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Pimco: Die "glorreichen Fünf" sind komplett

Der Rentenspezialist informiert über drei namhafte Verpflichtungen.

Soviel Prominenz gibt's sonst nur auf dem Weltwirtschaftsgipfel im schweizerischen Davos: Die Allianz-Tochter Pimco ergänzt ihre bisher aus Anne-Marie Slaughter und Ng Kok Song bestehende Berater-Crew um drei weithin bekannte Namen. Ben Bernanke, Ex-Vorsitzender der US-Notenbank, Gordon Brown (Bild links), ehemals britischer Premierminister und Jean-Claude Trichet, bis Ende 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (Bild unten), werden dem neuen Global Advisory Board von Pacific Investment Management Co. (Pimco) angehören. Damit haben die Pimco-Strategen ihr Berater-Quintett, zu dem auch Ng Kok Song (früher für die Kapitalanlagen von Singapurs Staatsfonds GIC Pte verantwortlich) sowie Anne-Marie Slaughter (ehemals Direktorin für Politikplanung im US-Außenministerium) gehören, komplettiert.
 
Das Gremium soll sich mehrmals im Jahr treffen und auch am jährlichen Secular Forum teilnehmen, auf dem Pimco über den langfristigen Wirtschafts- und Marktausblick diskutiert. Bernanke (Bild rechts) ist schon seit April an Bord und wird auch dem Beratungsausschuss vorstehen. Die Aufstellung des Gremiums folge der Tradition von Pimco, Experten von außen zu holen, die ihre Perspektiven an das Team der Investmentprofis weitergeben, erklärte dazu Pimco-CEO Douglas Hodge, der sich zu Bezahlung oder Honoraren der Berater nicht äußern wollte.
 
Wahre Probleme liegen woanders
 
Pimco - die Gesellschaft verwaltet aktuell ein Anlagevolumen von rund 1,5 Billionen US-Dollar - ist nach dem Weggang der beiden Chief Investment Officer Bill Gross und Mohamed El-Erian im vergangenen Jahr merklich bestrebt, das Vertrauen seiner Kunden zu fördern und die eigenen Reihen zu stärken. So wurden bereits zuvor Joachim Fels, früherer Chefökonom bei Morgan Stanley, Gene Sperling, ehemaliger Wirtschaftsberater zweier US-Präsidenten, sowie der Nobelpreisträger Michael Spence als Berater für Wirtschaftspolitik an Bord geholt. Auch Alan Greenspan, der frühere US-Notenbankvorsitzende, war von 2007 bis 2012 Berater bei Pimco. Inwieweit die nun bekannt gegebenen "Hochkaräter" Pimco dabei helfen, den massiven Mittelabfluss zu stoppen oder gar umzukehren, wird in der Branche kontrovers diskutiert.
 
Keine ausgemachte Sache
 
Für Michael Rosen, Chief Investment Officer bei Angeles Investment Advisors im kalifornischen Santa Monica, ist es jedenfalls keine ausgemachte Sache, dass sich hochprofilierte Namen in einem Beratungsgremium auch in besseren Anlageentscheidungen niederschlagen. "Es ist vorstellbar, dass diese Personen einige Erkenntnisse beisteuern können", erklärte Rosen im Telefoninterview mit Bloomberg. "Das aber in einen Portfolioaufbau, die Auswahl der Wertpapiere und schließlich Performance zu übersetzen, erfordert zahlreiche weitere Schritte. Ich bin nicht sicher, dass es eine direkte Verbindung zu einer besseren Anlageentwicklung ist."
 
Das Flaggschiff von Pimco, der Total Return Fund, hatte in den vergangenen Monaten massive Kapitalabflüsse zu verkraften, da Investoren in Erwartung höherer Zinsen ihr Geld aus dem Anleihefonds abzogen. Von einem Spitzenwert 2013 bei 293 Mrd. US-Dollar ist das Anlagevolumen auf mittlerweile weniger als ein Drittel geschrumpft. Die Kapitalabflüsse hatten sich nach dem Weggang von Bill Gross als einem der Gründer und langjährigem Fondsmanager bei Pimco sogar noch verstärkt. (hh)
 
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