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Killt der Klimawandel die Rohstoffproduktion des Westens? (Kommentar)

Im "Bankenbrief" stand kürzlich zu lesen, Banken sorgten sich um Klimawandel. Immer mehr Geldhäuser würden untersuchen, welche Risiken sie aufgrund des Klimawandels in ihren Büchern hätten.

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© rangizzz / Fotolia

Vor allem gehe es darum herauszufinden, welche Unternehmensfinanzierungen besonders risikobehaftet seien, da Firmen aufgrund hoher CO2-Emissionen plötzlich dramatisch an Wert verlieren könnten. Auch Mark Carney, Gouverneur der Bank of England, hatte bereits vor diesen versteckten Risiken gewarnt, wie Bloomberg News berichtet.

Konsequent zu Ende gedacht
Die Aufregung um das Bankbuch bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass eher früher denn später die Klimahysterie die Finanzierung der Unternehmen des Rohstoffsektors ernsthaft gefährdet. Dabei ist es die angestrebte Transformation der Wirtschaft im Westen und der Aufholprozess der Schwellenländerökonomien, der die Rohstoffnachfrage ankurbelt. So braucht es mehr Lithium und Kobalt, um die Elektromobilität voranzubringen, deren Sinnhaftigkeit zu hinterfragen ist, selbst wenn der öffentliche Diskurs inklusive betreutem Denken durch Politik und Presse davon partout nichts wissen will. Denn gerade die Produktion dieser beiden Rohstoffe geschieht unter meist schrecklichen Bedingungen. Davon will aber die Generation Smartphone wenig bis nichts wissen, sie will nur jährlich zum neusten Handy- bzw. Tablet-Modell wechseln.

Schlägt Hysterie bald Verstand?
Verfolgt man die Webinare des Rohstoffexperten und Fondsmanagers Joachim Berlenbach, Partner von Earth Resource Investment, erfährt man von den drohenden Engpässen bei einigen Basismetallen wie Kupfer und Nickel. Gleiches gilt für das in Teilen Europas regelrecht verdammte schwarze Gold, dessen Nachfrage weltweit weiter steigen wird, auch wenn es den Klimahysterikern nicht gefällt. Von echtem Gold ganz zu schweigen. Auch hier hat die Industrie ihre Explorationsprogramme in den letzten Jahren zurückgefahren. Viele große Produzenten verschiedenster Rohstoffe zehren von der Substanz und müssen wohl auf kurz oder lang ihre Produktion wieder ankurbeln beziehungswiese Explorer und Junior-Produzenten übernehmen. 

Wer gibt künftig noch Kredit?
Wenn die Hysterie so weiter geht, werden immer weniger Banken des Westens bereit sein, für solche Vorhaben Investitionskredite zu vergeben, will man doch sein ESG-Rating nicht gefährden beziehungswiese von Stimmrechtsterroristen auf Hauptversammlungen am Nasenring durch die Manege getrieben und von der Gutmenschen-Meute in der Luft zerrissen werden. Wer glaubt, Private Debt sei die Lösung, wird eines Besseren belehrt, denn die kommende ESG-Regulierung  der EU macht vor keinem Finanzmarktteilnehmer - und damit auch nicht vor alternativen Kreditgebern wie Versicherern und Pensionskassen Halt. Auch die Eigenkapitalfinanzierungen werden dank der ESG-Manie schwieriger werden. 

Wer A sagt, muss auch B sagen
Wer den Aufholprozess der Schwellenländern nicht aufhalten möchte, muss die Rohstoffsuche zumindest dadurch fördern, dass es nicht einer unbillige Erschwernis bei der Aufnahme von Eigen und Fremdkapital das Wort redet. Wer den zweifelhaften Weg der E-Mobilität forcieren möchte, muss das Gleiche tun. Was fehlt, ist das Commitment westlicher Geldgeber, die Rohstoffindustrie weiter zu finanzieren, den Weltuntergangs-Apologeten zum Trotz. Ansonsten überlässt man diese russischen und chinesischen Banken, die damit ihren Griff auf Rohstoff-Assets noch verstärken. Dazu kommt, dass geographisch bedingt viele Rohstoff-Lagerstätten außerhalb des Einflussbereichs westlicher Industriestaaten etwa in China, Afrika und Lateinamerika liegen. Der Treppenwitz der Geschichte wäre, wenn man das Ölzeitalter abschaffte, um sich von OPEC, Russland & Co. nicht erpressen lassen zu können, und diese Abhängigkeit gegen eine andere eintauscht.

Sind die sogenannten "Eliten" auf dem Holzweg und haben gar auf Sand gebaut?
Wer an den anthropogenen Klimawandel infolge von erhöhter CO2-Konzentration glaubt und daraus ableitet, dass Rohstoffförderung böse ist, und allen anderen Anhängern der "Klimakirche" sei  folgende Studie der Stanford University empfohlen, die die Basis der Klimamodellierung, nämlich die Projektion der Temperaturentwicklung, in der Luft zerreißt: "Propagation of Error and the Reliability of Global Air Temperature Projections".

Dort heißt es im letzten Satz der Schlussfolgerung: "The unavoidable conclusion is that an anthropogenic air temperature signal cannot have been, nor presently can be, evidenced in climate observables." Alle Aussagen, die über den Einfluss von CO2 auf das Klima aufgrund von Klimamodellen gemacht werden, scheinen damit zumindest schwer erschüttert. 

Fazit
Es wäre gut, die Kirche im Dorf zu lassen und Rohstoffproduzenten weder zu verteufeln noch von den Finanzierungssträngen abzuschneiden respektive diese Finanzierungen anderen zu überlassen. Das bedeutet natürlich nicht, Recycling-Anstrengungen zu unterlassen und den Einsatz von Rohstoffen nicht möglichst effizient zu gestalten. Das sollte man aber dem freien Markt überlassen, der seine Inputfaktoren immer optimieren wird. Von Subventionen beziehungsweise Pönalisierungen ist Abstand zu nehmen. Die ganze orchestrierte Hysterie scheint überhaupt nur dem übergeordneten Ziel zu dienen, den Bürgern widerstandlos in die Tasche greifen zu können. Und der gesunde Menschenverstand sollte nicht am Altar des vermeintlich anthropogenen Klimawandels geopfert werden. (kb)

 

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