4.000-Dollar-Marke durchbrochen: Gold auf tiefstem Stand seit November
Neue Gespräche über den Iran-Konflikt sorgen an den Märkten für Hoffnung. Gleichzeitig drücken steigende Zinserwartungen und ein festerer Dollar den Goldpreis auf ein Acht-Monats-Tief. Damit verfestig sich der Bärenmarkt bei Gold

Eckpunkte:
- Dienstagfrüh wurde Gold unter 4.000 US-Dollar die Unze gehandelt
- Kurs hat sich in Folge wieder leicht erholt
Im frühen Dienstagshandel (30.6.) kostete die Unze Gold zeitweise nur noch 3.943 Dollar, womit die Notierung 1,8 Prozent unter dem Vortagesstand lag – und auf dem niedrigsten Innertagesniveau seit November. Am Montag (29.6.) hatte der Goldpreis zeitweise 2,2 Prozent nachgegeben.
Washington erklärte, dass die Verhandlungen mit Teheran am Dienstag (30.6.) in Doha beginnen sollen. Das iranische Außenministerium teilte auf Telegram mit, dass eine Delegation von Experten entsandt werde, schloss direkte Gespräche jedoch aus.
Der stellvertretende iranische Außenminister Kassem Gharibabadi betonte, Teheran wolle an seinen Plänen festhalten, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu kontrollieren. Die USA, Europa und die arabischen Golfstaaten lehnen dies ab.
Zinserwartungen belasten Gold
"Obwohl nachlassende geopolitische Spannungen und niedrigere Ölpreise dazu beitragen könnten, die Inflationsrisiken zu verringern, gewichtet der Markt offenbar die erneuten Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA und einen stärkeren Dollar in der zweiten Jahreshälfte stärker. Beides erhöht die Opportunitätskosten des Haltens von Gold", sagte Hebe Chen, Analystin bei Vantage Markets in Melbourne.
"Aus technischer Sicht hat sich der Verkaufsdruck ebenfalls beschleunigt, nachdem die Preise unter wichtige jüngste Unterstützungsniveaus gefallen sind. Dadurch hat sich das, was als Gewinnmitnahmen begann, zu einer stärkeren kurzfristigen Korrektur entwickelt."

Bärenmarkt
Seit Beginn des Kriegs Ende Februar hat Gold rund 25 Prozent an Wert verloren. Dabei unterschritt der Preis wichtige technische Marken, darunter den 200-Tage-Durchschnitt, der das langfristige Momentum abbildet. Obwohl die Ölpreise nach ihrem Anstieg zu Beginn des Kriegs wieder zurückgegangen sind, bleibt die Erwartung bestehen, dass die Zentralbanken die Zinsen länger auf einem höheren Niveau halten werden. Das belastet unverzinsliche Edelmetalle. (mb/Bloomberg)