Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Kommentar
twitterlinkedInXING

Erste Marktreaktionen auf Bolsonaros Sieg in Brasilien sind positiv

Angesagte Weltuntergänge, selbst wenn sie von Mainstream-Medien herbeigeschrieben werden, finden offensichtlich nicht statt. Brasilien hat offensichtlich genug von der Korruption unter den linken Präsidial-Regierungen seit 1998.

brasilien_mann_1470317448_fotolia_117225244.jpg
© srady / Fotolia

Mit einem klaren 55 : 45 Sieg ging Jair Bolsonaro als Sieger aus den brasilianischen Präsidentschaftswahlen gegenüber dem linken Kandidaten Fernando Haddad hervor. Für die Weltwirtschaft kann das nur positiv sein, denn der konservative Kandidat versprach neben Kriminalitäts- und Korruptionsbekämpfung die Öffnung des rohstoffreichen Landes für private Investments und eine Verbesserung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Importbarrieren sollen abgeschafft, Gespräche über Freihandelszonen wieder aufgenommen und das Pensionsdesaster angegangen werden. 

Innere Sicherheit hat Priorität
Der 63-jährige wird von manchen abwertend als "Tropen-Trump" bezeichnet, der plant, auf die Gewalt in den Straßen des Landes mit Gewalt zu antworten, um der Gesetzlosigkeit endlich Herr zu werden. Immerhin hat das Land pro Jahr zirka 60.000 durch Gewaltverbechen zu Tode gekommene Bürger zu beklagen. Bolsonaros martialische Rhetorik macht ihn zu einem Feindbild von NGOs und Minderheiten. Obowhl er noch keinen Tag regiert hat, wird er bereits in einem Atemzug mit Viktor Orban und Rodrigo Duterte von den Philippinen genannt. 

Liberalität versus Gängelung
Der Mehrheit im Land geht es aber um etwas anderes: Um die Hoffnung, den ineffizienten Staat endlich effektiver zu machen und die schleppende Wirtschaft wieder in die Gänge zu bringen. Privatisierungen durch den Verkauf von Anteilen an Staatsunternehmen stehen weit oben auf seiner Prioritätenliste. In einer ersten Botschaft sprach er die Freiheit an, die es zu verteidigen und immer wieder neu zu erringen gelte.

Markt ist mit dem Machtwechsel einverstanden
Die internationale Anlegergemeinschaft scheint den Sieg ebenfalls positiv zu sehen, wie erste Marktreaktionen belegen. So stieg der in Frankfurt gehandelte Xtrackers MSCI Brazil UCITS ETF um 7,28 Prozent, der in Tokio gelistete NEXT FUNDS Ibovespa ETF um 10,88 Prozent und dem Petrobras ADR wird ein Aufschlag auf den Freitagskurs von acht bis neun Prozent attestiert. Auch der Real hat in Vorfreude auf den Wahlsieg des Rechtskandidaten im Oktober um zirka zehn Prozent zugelegt.

Mühen der Ebene
Da der Kongress zersplittert ist, wird Bolsonaro Kompromisse schließen müssen. Wieviel von seinem ambitionierten Programmm übrigbleibt, wird die Zukunft weisen. (kb)



 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen