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ÄVWL kontert NGO-Anwürfe betreffend Agroinvestments in Brasilien

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) wird von der Menschenrechtsorganisation FIAN (Foodfirst Informations- und Aktions-Netzwerk) beschuldigt, durch ein Fondsengagement Landgrabbing in Brasilien anzuheizen und von der Bodenspekulation zu profitieren. Das lassen die Münsteraner so nicht stehen.

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Ärzteversorgung Westfalen-Lippe
© ÄVWL

"Deutsche Pensionskasse für Ärzte an Rodungen in Brasilien beteiligt" - so lautet die wenig schmeichelhafte Schlagzeile des Artikels, der die Position der Menschenrechtsorganisation FIAN zu einem Land-Fonds-Engagement, das die ÄVWL eingegangen ist, darlegt. Darin heißt es zwar, dass Land-Fonds zwar nicht selbst an der Vertreibung der örtlichen Bevölkerung beteiligt, sie aber ein wesentlicher Bestandteil dieser destruktiven Entwicklung seien. Denn die Pensionskassen würde unmittelbar von Bodenspekulation und steigenden Grundstückspreisen profitieren, wird FIAN-Agrarreferent Roman Herre zitiert. Die Menschenrechtsorganisation kritisiert darum die Geldanlage der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe als "menschenrechtlich verantwortungslos" und "ökologisch verheerend".

Langfristige Verpachtung von bereits etablierten Landflächen steht im Fokus
Fakt ist, dass die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe am TIAA-CREF Global Agriculture Program (TCGA) beteiligt ist.

"Wir haben bei der Auswahl dieses Agrar-Investments von vornherein die Einhaltung etablierter und international anerkannter Nachhaltigkeitskriterien, wie die "Principles for ​Responsible  Investment“ (PRI), zur Bedingung gemacht. Die Strategie dieses Fonds zielt darauf ab, durch eine langfristige Verpachtung von bereits etablierten Landflächen einen stabilen und planbaren Einkommensstrom zur Sicherung des Rechnungszinses zu erzielen", lässt Dr. Ulrich Sonnemann (Bild links), Leiter Geschäftsentwicklung bei der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe, die Redaktion wissen. 

Haltlose Vorwürfe
In die Konversion oder Bewirtschaftung von Agrarflächen sei der Fonds nicht involviert, so Dr. Sonnemann weiter. Der ÄVWL gehe es bei diesem ersten und bisher einzigen Engagement dieser Art in keiner Weise darum, sich an einer Spekulation auf möglichst rasch steigende Nahrungsmittel- oder Grundstückspreise zu beteiligen, noch gehe es der ÄVWL um die Erzielung überproportionaler Renditen unter Vernachlässigung von humanitären, sozialen oder ökologischen Gesichtspunkten.

Alarmistische FIAN offensichtlich nicht wirklich kooperationsbereit
Bereits in der Vergangenheit gab es Berichte von Nichtregierungsorganisationen, die eine Reihe von Vorwürfen gegen die Aktivitäten des TIAA-CREF-Fonds in Brasilien erhoben haben. Diese Berichte hat die ÄVWL laut Dr. Sonnemann jeweils zum Anlass genommen, den Fonds nachdrücklich um eine detaillierte Aufklärung zu den genannten Sachverhalten zu bitten. Diesen Aufforderungen sei das Management des Fonds stets umfassend nachgekommen. Derzeit prüfe die ÄVWL, ob sich aus der vor Kurzem veröffentlichten FIAN-Studie neue Erkenntnisse ergeben. "In Bezug auf den Vorwurf des Landgrabbings wurde Vertretern der Nichtregierungsorganisation FIAN im persönlichen Gespräch angeboten, die vorgebrachten Kritikpunkte durch eine gemeinsam ausgewählte, unabhängige Institution direkt vor Ort prüfen zu lassen. FIAN ist auf dieses Angebot seitens der ÄVWL nicht eingegangen", hält Dr. Sonnemann fest.

Hohe Transparenz
Zusammenfassend ist die Ärzteversorgung davon überzeugt, dass der TIAA-CREF-Fonds seiner ethischen Verantwortung in hohem Maße gerecht wird. Darüber hinaus sind der ÄVWL keinerlei Beweise bekannt, die ein Fehlverhalten des TIAA-CREF-Fonds belegen würden. Hinzu kommt, dass der Fonds bereits seit 2011 regelmäßig und transparent über seinen Investitionsansatz sowie seine Agrarinvestitionen berichtet. Der Jahresbericht „Farmland sustainability report“ für das Jahr 2019 ist öffentlich im Internet abrufbar.

Uneffektive Drohkulisse
FIAN versucht seit 2012 erfolglos, die ÄVWL zu einem Ausstieg aus dem Land-Fonds-Investment zu veranlassen. Nun hat man brennende brasilianische Wälder und die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit offenbar zum Anlass genommen, erneut Alarm zu schlagen. Zudem wollte man die zuständigen Aufsicht, das Finanzministerium Nordrhein-Westfalen, involvieren, was allerdings misslang. ​(kb)

 

 

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