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Ex-Eyb-&-Wallwitz-Vertriebschef gründet eigenen Asset Manager

Mit einem Seed-Money-Volumen von einer Viertelmilliarde Euro starten Eduardo Mollo Cunha, ehemals Vertriebsleiter bei Eyb & Wallwitz, und der Fondsmanager Alexander Pirpamer ihr Unternehmen Blackpoint. Als Ankerinvestor mit an Bord ist Kurt Schwarz aus der Gründerfamilie der Schwarz Pharma AG.

Eduardo Mollo Cunha, Mitgründer von ​Blackpoint Asset Management
Eduardo Mollo Cunha, Mitgründer von Blackpoint Asset Management: "Langfristiger Erfolg entsteht nicht, indem man möglichst viele Treffer landet, sondern durch die bestmögliche Vermeidung von Fehlern."
© privat

Als sich Anfang 2020 die Wege des Münchner Vermögensverwalters Eyb & Wallwitz und seines früheren Vertriebschefs Eduardo Mollo Cunha trennten, war das eine der spektakulärsten Veränderungen im personellen Vertriebskarussell der Fondsbranche. Nicht zuletzt, weil Cunha juristisch gegen die Freisetzung durch seinen ehemaligen Arbeitgeber vorging. Inzwischen sind die Fronten zwischen beiden Parteien weitgehend geklärt. Und wer Cunha einmal kennengelernt hat, kann sich denken, dass der zu keinem Zeitpunkt vorhatte, sich zur Ruhe zu setzen, im Gegenteil: Wie unserer Redaktion erfuhr, ist Cunha seit kurzem mit einer eigenen Investmentgesellschaft namens Blackpoint Asset Management wieder im Geschäft. Als Mitgesellschafter an Bord sind Alexander Pirpamer, der auf eine 20-jährige Erfahrung im Fondsmanagement zurückblickt, und Kurt Schwarz aus der Gründerfamilie der Schwarz Pharma AG. Wir haben mit Eduardo Mollo Cunha über seine Zukunftspläne mit Blackpoint gesprochen.


Herr Cunha, warum braucht es überhaupt einen weiteren Asset Manager wie Blackpoint oder anders gefragt: Welchen Mehrwert können Sie dem Markt bieten?
Eduardo Mollo Cunha: Wir wollen jedenfalls kein "Me-too-Anbieter" sein. Deshalb werden wir Vieles nicht einfach so machen "wie immer" oder "wie alle", um von Anfang an zu versuchen, einerseits Fehler so konsequent wie möglich zu vermeiden und andererseits dort, wo eine Weiterentwicklung möglich und notwendig ist, diese auch bewusst und direkt anzugehen.

Was muss man darunter genau verstehen?
Cunha: Konkret wird das zum Beispiel in einem unserer Leitmotive, das sich durch viele Themen hindurchzieht. Das betrifft etwa das Verhältnis zwischen der Anzahl an Portfoliomanagern und Analysten einerseits und der Zahl der individuell gemanagten Portfolios und Fonds andererseits. Unser Portfoliomanagement-Team, geleitet von meinem Gründungspartner Alexander Pirpamer, wird zu Beginn seine gesamte Energie auf das Management eines einzigen Portfolios, den von uns demnächst aufgelegten vermögensverwaltenden Mischfonds Blackpoint Evolution Fund, konzentrieren. Das schafft von Anfang an Vertrauen.

Ist die Namensnähe zu Blackrock gewollt?
Cunha: (lacht) Nein, überhaupt nicht! Im Übrigen gibt es sehr viele Unternehmen in der Finanzbranche, die den Bestandteil "Black" im Namen tragen. Unser Name reflektiert zum einen den Bezug zu unserem Mitgründer und Ankerinvestor, Kurt Schwarz aus der Gründerfamilie der Schwarz Pharma AG, und zum anderen unser zielgerichtetes, fokussiertes Geschäftsmodell. Außerdem war uns wichtig, einen Firmennamen zu haben, mit dem wir auch auf internationaler Ebene gut agieren können.

Wie sieht die Idee hinter Blackpoint konkret aus?
Cunha: Blackpoint ist aus der Zusammenarbeit von Investmentexperten, die ihre Unabhängigkeit schätzen, und dem erfolgreichen Family Office von Kurt Schwarz entstanden. Wir wollen Anlegern aus allen Segmenten ermöglichen, 'alongside' der Familien zu investieren, die ihre Vermögensverwaltung über unseren Fonds laufen lassen. Unsere Investmentphilosophie fußt im Wesentlichen auf drei Säulen, aus denen wir unsere Handelsmaximen ableiten. Erstens: Langfristiger Erfolg entsteht nicht, indem man möglichst viele Treffer landet, sondern durch die bestmögliche Vermeidung von Fehlern. Zweitens: Der Kapitalmarkt ist ein großes Puzzle, das sich ständig ändert, weil auch Unternehmen einem stetigen Evolutionsdruck unterworfen sind. Und drittens: Um Rendite zu erwirtschaften, muss man Risiken eingehen. Auf Renditen haben wir keinen Einfluss, mit dem Managen von Risiken aber kennen wir uns bestens aus.

Was sind die wesentlichen Kennzeichen des umgesetzten Investmentmodells?
Cunha: Durch die flexible Investition in Aktien und Anleihen, in Verbindung mit der kontinuierlichen taktischen Anpassung des Portfolios, wollen wir langfristig eine positive Rendite erreichen, auch wenn wir natürlich nicht garantieren können, dass wir das immer und über jede Marktphase hinweg werden erreichen können. Unser Ziel bleibt aber eine angemessene Beteiligung an den Wertsteigerungen von Märkten, die mit einem gewissen Schutz des Vermögens in fallenden Märkten kombiniert wird.

Konkret heißt das: In seiner strategischen Vermögensaufteilung legt der Blackpoint Evolution Fund innerhalb einer neutralen Ausgangssituation mehrheitlich weltweit in Aktien und zu etwa einem Drittel in Anleihen, auch Unternehmensanleihen, an. Je nach erwarteter Marktentwicklung kann die Aktienquote entsprechend taktisch erhöht oder gesenkt werden.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für Sie?
Cunha: Grundsätzlich müssen mindestens 75 Prozent unserer Portfoliopositionen strenge Nachhaltigkeitsstandards nach definierten Ausschlusskriterien erfüllen. Einer unserer Grundsätze lautet nämlich: mehr Nachhaltigkeit bedeutet weniger Risiko. Wir berücksichtigen nicht-finanzielle Aspekte als Risikofaktoren und arbeiten mit Spezialisten zusammen, um einen geeigneten Prozess zur Bewertung der ESG-Richtlinien von Unternehmen und Emittenten adäquat in unseren Investmentprozess zu integrieren. Um unserer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht zu werden, unterstützen wir die zehn Prinzipien des UN Global Compact in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention. Dadurch sind wir jederzeit in der Lage, sowohl einzelne Anlageentscheidungen zu begründen als auch konsolidiert über das gesamte Fondsportfolio hinweg zu berichten.

Und wer sind die Hauptzielgruppen Ihrer Gesellschaft? Ist es mehr der institutionelle Investor, der Privatkunden-Berater oder der Endkunde direkt?
Cunha: Endkunden werden wir nur indirekt ansprechen, über deren Berater, ihre Bank oder sonstige Intermediäre. Das betrifft im Prinzip das gesamte Segment, das heutzutage oft als Wholesale bezeichnet wird. Einmal abgesehen davon, dass wir gar nicht über die Kapazität verfügen, um Privatkunden direkt zu beraten, erlaubt uns das eine möglichst schlanke Struktur beizubehalten und Aufgaben, die nicht zu unseren Kerngeschäft gehören, auszulagern, zu automatisieren oder über spezialisierte Dienstleister anzugehen. Darüber hinaus stellen natürlich auch institutionelle sowie semi-institutionelle Investoren für uns eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe dar.

Wir bedanken uns für das Gespräch. (hh)

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