Quant-Professor und Vater des Hull–White-Modells gestorben

Der international anerkannte Wirtschaftswissenschaftler John C. Hull verstarb am 31. Januar. Hull galt weltweit als führende Autorität im Bereich Derivate und Risikomanagement.
Er prägte die moderne quantitative Finanzökonomie maßgeblich, insbesondere durch sein Standardwerk Options, Futures, and Other Derivatives, das bis heute auf den Schreibtischen zahlreicher angehender wie praktizierender Quants zu finden ist.
Hull war zudem Mitentwickler des Hull-White-Zinsmodells, eines Zinsstrukturmodells zur Beschreibung der zeitlichen Entwicklung von Zinssätzen, das vor allem zur Bewertung von Anleihen und Zinsderivaten eingesetzt wird. Das Hull–White-Modell, in Codebasen und Fachgesprächen häufig als „HW1“ oder „HW2“ bezeichnet, gehört seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit vieler Quant-Teams. Es findet breite Anwendung in Pricing-Engines, Risikosystemen, Szenariogeneratoren sowie in Kalibrierungsroutinen.
Hull war Berater zahlreicher Finanzinstitute und Regierungen weltweit. Zuletzt lehrte er als Professor für Derivate und Risikomanagement an der Rotman School of Management der University of Toronto. (sp)