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Legende Paul Volcker verstorben

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Paul Volcker

© Volcker Alliance

Der 92-jährige Paul Volcker war acht Jahre lang, nämlich von 1979 bis 1987 Präsident der Federal Reserve. Der bis ins hohe alte aktive Mann hatte für Obama die nach ihm benannte Volcker-Regel entworfen, die eine Wiederholung der Finanzkrise im Bankenbereich verunmöglichen sollte. Der mutige und keinem Streit ausweichende Zwei-Meter-Mann war überaus einflussreich und Vorgänger von Alan Greenspan, der 1987 von ihm die Leitung der Federal Reserve von ihm übernahm. Zu Volckers Amtsantritt herrschte Stagflation, das Wirtschaftswachstum war mau und die Inflation hatte zweistellige Werte erreicht.

Rosskur half letztlich
Volcker bekämpfte diese Gemengelage mit einer exorbitanten Straffung der Geldpolitik, wob er dir Leitzinsen in der Spitze auf 20,5 Prozent im Mai 1981 erhöhte. Die Inflation bekam er mit dieser Rosskur in den Griff, was aber nicht ohne schwere Kollateralschäden in der Realwirtschaft abging. Die Geldentwertung ging von fast 15 auf drei Prozent zurück. Veteranen im Anlagegeschäft erinnern sich noch an die Rezession, die speziell die amerikanische Landwirtschaft und den Construction-Sektor erfasste. Kritiker warfen ihm vor, damit die Wiederwahl von Jimmy Carter als US-Präsident verhindert zu haben und zu harsch vorgegangen zu sein. Später merkte Volcker an, er habe beim Credit Squeeze wohl ein wenig übertrieben und würde es ein zweites Mal anders machen. Heute gilt er jedenfalls allen als der Fed-Präsident, der die Inflation effektiv besiegen konnte.

Bis zum Schluss aktiv... 
Als Antwort auf die globale Finanz-und Wirtschaftskrise stellte Volcker im Auftrag von Barack Obama die nach ihm benannte Volcker-Regel auf, derzufolge die Eigenhandelsaktivitäten der Banken (Prop Desks) zum Zweck der Erreichung einer höheren Stabilität im Finanzsystems beschränkt wurden.

... und unbequem
Der wache und gesellschaftskritische Geist merkte 2018 in einem Interview mit der New York Times an, dass sich die USA auf eine Plutokratie zubewege. Es gebe eine Menge enorm reicher Leute, die der Überzeugung seien, sie seien so reich, weil sie so clever, kreativ und smart wären. Und diese Gruppe würde keine Regierung mögen und auch keine Steuern zahlen wollen. Zuletzt ließ er aufhorchen. als er hinter den Kulissen Jerome Powell den Rücken stärkte, als dieser von Trump in Tweets angegriffen wurde. Volker empfahl Powell laut der Nachrichtenagentur Reuters, die präsidentielle Kritik einfach zu ignorieren. (kb)

 

 

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