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21Shares: Wie es bei Bitcoin weitergehen könnte...

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Bitcoin-Preis eine historische Höchstmarke erreicht. Der Trend zeigt weiter nach oben. Zwei Kryptowährungsexperten von 21Shares analysieren die bisherige Entwicklung und geben einen Ausblick auf die Bitcoin-Entwicklungen 2021.

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© zephyr_p / stock.adobe.com

Der Bitcoin-Preis ist in den letzten sieben Tagen um mehr als 17 Prozent gestiegen und überschritt dabei am 25. Dezember zum ersten Mal in der Geschichte die 25.000-Dollar-Marke, bevor er ein paar Tage später über 28.000 Dollar lag. Tendenz weiter steigend...

Immer mehr Anleger springen auf den fahrenden Zug auf
Diese Preisbewegung wurde wahrscheinlich überwiegend von Privatanlegern ausgelöst, da Banken und Finanzinstitutionen am ersten Weihnachtsfeiertag und während des Wochenendes nicht so aktiv waren, schreiben Eliézer Ndinga und Lanre Ige, Research Associates bei 21Shares, in einem aktuellen Marktkommentar. Das sei laut den beiden Professionals ein starkes Indiz für das erwachende Interesse der breiten Öffentlichkeit an Bitcoin. Darüber hinaus habe die positive Berichterstattung über Bitcoin durch renommierte Institutionen wie das Wall Street Journal dazu beigetragen, diese positive Feedbackschleife zu befeuern.

Pandemie könnte Game Changer sein
Das Jahr 2020 war nicht gerade ereignisarm, beginnend mit der aktuellen Gesundheitskrise, die einen Marktcrash auslöste. Die Aktienmärkte knickten ein, Volatilitäten und Korrelationen kletterten in die Höhe, während die Anleiherenditen einen Tiefpunkt erreichten, der dem Börsencrash von 1929 ähnelte. In Folge beschleunigten Social Distancing und Eindämmungs-Maßnahmen die Akzeptanz digitaler Dienste, einschließlich Bitcoin, um ein Vielfaches.

Ndinga hatte das im Anfangsstadium der Pandemie vorausgesagt, wie im Kommentar in eigener Sache betont wird: "Die digitale Natur von Kryptoassets mit einem endlichen und vorhersehbaren Angebot, das nicht mit der traditionellen Geld- und Fiskalpolitik korreliert, und ohne sozialen Kontakt weitergereicht werden kann, hat die Chance, immer mehr zu einem attraktiven Asset zu werden." Was in weniger als einem Jahr erreicht wurde, hätte in normalen Zeiten sicherlich Jahrzehnte gedauert, um sich zu entwickeln. Insofern könnten Historiker diese Pandemie in vielerlei Hinsicht als einen wegweisenden Moment des 21. Jahrhunderts einstufen.

Profis sind rechtzeitig eingestiegen
Milliarden wurden in diesem Jahr schon von namhaften institutionellen Investoren und Unternehmen in Bitcoin investiert – angefangen mit dem legendären Hedgefondsmanager Paul Tudor Jones Anfang Mai. Aber es dauerte noch ein paar Monate, vor allem in der zweiten Hälfte dieses Jahres, bis das institutionelle Interesse in Gang kam und sich in einem Aufwärtstrend in der Bitcoin-Performance widerspiegelte. Dieser war besonders durch die Ankündigung von Bitcoin-Investitionen durch Square und Paypal geprägt, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Großanleger werden weiter zukaufen
Für 2021 erwartet 21Shares ein anhaltendes institutionelles Interesse in den USA und in Westeuropa, wobei größere Investitionen von konservativen Finanzinstitutionen mit Milliarden von Dollar an verwaltetem Vermögen kommen werden, wie etwa vom Versicherungsriesen MassMutual, der bereits Bitcoin für 100 Millionen Dollar gekauft hat.

Die positive Berichterstattung über Bitcoin von Mediengiganten wie der Financial Times und dem Wall Street Journal wie auch von den chinesischen Staatsmedien bereiten Ndinga und Ige zufolge den Weg für eine expansive Annahme auf breiter Front, insbesondere da mit dem bevorstehenden Coinbase-Börsengang das erste große, US-basierte Krypto-Unternehmen in die Öffentlichkeit tritt.

Dieser Börsengang werde Bitcoin und den Rest des Krypto-Marktes noch mehr ins Bewusstsein rücken und Coinbase wahrscheinlich einen Platz in den Top 15 FinTech-Apps der Welt verschaffen. Ein Bitcoin-ETF in den USA und Bitcoin-Allokationen durch städtische Finanzämter und Zentralbanken wie die chinesische Zentralbank haben die Chance, zu wichtigen Triebfedern verschiedenster makroökonomischer Bitcoin-bezogener Narrative der Zukunft zu werden.

Darüber hinaus werde das Interesse der Privatanleger, das in diesem Jahr noch relativ gering war, in absehbarer Zeit parallel zu höheren Preisniveaus zunehmen. Schließlich hat Bitcoin gerade einen Marktwert von 0,5 Billionen Dollar überschritten – die Zahl der Krypto-Besitzer, die derzeit bei 100 Millionen liegt, könnte daher die 500 Millionen-Marke überschreiten.

Ethereum vor großer Zukunft
Die im Entstehen begriffene Krypto-Kategorie von Decentralized Finance (DeFi) mit einem Gesamtvolumen von über 14 Milliarden US-Dollar werde ihr Tempo beibehalten und sich wahrscheinlich noch beschleunigen, sobald Produkte, die Sicherheit auf institutionellem Niveau und eine bessere Benutzererfahrung bieten, auch außerhalb der Krypto-Community umfassend zugänglich sind. Die wachsende Nutzung von DeFi wird den Kaufdruck für Ethereum als Hauptabwicklungsinfrastruktur für dezentrale Anwendungen erhöhen, und das mehrstufige Upgrade seiner Blockchain – ETH 2.0 – wird diese Wachstumserwartung zweifellos unterstützen.

"Zu guter Letzt werden wir im Jahr 2021 mehr regulatorische Nachrichten sehen, da die Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt versuchen, die Branche weiter zu professionalisieren. Die Nachricht über die Klage der SEC gegen Ripple Labs und XRP ist ein Beispiel dafür. Langfristig wird dies wahrscheinlich positiv für die Branche sein, da regulatorische Maßnahmen dringend benötigte Klarheit für Krypto-Unternehmen, professionelle und private Anleger schaffen", erklären Ndinga und Ige abschließend. (aa)

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