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Emission eines tausendjährigen Green-Bonds: Was kommt als nächstes?

Nach hundertjährigen Staatsanleihen kommen nun tausendjährige Corporate-Hybrid-Anleihen mit grünem Touch. Wie grün müssen Investoren sein, um so etwas zu kaufen, wird sich mancher Beobachter unweigerlich fragen....

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© Maurice Tricatelle / Fotolia

Tausendjährige Eier als zweifelhafte Delikatesse der chinesischen Küche sind ja bekannt. Doch nun trat  vor kurzem die dänische Orsted A/S (früher: Dong Energy A/S) an den Markt mit einem tausendjährigen Green Bond. Immerhin 500 Millionen Euro ist die Anleihe, die einen 2,25-prozentigen Coupon trägt, schwer. Zielgruppe der zu einem Reoffer-Preis von 99,203 Prozent laut Bloomberg angebotenen Nachranganleihe sind ausschließlich Institutionelle, wie die 100.000 Euro-Stückelung verrät. Die Anleihe soll im Übrigen überzeichnet gewesen sein und steht leicht über pari.

Was sind tausend Jahre gegenüber sieben Perpetuals?

Orsted mit seiner gar nicht grünen Vergangenheit der Öl- und Gas-Förderung begab also seinen ersten grünen Bond und richtet sich seit geraumer Zeit neu in Richtung erneuerbarer Energien aus. Man ist der größe Entwickler von Offshore-Windparks der Welt und dänischer Stromversorger. Seine Nordsee-Öl- und Gas-Produktion verkaufte man Anfang 2017 an Ineos für mehr als eine Milliarde US-Dollar.

Grüne Mittelverwendung

So sollen auch die aufgenommenen Mittel für Projekte mit einer positiven Auswirkung auf die Umwelt verwendet werden. Dan Shurey, Analyst bei Bloomberg New Energy Finance in New York, weist drauf hin, dass es bereits sieben Emissionen ewiger Anleihen (Perpetual Bonds) auf dem Gebiet der Green Bonds gebe. Die Platzierung von Orsteds Anleihe zeige, dass das Unternehmen zuversichtlich sei, dass die Nachfrage nach grünen Anleihen nachhaltig sei. 

Nun sind Hybride mit ewiger Laufzeit und Kündigungsrechten seitens des Emittenten nach fünf oder zehn Jahren nichts Außergewöhliches. Auch der tausendjährige Bond hat ein erstes Kündigungsrecht 2024 nach sieben Jahren und daran anschließend ein jährliches. 

Warum man die Bezeichnung "Green Bond" gewählt hat?

Nicht deshalb, weil man dachte, es gäbe dadurch einen besseren Deal, versicherte ein Unternehmenssprecher, sonder weil dies mit der Gesamtstrategie des Unternehmens in Einklang stehe.  Auch in Zukunft könne man von Orsted Grenn Bond-.Emissionen erwarten, wobei das Pricing von Green Bonds keinen großen Unterschied zu konventionellen Anleihen zeige.  

Kleiner, aber politisch gewollter Markt

Der Markt für Green Bonds ist noch sehr klein, wie Bloomberg berichtet, Grüne Aktien machen gerade einmal fünf Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung aus, während Green Bonds auf lediglich 0,2 Prozent des ausstehenden Bond-Volumens kommen. Letztere Zahl stammt von den Vereinten Nationen. (kb)

 

 

 

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