IWF beruft frühere BoE-Notenbankerin zur Chefökonomin
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Silvana Tenreyro zur neuen Chefökonomin und Leiterin seiner Forschungsabteilung ernannt. Das geht aus einer Mitteilung vom Dienstag (7.7.) hervor. Sie tritt ihr Amt im August an.
Tenreyro war von 2017 bis 2023 externes Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (Monetary Policy Committee) der Bank of England und ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der London School of Economics. Zudem war sie Präsidentin der European Economic Association.
Forschung und Konjunkturprognosen
Tenreyro promovierte an der Harvard University und studierte Volkswirtschaftslehre an der National University of Tucumán in Argentinien. Derzeit gehört sie dem externen Beratergremium der IWF-Direktorin an.
Die argentinisch-britisch-italienische Staatsbürgerin wird die wirtschaftlichen Prognosen des IWF in einer Phase verantworten, in der die Weltwirtschaft nicht nur mit einer neuen Inflationswelle infolge des Konflikts im Nahen Osten konfrontiert ist, sondern zugleich einen starken Investitions- und Einführungsschub bei Technologien der künstlichen Intelligenz erlebt.
Im vergangenen Jahr wurde Tenreyro in den Economic Advisory Council des KI-Unternehmens Anthropic berufen. Das Gremium berät das Unternehmen zu den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft.
Zweite Frau auf dem Posten
Tenreyro folgt auf Pierre-Olivier Gourinchas, der kürzlich an die Universität Berkeley in Kalifornien zurückgekehrt ist. Sie ist nach Gita Gopinath die zweite Frau auf diesem Posten und tritt ihr Amt am 10. August an. Die Amtszeit der Chefökonomen des IWF lag zuletzt zwischen drei Jahren – wie bei Gopinath und Gourinchas – und sieben Jahren, die Olivier Blanchard von 2008 bis 2015 im Amt war. (mb/Bloomberg)