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‘Wurstkönig’ Tönnies lockt JBS und asiatischen Investor

Tönnies Holding ApS & Co. könnte für seinen brasilianischen Rivalen JBS S.A. interessant sein genauso wie für einen ungenannten Bieter aus Asien. Deutschlands größter Schlachthofbetreiber könnte bei einem Verkauf mit bis zu 4 Milliarden Euro bewerten werden, so mit der Sachlage vertraute Personen.

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Geht Tönnies nach seinem 50. Geburtstag bald in asiatische oder brasiianische Hände über?
© Tönnies

Die Eigentümer des Unternehmens führen derzeit erste Gespräche mit beiden Interessenten und könnten im Sommer über die nächsten Schritte entscheiden, sagten die Personen und baten darum, nicht identifiziert zu werden, da die Informationen vertraulich sind. Es ist ungewiss, ob der Verkauf tatsächlich zustande kommt - vielleicht behält die Familie das Geschäft auch.

JBS ist der größte Fleischproduzent der Welt und ist in diesem Jahr bereits durch Akquisitionen in Großbritannien und Australien gewachsen. Das Unternehmen hat mit dem Kauf der niederländischen Firma Vivera darüber hinaus sein Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln erweitert.

Die Besitzer von Tönnies hatten Anfang des Jahres damit begonnen, Verkausoptionen für das rund 50-Jahre alten Unternehmen auszuloten, knapp 12 Monate nach einem skandalträchtigen Corona-Ausbruch in einer der Verpackungsanlagen des Unternehmens. Tönnies wandte sich hierfür an eine kleine Gruppe Unternehmen aus der Branche, darunter JBS, Tyson Foods und die WH-Gruppe, das chinesische Unternehmen, das 2013 Smithfield Foods gekauft hat, so die Bloomberg-Informanten.

Clemens Tönnies gilt als „Wurstkönig“ und ist der breiteren Öffentlichkeit vor allem durch sein Engagement beim Fußballverein Schalke 04 bekannt. Er wurde spätestens zum öffentlichen Buhmann, als eine seiner Fabriken schließen musste, nachdem mehr als 1.500 Arbeiter positiv auf Covid-19 getestet wurden.

Das Vermögen der Familie fußt auf der Industrialisierung der Fleischproduktion in Deutschland. Sowohl Clemens Tönnies, der etwa 45 Prozent des Unternehmens besitzt, als auch sein Neffe Robert, der 50 Prozent hält, könnten ihre Anteile an dem Geschäft verkaufen, wenn es zu einem Deal käme, sagten die Personen.

Tönnies beschäftigt rund 16.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2019 rund 7,3 Milliarden Euro Umsatz. Das Unternehmen betreibt Schlachthöfe für Schweine und Rinder und stellt darüber hinaus Cocktailwürste der Marke Böklunder, Könecke Bockwürste und Wikinger Hot Dogs her. (kb)

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