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3/2018 | Theorie & Praxis
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Stabile Disparität

Frauen haben es ungleich schwerer, Finanzierungen aufzustellen.

Die Ergebnisse der BCG-Studie betreffen Start-ups, stellen aber keine große Überraschung dar, wenn man sich andere Wachstumssegmente ansieht, wo die Geschlechter in Konkurrenz zueinander stehen. PitchBook Data zeigt, dass seit Anfang 2016 von Frauen gegründete Unternehmen nur 4,4 Prozent der Venture-Capital-(VC)-Deals erhalten haben, wobei diese Firmen nur zwei Prozent der investierten VC-Gelder für sich verbuchen konnten.
 
Drei Hauptgründe

Gespräche mit weiblichen Gründern, Mentoren und Investoren ergaben ein Bild, aus dem man drei Hauptgründe für den Status quo ableiten kann. Erstens sind weib­liche Gründer und deren Präsentationen größeren Herausforderungen und Rückschlägen ausgesetzt. So berichten beispielsweise mehr Frauen als Männer davon, dass sie während ihren Präsentationen gefragt werden, ob sie über grundsätzliches technisches Wissen verfügen. Oft gehen Inves­toren davon aus, dass Frauen dieses Wissen fehlt. So berichtete etwa eine Co-Gründerin, die gemeinsam mit einem Mann ein Start-up aufsetzte, dass bei ­einem gemeinsamen Pitch die Investoren automatisch davon ausgingen, dass ihr Partner die Technologie beherrsche, sodass sie an ihn alle technischen Fragen richteten. Dazu kommt, dass weibliche Gründer bei Pitches zögern, auf Kritik umgehend zu antworten. Sollte ein potenzieller Investor eine negative Bemerkung zu Aspekten des Pitches einer Frau machen, würden Gründerinnen, anstelle ihre Gegenargumente vorzubringen, dies als Ausdruck eines legitimen Feedbacks verstehen. Pitchende Männer hingegen würden in die Offensive gehen und dem Investor erklären, worin er falschliege.

Zweitens besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass männliche Gründer kühne Annahmen tätigen und Projektionen skizzieren und damit eher zu einem Verhalten neigen, dass im Angelsächsischen als „overpitching“ und „overselling“ beschrieben wird, also durch übertriebene Behaup­tungen den Preis in die Höhe zu treiben. Frauen agieren hier zurückhaltender und konservativer in ihren Schätzungen und fragen somit um weniger Funding nach als Männer.

Als dritter Punkt kommt hinzu, dass Investoren oft wenig Zugang zu Produkten und Dienstleistungen haben, die von Frauen gegründete Start-ups speziell Frauen ­anbieten möchten. Laut Crunchbase, einer Plattform, die Venture-Capital-Finanzierungen beobachtet, sind 92 Prozent der Partner der größten Venture-Capital-Firmen in den USA Männer. Frauen sprechen oftmals Themen in ihren Pitches an, bei denen sie über entsprechende Erfahrung verfügen, was bei Männern weniger der Fall ist. Viele der weiblichen Interviewpartner erzählten, dass ihr Angebot in Kategorien wie Kindererziehung und Beauty auf Basis persönlicher Erfahrung entstanden sei und sie Schwierigkeiten hätten, diese Bedürf­nisse und Lösungsansätze Männern zu vermitteln und ihnen das Potenzial ihrer Geschäftsideen verständlich zu machen. Eine Gründerin meinte, dass sich dieses mangelnde Verständnis auch in sozialen Belangen offenbare, wenn der Pitcher Produkte für Personen einer Gesellschaftsschicht anbietet, die weit unter jener des Venture-Capital-Finanziers liegt.

 

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