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2019: Das Jahr, in dem Smart Beta Faktor-ETFs einen leisen Tod sterben

Ben Lavine von ETF.com titelte angesichts der mauen Performance von Smart Beta-Startegien im Mai: "Factor ETFs For Diversification or "Diworsification"?" Wie sich jetzt herausstellt, trat letzteres ein. Stehen Smart Beta-ETFs jetzt vor dem Ende?

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© hafakot / stock.adobe.com

Marktkapitalisierungsgewichtete Ansätze haben sich am besten geschlagen und alternativ gewichtete Investmentlösungen klar hinter sich gelassen. Im Mai hatte man bei ETF.com geschrieben, dass Ansätze wie risikobasiertes Investieren und erhöhte Diversifikation nichts gebracht hätten und stattdessen nur ein Stil, nämlich US-Aktien und hier insbesondere amerikanische Technologie-Wachstumstitel, abgeräumt hätte. Auch Quant-Fonds hatten damals schon infolge bescheidener Performance Abflüsse gesehen. 

Zu dramatisch?
Trotz der Erholung nach dem August von Value- und Small Cap-Investmentstilen und den Anmerkungen von prominenten quantitativ orientierten Investoren wie AQRs Cliff Asness, der eine weitere Erholung von Value-Stilen erwartete, könnte 2019 jedoch ein vernichtendes Jahr für Smart Beta-Investments werden. Tatsache ist, dass die Performance einem Sägezahnmuster gleicht und die Investoren unruhig wurden speziell im September, als der Momentum-Faktor einen signifikanten Drawdown erlitt. Dies geschah in einem Ausmaß, das man seit dem Quant-Meltdown im August 2007 nicht mehr gesehen hatte. Die folgende Grafik zeigt die year-to-date Performance der US-Faktoren (Bloomberg U.S. Pure Factors), die die Performance einen theoretischen Long-/Short-Basket der einzelnen Faktoren wiedergeben. 

Eine positive Rendite impliziert, dass der Faktor outperformt, eine negative signalisiert Underperformance.

Zwei Reversals
Eine Faktorumkehr gab es 2019 bis dato zwei Mal zu beobachten, die zwei große Drawdowns für Momentum bedeuteten. Momentum underperformte zum Jahrestart im Januar, als Value und Small Caps klassischerweise entsprechend dem Januar-Effekt outperformten, während Low Volatility, Dividendenrendite und Qualität (Profitabilität) underperformten.  

Der Januar-Effekt verkehrte sich im Februar ins Gegenteil, als man eine signifikante Outperformance der Low Vol-/High Quality-Trades sah, Small Caps und Value litten hingegen. In diesem Zeitraum und den folgenden Monaten gewann Low Vol an Schwung, da der 12- bis 18-Monate währende Beobachtungszeitraum Low Vols Outperformance im vierten Quartal 2018 und im zweiten Quartal 2019 umfasste. 

"Volageddon"
Im August kam es noch zu einer Beschleunigung der Outperformance von Low Vol, im September darauf zu einer Umkehr, als Momentum-Trader ihre oftmals geleveragten Trades um jeden Preis aufzulösen versuchten. ETF.com spricht von einem Armageddon der Volatilität, kurz "Volageddon" genannt.

Verkehrte Welt
Aktuell sieht es danach aus, dass der Growth- und der Low Vol-Faktor auf eine positive Jahresperformance zusteuern. Allerdings haben diese Faktoren, wie die nachstehende Grafik zeigt, historisch keine positiven Renditen produziert. 

Kumulierte US-Faktorrenditen 
Die wenigsten Investoren werden wohl angesichts der 20-Jahres-Betrachtung den Growth-Faktor auf ihrer Einkaufsliste gehabt haben.

Jagd nach wechselnden Faktor-Favoriten versus stabiler Hohenflug im S&P 500
Die Outperformance von Momentum bis August hat vielleicht die Underperformance der anderen Faktoren wettgemacht, aber der Momentum-Drawdown im September bedeutete einen schweren Rückschlag. All das war in einem Jahr zu beobachten, als der S&P 500 Index von einem neuen Hoch zum nächsten eilte und bis dato mehr als 20 Prozent Rendite einfuhr. Der Performanceunterschied zwischen Faktor-Ansätzen und dem Market Cap-Ansatz wird nur noch größer, da das Oszillieren der Faktor-Performances einen Renditenachteil schafft, wo die Underperformance durch eine noch größere Outperformance wettgemacht werden muss. 

Erklärungsversuche
Man kann 2018/19 natürlich als einen Zeitabschnitt ansehen, wo es zu einem einzigartigen Verhalten der Faktoren kam. Schließlich dominierten Trump Tweets, der Handelskrieg USA-China und die Unsicherheit in Zusammenhang mt dem Brexit. Doch sollten die Faktor-Performances weiter hinter den breiten Markt zurückfallen, werden viele Smart Beta-Investoren - im Besonderen die neu Dazugekommenen - das Handtuch in den Ring werfen und mehr oder weniger reumütig in die Welt der maktkapitalisierungsbestimmten Produkte zurückkehren. Schwache Hände werden wohl von Faktor-Investments in Zukunft ablassen. Das aber könnte die Prämie für Smart-Beta-Investoren zurückbringen, wie Corey Hoffstein im Februar 2016 bereits schrieb. (kb)

 

 

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