Berliner Pensionskasse: Ex-Direktor gewinnt und verliert

Der frühere Direktor des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Berlin (VZB), Ralf Wohltmann, ist mit dem Versuch gescheitert, gerichtlich gegen die Beendigung seines Dienstverhältnisses seitens der VZB vorzugehen. Darüber berichtet "Bloomberg News".
Zur Erinnerung: Das VZB entließ ihn der Nachrichtenagentur zufolge im vergangenen Jahr, nachdem immer mehr Verluste bekannt geworden waren. Der Pensionsfonds wirft Wohltmann vor, gegen seinen Arbeitsvertrag unter anderem dadurch verstoßen zu haben, dass er an einem Unternehmen beteiligt war, das wiederum mit dem VZB in Geschäftsbeziehungen stand.
Kündigung mit Frist statt sofortiger Entlassung
Das Berliner Arbeitsgericht wies am Freitag seine Klage weitgehend ab, wie ein Anwalt des VZB mitteilte. Das Gericht gab ihm nur zu einem kleinen Teil recht: danach konnte das VZB ihn nicht fristlos kündigen, sondern muss die vertragliche Kündigungsfrist – in seinem Fall ein Jahr – einhalten.
Bei der Verhandlung am Freitag argumentierte Wohltmanns Anwalt, das VZB habe über Wohltmanns Beteiligungen Bescheid gewusst, daher habe es kein Recht, ihn rauszuwerfen. Beide Seiten können Berufung einlegen. Wohltmann war 25 Jahre lang Direktor des VZB, bis er Anfang 2025 zunächst freigestellt und später entlassen wurde.
Niedrigzinsphase verführte zu riskanteren Investments
Beim VZB sind mehr als 10.000 Zahnärzte aus Berlin, Brandenburg und Bremen pflichtversichert. Im Dezember hatte das Versorgungswerk mitgeteilt, es habe Verluste von mindestens 1,1 Milliarden Euro wegen fehlgeschlagener Investments zu verkraften. Per Ende 2024 verwaltete es ein Vermögen von rund 2,2 Milliarden Euro.
Das VZB-Disaster ist laut Bloomberg das bisher deutlichste Beispiel für eine schleichende Krise, die mehrere solcher Pensionsfonds erfasst hat, die in intransparente und risikoreiche Anlagen investiert hatten, um die jahrelange Niedrigzinsphase auszugleichen. Einige davon haben seit der Zinswende erhebliche Verluste erlitten.
Das VZB ist inzwischen gerichtlich gegen die Apobank, den Wirtschaftsprüfer Forvis Mazars, den Berliner Senat und neun weitere ehemaligen Managern vorgegangen, um Schadensersatz zu fordern, merkt Bloomberg abschließend an. (aa)

