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AGI-Rentenchef Franck Dixmier über die bevorstehende Fed-Sitzung

Was auf der dieswöchigen Sitzung des Federal Open Market Committee beschlossen werden könnte, erörtert der Global CIO Fixed Income von Allianz Global Investors.

Franck Dixmier
Franck Dixmier, Allianz Global Investors
© Allianz Global Investors

Die US-Notenbank dürfte nach Einschätzung von Franck Dixmier, Global CIO Fixed Income bei Allianz Global Investors (AGI), auf ihrer nächsten FOMC-Sitzung (27. und 28. April 2021) ihre Botschaft bekräftigen, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Dringlichkeit für eine Normalisierung der US-Geldpolitik besteht.

"Vor dem Hintergrund eines gemischten Ausblicks – einerseits starke Erholungssignale, andererseits anhaltende Pandemie-bedingte Schwächeanzeichen – erwarten wir, dass die Fed pragmatisch vorgeht und die Beschäftigungs- und Inflationszahlen im Auge behält. Dieser Ansatz ist für Investoren beruhigend, aber der sehr zurückhaltende Ansatz der Fed („behind the curve“ – lieber zu spät als zu früh reagieren) ist nicht ohne Risiko", hält Dixmier fest.

Vor dem Hintergrund, dass keine Änderung der geldpolitischen Ausrichtung der US-Notenbank erfolgt, dürfte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell nach Einschätzung Dixmier die Botschaften wiederholen, die er bereits in den letzten Interviews vermittelt hat.

US-Wirtschaft an einem Wendepunkt
Die Aussichten auf eine Erholung sind gut, wie die Beschleunigung bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zeigt: Im März wuchs die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 916.000, verglichen mit einem erwarteten Arbeitsplatzzuwachs von 647.000.

Diese Erholung konzentriert sich jedoch auf bestimmte Wirtschaftszweige und ist noch nicht breit genug, um Vollbeschäftigung wiederherzustellen zu können: Seit Februar 2020 haben neun bis zehn Millionen Amerikaner keinen Job gefunden. Die Covid-19-Krise bleibt damit ein großes Risiko für die US-Wirtschaft.

Und schließlich hält die Fed den Inflationsanstieg, der für 2021 auf 2,4 Prozent prognostiziert wird, immer noch für vorübergehend und begrenzt. "In diesem Umfeld spielt die Geldpolitik weiterhin eine wesentliche Rolle im aggressiv expansiven Policy-Mix, und ihre derzeitige Einstellung erscheint uns gerechtfertigt", hält Dixmier fest.

"Wir glauben, dass die Fed weiterhin einen sehr pragmatischen Ansatz verfolgen wird, der auf Fakten und nicht auf Erwartungen basiert, wie der stellvertretende Vorsitzende Richard Clarida kürzlich erläuterte", ergänzt der AGI-Mann.

Das Handeln der Notenbank werde sich an den Beschäftigungs- und Inflationszahlen orientieren. Damit begibt sich die Fed eher in einen reaktiven als in einen proaktiven Modus und nimmt eine „behind the curve“-Position ein. Dabei wird sie jedoch weiterhin besonders auf die Inflation achten, wie Powell erst kürzlich wiederholte. Er äußerte seine Bereitschaft, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Inflation über einen längeren Zeitraum deutlich über zwei Prozent liegt.

Rentenmarkt hat sich wieder beruhigt
Zum jetzigen Zeitpunkt wirken die Verlautbarungen der Fed beruhigend auf die Märkte, was sich auch in den Inflationserwartungen widerspiegelt: Der 5y5y-Swapsatz lag am 23. April bei 2,40 Prozent. Gleichzeitig haben sich die langfristigen Zinsen auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert, wobei die Renditen der zehnjährigen US-Treasury von 1,75 Prozent Ende März – dem jüngsten Höchststand – bis Ende letzter Woche auf 1,55 Prozent gefallen sind.

Für Dixmier ist dennoch Obacht angebracht. Mit Blick auf die Anleihemärkte sei ein Regimewechsel vollzogen. Natürlich sei der verhaltene Anstieg der langfristigen Zinsen ein ideales Szenario für die Fed und sollte es ermöglichen, einen heftigen Schock zu vermeiden, wenn die Normalisierung der Geldpolitik beginnt.

"Allerdings nähern wir uns dem Wendepunkt der Geldpolitik und der Zeitpunkt eine Entscheidung rückt näher. Der Zeitpunkt des Tapering (seine Ankündigung und Umsetzung) ist für die Märkte von entscheidender Bedeutung, und je länger die Fed wartet, desto größer ist das Risiko von Zwischenfällen. Die „behind the curve“-Haltung der Fed birgt daher Risiken", betont Dixmier abschließend. (aa)

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