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Aktienrückkäufe: Fluch oder Segen?

Marcus Hüttinger, Marktstratege beim Vermögensverwalter Gané AG, macht sich Gedanken zur möglichen Besteuerung von Aktienrückkäufen in den USA.

Marcus Hüttinger, Gané
Marcus Hüttinger, Marktstratege beim Vermögensverwalter Gané 
© Gané AG

Joe Biden legte letzte Woche die Eckpunkte seiner Agenda „Build Back Better (BBB)“ zur Verbesserung der Sozial- und Klimapolitik in den USA vor. In den kommenden zehn Jahren sollen 1,75 Billionen US-Dollar für Investitionen von historischer Tragweite ausgegeben werden. Davon stehen 555 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel bereit. Zur Finanzierung des Maßnahmenpakets, das im Vergleich zu den ursprünglich geplanten 3,5 Billionen US-Dollar nach zähen politischen Verhandlungen deutlich kleiner ausgefallen ist, braucht es höhere Steuereinnahmen. 

Demokraten setzen auf Steuererhöhungen für Unternehmen und Vermögende
Die Körperschaftsteuer wird zwar nicht angehoben, vorgesehen ist aber eine Mindeststeuer für Unternehmen in Höhe von 15 Prozent. Darüber hinaus plant die Biden-Administration eine Anhebung der Steuer auf Repatriierung von international erwirtschafteten Gewinnen von derzeit 10,5 Prozent auf 15 Prozent. Private Einkommen über 10 Millionen werden mit einer Zusatzsteuer von fünf Prozent und Einkommen über 25 Millionen US-Dollar mit einer weiteren Zusatzsteuer von drei Prozent belegt.

Neu im Steuerkanon: Steuern auf Aktienrückkäufe
Darüber hinaus sollen Unternehmen, und das ist eine echte Überraschung im Regelwerk, Steuern auf Aktienrückkäufe in Höhe von einem Prozent auf das zurückgekaufte Volumen entrichten. Zu häufig setzen Firmenlenker, so Biden, solche Rückkäufe ein, um sich über selbst gehaltene Aktien und Optionen persönlich zu bereichern, anstatt in das Unternehmen selbst und in seine Mitarbeiter zu investieren.

Aktienrückkäufen im Rekord-Volumen von einer Billion US-Dollar für 2021 angekündigt
Im Vergleich zum Jahr 2000 entspricht dies einer Verfünffachung. Kein Wunder, denn der Aktienrückkauf kann für Investoren sehr vorteilhaft sein: Werden die Aktien zurückgekauft und eingezogen, verringert sich die ausstehende Aktienanzahl und der Gewinn pro Aktie steigt. Ebenso erhöht sich der prozentuale Anteil am Unternehmen des Investors, der seine Aktien nicht verkauft. Darüber hinaus hat ein solcher Rückkauf immer auch einen kursstützenden und kurspflegenden Charakter, ob gewollt oder ungewollt. Entscheidend für die Beurteilung, ob Fluch oder Segen, ist immer die Frage nach dem Rückkaufpreis und den alternativen Investitionsmöglichkeiten. Ein exemplarisch guter Rückkäufer ist Berkshire Hathaway. Die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett tritt seit nunmehr zehn Jahren nur dann als Käufer eigener Aktien auf, wenn das Unternehmen unterbewertet ist.

Warum Biden hier besteuern will
"Die Antwort liegt wohl in der unterschiedlichen Qualität der zurückkaufenden Unternehmen", sagt Marcus Hüttinger, Marktstratege beim Vermögensverwalter Gané. Zu häufig würden Aktienrückkäufe von Unternehmen mit schwachen Bilanzen als Mittel zur kurzfristigen Steigerung des Aktienkurses eingesetzt. Oftmals werden dafür sogar Kredite aufgenommen. So können Manager Aktienoptionen wertvoller machen, obwohl das Unternehmen keinerlei operativen Fortschritte erzielt. Das sogenannte „Financial Engineering“ schadet Unternehmen und der gesamten Volkswirtschaft. Manager von sehr profitablen Unternehmen entscheiden dagegen zunächst, wie sie operative Zahlungsmittelüberschüsse nach Abzug von Erhaltungsinvestitionen, die sogenannten „freien Cash-Flows“, verwenden. Hüttinger führt aus: "Aktienrückkäufe sollten nur dann eine Option sein, wenn neben den Erhaltungsinvestitionen auch die notwendigen Wachstumsinvestitionen getätigt wurden. Auf solche Unternehmen fokussiert sich Gané. Denn die richtigen Wachstumsinvestitionen führen zu wachsenden Cash-Flows in der Zukunft. Und diese können wiederum auch für Aktienrückkäufe eingesetzt werden. Daran erfreuen wir uns im Acatis Gané Value Event Fonds. Apple, um ein weiteres Beispiel zu geben, kauft in diesem Jahr für 90 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurück. Zusätzlich wird das Unternehmen aus Cupertino allein in den USA in den kommenden fünf Jahren 430 Milliarden US-Dollar investieren. Eine solch ausgewogene Strategie dürfte auch Joe Biden als Segen empfinden." (kb)

 

 

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