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Alejandro Arevalo, Jupiter: „Es gibt eine Reihe von Risiken“

Der Jupiter-Fondsmanager für Emerging Market Debt, der am 11. Institutional Money Kongress Ende Februar 2018 vorträgt, zeigt sich in seinem Ausblick für die Schwellenländermärkte optimistisch und nennt jene Länder, die seiner Ansicht nach besonders aussichtsreich sind.

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Alejandro Arevalo, Jupiter: "Wir rechnen mit einer moderaten Spread-Verengung in diesem Jahr, da die Schwellenländer unseres Erachtens weiter von besseren Fundamentaldaten und attraktiven relativen Bewertungen profitieren werden."
© Jupiter

Institutionelle Anleger sollten 2018 in Emerging Market Debt investiert sein, um von den konjunkturellen Verbesserungen in diesen Ländern zu profitieren. Da aber einige dieser Länder einem erhöhten politischen und geldpolitischen Risiko sowie Spread-Verengungen ausgesetzt seien, hält Alejandro Arevalo, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond SICAV & Jupiter Global Emerging Markets Short Duration Bond SICAV, in einem Jahr mit potenziell höherer Volatilität ein differenziertes Vorgehen in den Schwellenländern für entscheidend, um Alpha zu generieren.

Die aufstrebenden Volkswirtschaften haben 2017 in hohem Maße vom synchronisierten globalen Aufschwung profitiert. Arevalo geht in seinem Kommentar davon aus, dass sich dieser starke Wachstumstrend 2018 fortsetzen wird. Da die meisten Industrienationen eine unverändert niedrige Inflation aufweisen und diese Inflationserwartungen fest verankert sind, dürften die Notenbanken vorsichtig vorgehen und den Schwellenländern Unterstützung bieten. Insofern sei zu erwarten, dass sich die Wachstumsschere zwischen den Emerging Markets und den etablierten Volkswirtschaften weiter öffnen werde

Keine Angst vor einem „Taper Tantrum“
Seit dem berühmt-berüchtigten „Taper Tantrum“ im Jahr 2013 – damals löste die US-Notenbank Fed mit der beabsichtigten Drosselung ihrer Anleihekäufe Schockwellen an den globalen Finanzmärkten aus – haben sich die makroökonomischen Fundamentaldaten erheblich verbessert. Zwar entwickelten sich nicht alle Emerging Markets gleichermaßen positiv, in der Zwischenzeit wurden aber genügend Fortschritte erzielt, wodurch die Anlageklasse widerstandsfähiger gegenüber externen ist. Die Leistungsbilanzdefizite etwa sollten 2018 kaum mehr Anlass zur Sorge geben, da sie auf breiter Front rückläufig sind, insbesondere in den sogenannten „Fragile Five“ – also den Ländern Indien, Brasilien, Südafrika, Indonesien und der Türkei. Ferner dürfte die Headline-Inflation in vielen Ländern mittlerweile ihren Tiefpunkt erreicht haben und gemäß Jupiters Erwartung sich den Notenbank-Zielwerten nun wieder annähern. Niedrigere Zinsen sollten indessen ein günstigeres Umfeld für Unternehmen schaffen.

Einige Risiken besser im Auge behalten
Während sich das Makroumfeld von seiner starken Seite zeigt, gibt es laut Arevalo eine Reihe von Risiken, die institutionelle Investoren im Blick behalten sollten. Zum einen finden in verschiedenen Schwellenländern derzeit Strukturreformen statt. Da 2018 etliche Wahlen anstehen, vor allem in Lateinamerika, könnte dies die Marktstimmung im Vorfeld wichtiger Wahltermine beeinflussen.

Zum anderen prognostizieren Vertreter der US-Notenbank Fed für 2018 vier Zinserhöhungen. „Auch wenn dies keine erheblichen negativen Folgen für die Anlageklasse haben dürfte, so müssen wir doch das Risiko einer weiteren Abflachung der Renditekurve im Auge behalten. Wir rechnen mit einer moderaten Spread-Verengung in diesem Jahr, da die Schwellenländer unseres Erachtens weiter von besseren Fundamentaldaten und attraktiven relativen Bewertungen profitieren werden“, erklärt Arevalo.

Zu Beginn des Jahres 2018 beurteilt Arevalo die Aussichten für Lateinamerika besonders positiv. Dabei sind sei er sich aber auch der Risiken bewusst, denn die Region wird in diesem Jahr mit zahlreichen Unsicherheiten konfrontiert sein – das nordamerikanische Handelsabkommen NAFTA, die bevorstehenden Wahlen (vor allem in Brasilien, Mexiko und Kolumbien) und die geplante Umschuldung in Venezuela. „Wir sind jedoch der Meinung, dass sich dank eines stärkeren regionalen Wachstums, stabiler und potenziell ebenfalls anziehender Rohstoffpreise sowie begrenzter Ausfälle die Fundamentaldaten der Unternehmen weiter verbessern werden. Insgesamt bietet Lateinamerika aus unserer Sicht ein relativ attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis im Vergleich zu anderen Schwellenländern und den Industrienationen“, erklärt Arevalo.

In Russland sind laut Arevalo nach der herausragenden Performance 2015 und 2016 die Bewertungen zuletzt deutlich gesunken. Allerdings erfüllt das Land nach wie vor zwei Kriterien, die zumindest rein makroökonomisch betrachtet positiv sind: eine stabile Innen- und eine glaubwürdige Geldpolitik. Außerdem hält Arevalo einen Wechsel des wirtschaftspolitischen Kurses für unwahrscheinlich: „Wir bevorzugen in Russland daher Carry-Trades mit stabilen Unternehmensanleihen.“

Die Türkei ist nach Ansicht Arevalos ein Land, dessen externe Anfälligkeit sich daran erkennen lässt, dass es mitunter auch auf weniger bedeutende Nachrichten sensibel reagiert. „Interessant sind einige türkischen Banken und Unternehmen, die fundamental stabil aufgestellt sind. Vorsichtig stimmen uns indes die Risiken im Zusammenhang mit den laufenden Gerichtsverfahren in den USA und die Unsicherheiten in puncto Geldpolitik“, erklärt Arevalo abschließend. (aa)


Veranstaltungshinweis: Jupiter ist einer der vielen namhaften Sponsoren des 11. Institutional Money-Kongresses Ende Februar 2018 im Frankfurter Congress Center. Die Briten halten nicht nur einen Workshop zum Thema Wandelanleihen, sondern auch ein "Gruppengespräch" über Schwellenländeranleihen.

Dabei wird Alejandro Arevalo, Fondsmanager im Anleihenteam von Jupiter mit Spezialisierung auf Schwellenländeranleihen und Manager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond, über die Aussichten dieser hochinteressanten Assetklasse diskutieren.

Die Moderation dieses Gruppengesprächs übernimmt Marc Bauer, Senior Investmentmanager Zins- und Spreadprodukte bei der SV SparkassenVersicherung Holding und bei dieser für die Steuerung der Kapitalanlagen Liquide Assets zuständig.

Interessiert? Mehr Details dazu finden Sie HIER.

 

 

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