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Adler sieht sich nach KPMG-Sonderprüfung entlastet: Aktienkurs steigt

Der umkämpfte deutsche Vermieter Adler Group sieht sich durch eine Sonderprüfung entlastet. KPMG Forensic habe zwar Probleme mit einigen Transaktionen und Bilanzierungsmethoden identifiziert, aber keine Hinweise auf systemischen Betrug gefunden, teilte die Adler mit.

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© Bits and Splits / stock.adobe.com

Zu KPMGs Feststellungen gehören Zweifel daran, dass der Verkauf eines Projekts in Düsseldorf an eine mutmaßlich verbundene Partei zu einem fairen Wert erfolgt sei, so der Vermieter in einer Erklärung. Außerdem habe KPMG moniert, dass Adlers Berechnungen von Beleihungswerten teilweise von Vorgaben in den Anleihebedingungen abgewichen seien.

Kein Betrug, keine Täuschung
“Es gab unbotmäßigen versuchten Einfluss, aber Betrug und Täuschung gab es nicht”, erklärte Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Kirsten im Anschluss an den Bericht. “Es sind Schwachstellen in der Corporate Governance aufgezeigt worden, die wir beseitigen werden. Wir können unsere Verbindlichkeiten jederzeit bedienen und werden keine Anleihebedingungen verletzen.”

Ende der Ungewissheit
Die Veröffentlichung der Ergebnisse markiert den vorläufigen Gipfel der monatelangen Ungewissheit, in die Adler nach einem Bericht des Leerverkäufers Fraser Perring vom Oktober geraten war. Perrings Viceroy Research hatte eine ganze Reihe von Anschuldigungen gegen Adler und seine Hauptinvestoren erhoben. Der Vermieter war gezwungen, etwa 40 Prozent  seines Wohnungsbestands zu verkaufen, um Schulden abzubauen. Einer seiner größten Aktionäre - Aggregate Holdings - verlor wegen des Kursverlusts die Kontrolle über einen Großteil seiner Anteile.

Erleichterungsrallye
Adler stiegen am Freitag in Frankfurt um bis zu 20 Prozent auf 13,95 Euro, ehe man gegen MIttag hin die Hälfte des Zugewinns wieder abgab. Die Aktie hat im vergangenen Jahr 62 Prozent verloren, hauptsächlich im Zusammenhang mit den nun von KPMG geprüften Vorwürfen. Auch die Bonds des Vermieters waren am Freitag stark gesucht.

Die Vorwürfe
Viceroy behauptete, dass wichtige Adler-Aktionäre, darunter der österreichische Geschäftsmann Cevdet Caner und seine Familie, das Unternehmen missbrauchten, um sich auf Kosten anderer Investoren zu bereichern, häufig durch Geschäfte mit verbundenen Parteien. Adler hat die Vorwürfe stets bestritten und KPMG mit der Durchführung einer forensischen Prüfung beauftragt. Caner hat außerdem Strafanzeige gegen Perring erstattet.

Das Unternehmen veröffentlichte den 137-seitigen Bericht, der sich auf Unternehmensberichte, Stellungnahmen und interne E-Mails stützt, am Freitag auf seiner Website.

Korrekturen nötig
“Finanzielle Korrekturen, wo im Bericht gefunden und aufgeführt, werden korrigiert”, so Kirsten. “Sie sind aber immateriell und daher für die Stakeholder irrelevant. Materiell, in der Sache und im Ton halte ich die Viceroy-Vorwürfe für vollkommen überzogen und daher für nicht haltbar.”

Familiengeschäft
In Bezug auf die besonders umstrittene sogenannte Gerresheim-Transaktion mit Caners Schwager stellte KPMG laut Adler die zugrunde liegende Bewertung in Frage und konnte den Vorwurf, dass der Verkaufspreis für die Projektgesellschaft überhöht gewesen sei, nicht widerlegen. Adler bleibe allerdings bei der Bewertung. Unter Berücksichtigung einer korrigierten Bewertung der Gerresheim-Transaktion stellte KPMG fest, dass die Tochtergesellschaft Adler Real Estate AG in einem Quartal eine Beleihungsschwelle von 60 Prozent überschritten hat.

Governance wird angepasst
Nach Abschluss des KPMG-Berichts plant Adler nun die Veröffentlichung seines Geschäftsbericht für 2021 bis Ende April. Mitte Mai plant das Unternehmen eine Information zu Prozess- und Strukturmaßnahmen als Lehren aus der KPMG Sonderuntersuchung. (kb)

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