Einführung der neuen Solvabilitätsreglen für europäische Versicherer ist für Anfang 2013 vorgesehen. Nach der Durchführung der 5. Quantitative Impact Study (QIS 5) und der deutlichen Kritik durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zu einzelnen Regelungen der geforderten Eigenmittelunterlegung wurde klar, dass die neuen Bestimmungen zu mehr als nur einer Verschärfung der regulatorischen Anforderungen führen werden. Ineichen: "Bei der Gelegenheit wurde auch klar, dass die deutsche Versicherungswirtschaft jetzt erst angefangen hat, sich mit dem Regelwerk intensiv auseinander zu setzen und sich demnach viele Versicherer noch nicht adäquat aufgestellt haben."

Zielkonflikte tun sich auf 

In gewohnt profunder Weise und dabei auch noch auf unterhaltsame Art setzt sich Alexander Ineichen mit Solvency II auseinander. Die Studie analysiert anhand der ursprünglichen Zielsetzung des Regelkanons, in wie weit die geplanten Regeln zur Erreichung der Ziele beitragen. Die Versicherungsnehmer erwarten von ihrern Versicherern, dass diese ihre Leistungsversprechen mit einer möglichst hohen Sicherheit und einer bestmöglichen Verzinsung erbringen. Die Kapitalanlage der Versicherungen ist deshalb bisher von einem Asset-Liability-Management-(ALM-)Ansatz geprägt, d.h. dem Versuch, die Laufzeiten der Anlagen mit denen der Verpflichtungen in Übereinstimmung zu bringenden. Ineichen kritisert: " Solvency II verlangt allerdings das Gegenteil, nämlich eine Kapitalanlage, mit der die Risiken der nächsten 12 Monate überstanden werden können!"

Die geplanten Regeln möchten ein risikosensitives Verhalten erzwingen, d.h. Anlagen mit höherem Risikopotenzial oder längeren Laufzeiten werden mit einer hohen Eigenkapitalunterlegung quasi "bestraft". Üblicherweise sind es aber gerade diese Anlageformen, die langfristig eine überdurchschnittliche Rendite erbringen, wie qualifizierte Investoren wissen.

Regelwerk schaltet Versicherungsanlagen gleich

Die aktuelle Finanzkrise wurde durch eine zu hohe Verschuldung, zu komplizierte Anlagemärkte und -produkte sowie - alst, but not least - durch ein massenweise gleichgerichtetes Verhalten der Investoren ausgelöst. Die Antwort der Aufsichtsbehörden besteht aber nun darin, das Regelwerk noch komplexer zu gestalten und die Versicherungen zu einem noch homogeneren Verhalten zu zwingen.

Unattraktive Aktie, attraktive Anleihe 

Europäische Versicherungen halten Assets in Höhe von ca. 10,4 Billionen US-Dollar, von denen nur etwa 7 Prozent in Aktien angelegt sind. Ineichen: "Die Einführung von Solvency II wird zu einer weiteren Umschichtung von Aktien in Anleihen führen. Vermutlich werden auch alle anderen, nicht börsennotierten Beteiligungen massiv reduziert." Eine solche erzwungene Umschichtung werd sicherlich nicht marktstabilisierend wirken, so der Autor. 

Keller_ThomasIm zweiten Teil untersucht Dr. Thomas Keller (Bild links), Chief Risk Officer (CRO) von Prime Capital, in wie weit Solvency II aus Sicht eines Versicherungskunden die richtigen Akzente setzt und der Sicherheit sowie dem Ergebnis seiner Versicherungsansprüche dienlich ist.

Komplizierte, neue Architektur

Losgelöst von der letztendlichen Ausgestaltung von Solvency II und der Frage, ob die ursprünglichen Ziele damit tatsächlich erreicht werden, steht eins bereits heute ganz sicher fest: Die Welt wird komplizierter. Das Anlageverhalten der europäischen Versicherungen wird in fast allen Assetklassen tangiert. Allein Barbestände und Staatsanleihen sind nicht betroffen. Schon alle Fremdkapitalinstrumente zur Finanzierung von Unternehmen und Wirtschaft werden um so stärker belastet, je länger die Laufzeiten sind. Je komplexer die Anlageklassen, d.h. Immobilien, Aktien, Infrastuktur und Alternative Investments, desto prohibitiver werden auch die Eigenmittelanforderungen. Da Ertragspotenziale aber vor allem durch diese Anlageklassen erschlossen werden können, stellt sich die Frage nach der optimalen Vorbereitung der Versicherungen auf die Solvency II- Einführung.

Hohe Prozessanforderungen

Die Entscheidungsprozesse in der Kapitalanlage beginnen bisher bei der Asset Allokation, um dann in einem zweiten Schritt zu schauen, mit welcher Infrastruktur diese umgesetzt werden können und wie die steuerlichen, bilanziellen und aufsichtsrechtlichen Auswirkungen sind. Mindestens bis zur Einführung von Solvency II wird dieser Prozess umgedreht werden müssen. Zuerst kommt die Frage, welche Infrastruktur muss geschaffen werden, damit in die gewünschten, ertragssteigernden Assetklassen überhaupt noch investiert werden kann.

Anlagentransparenz als Schlüssel

Bisher intransparente Investments wie Hedge Fonds müssen in transparente und sichere Strukturen wie Managed Accounts überführt werden. Diese erlauben den kompletten Durchblick auf alle Einzelpositionen und damit die Zuordnung der Bestandteile zu den jeweiligen Assetklassen mit den entsprechenden, niedrigeren Eigenmittelunterlegungen. Rohstoffanlagen, die üblicherweise mit Futures und großen Barreserven ausgeführt werden, können im Rahmen von Managed Accounts transparent separiert und gemanagt werden. Die Anlage in Aktien wird immer mehr nur noch mit anspruchsvollem Risikomanagement, also der Möglichkeit, systematisch Exposure teilweise oder ganz abzusichern, nachgefragt werden. Denn nur das Nettoexposure ist für die Eigenmittelunterlegung nach Solvency II relevant. Die Übergänge vom traditionellen Aktienmanager zum nicht-traditionellen Long/Short-Manager werden damit immer fließender.

Haben Private Equity, Hedgefonds & Co. noch Chancen?

"Bei komplexen Anlageformen, die nicht transparent gemacht werden können, wie Infrastruktur, Immobilien und erneuerbare Energien, wird man über andere Anlageformen und Strukturen als die direkte Beteiligung am Eigenkapital nachdenken müssen", schlussfolgert Dr. Keller.

Consultants gefragt

Aus den oben dargestellten Beispielen wird klar, dass europäische Versicherer ihre Infrastruktur und Prozesse grundlegend überarbeiten müssen, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Spezialisierte Dienstleister, zu denen auch Prime Capital zählt, werden einiges zu tun bekommen, um bei der Neuausrichtung von Investmentstrukturen, Risiko-Management und Reporting die Versicherungsbranche zu unterstützen.
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