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AB: Europäische Aktien haben Nachholpotential

„Ist die Pandemie überstanden, dürften sich vor allem europäische Substanzwerte erholen und somit interessante Anlagemöglichkeiten bieten“, betonen Tawhid Ali, Chief Investment Officer für European Value Equities, und Andrew Birse, Portfolio Manager für European Value Equities bei AllianceBernstein.

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Tawhid Ali, CIO für European Value Equities, und Andrew Birse, Portfolio Manager für European Value Equities bei AllianceBernstein (AB).
© AB

Die regionale Wirtschaft Europas litt besonders schwer unter der Pandemie. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums fiel im Jahr 2020 um etwa 6,8 Prozent – im Vergleich zu den USA, deren BIP lediglich um 3,5 Prozent schrumpfte. Und auch in diesem Jahr ist der MSCI Europe Index bis Februar hinter dem MSCI World Index zurückgeblieben. Auch gab es an den europäischen Märkten weniger Wachstumstitel, die von Covid-19 profitierten.

Anleger sollten europäische Aktien ins Auge fassen
Die europäischen Märkte verfügen über relativ konjunktursensible Aktien, die bei einer breiteren Verbesserung des makroökonomischen Wachstums viel aufgestautes Erholungspotential bergen. Unter den heutigen Bedingungen sehen Tawhid Ali, Chief Investment Officer für European Value Equities, und Andrew Birse, Portfolio Manager für European Value Equities bei AllianceBernstein (AB), drei Arten von Chancen, die für Value-Anleger interessant sind.

Resiliente Unternehmen
Diese haben oft unterschätzte Geschäftsmodelle. Ein Beispiel sind Lebensmittelhändler: Ihre Aussichten litten unter der Konkurrenz durch Discounter oder Online-Aufsteiger. Tesco, die größte Supermarktkette Großbritanniens, zeigte während der Pandemie dank ihrer überzeugenden Online-Präsenz jedoch ein erstaunliches Durchhaltevermögen.

Transformations-Champions
Andere Unternehmen müssen sich verändern, um zu überleben und zu gedeihen, insbesondere nach einem globalen Schock. So hat Ubisoft Entertainment, ein französischer Hersteller von Videospielen, immer komplexere Spiele entwickelt und seine Konsolen immer wieder neu erfunden, um dem sich wandelnden Geschmack und den immer größeren Erwartungen der Spieler zu entsprechen. Das unterstützte die Nachfrage von ‚Stuck-at-home‘-Spielern während des Covid-19-Lockdowns und stärkte die Marktposition von Ubisoft. Da die Entwicklung von Videospielinhalten eine besondere Kultur erfordert, haben es dagegen Giganten wie Amazon und Google nicht geschafft, in den Videospielmarkt einzudringen.

Nutznießer der Normalisierung
Wenn die Pandemie überwunden ist, könnte die Welt in mancher Hinsicht wieder zum Alten zurückkehren. Dafür sind Immobilienunternehmen ein gutes Beispiel. Immobiliengruppen wie Aroundtown litten in Deutschland unter staatlichen Regelungen, die es Hotels erlauben, Mietzahlungen zu stunden. Aroundtown investierte ihr Vermögen zu 24 Prozent in Hotels, zu 50 Prozent in Bürogebäuden und zu 13 Prozent in Wohnimmobilien. Wenn der Reiseverkehr und der Tourismus mit Aufhebung des Lockdowns wieder anziehen und Hotels wieder Miete zahlen, sollten Immobilienkonzerne mit einer soliden, attraktiv bewerteten Vermögensbasis für eine Erholung gut positioniert sein.

Es gibt auch Branchen, die von allen drei Trends profitieren könnten
In der Autoindustrie zieht beispielsweise die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen an. Diese könnte weiter steigen, falls die Pandemie mehr Menschen dazu bringt, aus den Städten aufs Land zu ziehen, aber auch wenn die Wirtschaft sich allmählich erholt. "Ein möglicher Gewinner dieser Entwicklung ist Faurecia, ein französischer Autozulieferer. Dieser verfügt über ein widerstandsfähiges Geschäft und verkauft immer anspruchsvollere Komponenten, die sowohl für Elektrofahrzeuge als auch für herkömmliche Autos benötigt werden", sagen Tawhid Ali und Andrew Birse. (kb) 

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