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Bundesbankchef will nicht mehr, stellt Amt zur Verfügung

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Jens Weidmann

© Bundesbank/ Frank Rumpenhorst

Bundesbankpräsident Jens Weidmann tritt zum Jahresende zurück. Das teilt die Bundesbank mit. Er verlasse das Zentralinstitut, an deren Spitze er seit Mai 2011 steht, vor Ablauf seines Vertrags aus persönlichen Gründen: "Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass mehr als zehn Jahre ein gutes Zeitmaß sind, um ein neues Kapitel aufzuschlagen – für die Bundesbank, aber auch für mich persönlich", wird aus einem Brief Weidmanns an die Mitarbeiter der Bank zitiert. Angaben zu seinen Zukunftsplänen machte Weidmann nicht. 

Warnung vor höherer Inflation
Was genau der Anlass für den Rückzug ist, geht aus der weiteren Mitteilung nicht hervor. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge dürfte hinter Weidmanns Schritt aber eine Ernüchterung über den langfristigen Einflussverlust in der Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen. Sie habe sich seiner Ansicht nach nicht nur in geldpolitischer Hinsicht in eine falsche Richtung entwickelt. Der scheidende Bundesbank-Chef habe in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass ihm etwa der Aktivismus der EZB bei der Klimapolitik zu weit gehe. Wie Weidmann im Brief an die Bundesbankmitarbeiter schreibt, sei es laut Weidmann essentiell, "nicht einseitig auf Deflationsrisiken zu schauen, sondern auch perspektivische Inflationsgefahren nicht aus dem Blick zu verlieren“.

Nachfolger oder Nachfolgerin?
Spekulationen über seinen Nachfolger oder eine Nachfolgerin dürften bald beginnen. Laut dem "Spiegel" können sich gleich zwei Anwärterinnen Hoffnungen auf den Posten machen. Zum einen Claudia Maria Buch – die frühere Wirtschaftsweise ist bereits seit 2014 Vizepräsidentin der Bundesbank. Zum anderen Isabel Schnabel, die bis 2019 ebenfalls dem Sachverständigenrat angehörte und seit 2020 Mitglied des EZB-Direktoriums ist.

Weidmann  war 2011 Nachfolger von Axel Weber geworden. Zuvor hatte er für den Internationalen Währungsfonds gearbeitet und verschiedene leitende Posten bei der Bundesbank, dem Bundeskanzleramt und dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung inne.

"Jens Weidmann hat sich als Bundesbankpräsident stets für eine stabilitätsorientierte Geldpolitik eingesetzt und als Ökonom eine exzellente Reputation. Besonders wichtig war sein Einsatz für die Unabhängigkeit der Geldpolitik und die Wahrung stabiler Staatsfinanzen. Nun ist die Politik gefordert, bei der Nachfolge die Stabilitätsorientierung der Bundesbank fortzusetzen und so das Vertrauen in die Geldpolitik angesichts erhöhter Inflationsrisiken zu stärken", erklärt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). (jb)/(aa)

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