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4/2018 | Theorie & Praxis
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Der Cyrano-Effekt

Für Jean-Claude Juncker hat Gabriel Felbermayr den wirtschaftspolitischen Cyrano der Bergerac gegeben: Seine zugeflüsterten Daten haben dazu beigetragen, einen Handelskrieg mit Trumps Amerika zu verhindern. Doch ist ihm das Agieren aus dem Hintergrund genug? Wie tickt der designierte IfW-Chef, was hat er vor?

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Als aufgehender Star am Ökonomen-Himmel gilt der österreichische Ökonom Gabriel Felbermayr. Mit der Leitung des Kieler IfW gewinnt er an wissenschaftlichem und wirtschaftspolitischem Einfluss. Deshalb die Frage: Wie legt er’s wohl an …?

© Wolf Heider-Sawall

Und plötzlich war da ein Kuss – zugegebenermaßen kein romantischer, sondern vielmehr einer, wie er im vorigen Jahrtausend gern unter älteren, privilegierten weißen Männern des Warschauer Paktes ausgetauscht wurde. Dem Werber, einem ­europäischen Politiker namens Jean-Claude Juncker, fehlten jedoch lange Zeit die Worte, um dem Objekt seiner Sehnsucht diese Zuneigungsbekundung zu entlocken. Es bedurfte der Intervention eines Cyrano – in Gestalt des aufstrebenden Ökonomen Gabriel Felbermayr –, um dem umworbenen US-Präsidenten Donald Trump endlich nahe genug kommen zu können. Denn der inzwischen legendäre „Rosegarden Kiss“ konnte laut Felbermayr erst zustande kommen, als ihm die ifo-Abteilung für Welthandel Zahlen zur Verfügung stellte, die Trump die Augen öffneten – „und zwar Trumps eigene Zahlen“, lächelt der aufstrebende Ökonom. „Wir haben Juncker mit Daten der US-­Behörden ausgestattet, wonach die USA mit Europa einen gewaltigen Außenhandelsüberschuss erzielen, wenn man die Exporte von Google, Amazon und anderen digitalen Dienstleistungsgiganten miteinberechnet.“ Das nennt sich dann in der Regel Leistungsbilanz – eine Fusion der beiden Termini zu einer an die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts angepassten neuen Definition von „Handelsbilanz“ lässt sich jedoch leichter kommunizieren.

Juncker präsentierte diese Zahlen, bekam seinen Kuss und hat so einen möglichen Handelskonflikt mit den USA abgewendet. Viel war im Nachhall von versprochenen verstärkten Gasimporten seitens der EU zu hören, von der Chemie zwischen den beiden Politikern und vom Verhandlungs­geschick Junckers. Felbermayr ist aber ­davon überzeugt, dass seine Zahlen den Grundstein für das überraschende Happy End der Geschichte darstellten.
Die Frage, ob es ihn störe, dass er in diesem Szenario im Hintergrund geblieben sei und andere die historischen Früchte geerntet haben, verneint der künftige Chef des ­Kieler Instituts für Weltwirtschaft. „Nein. Das gehört dazu. Das ist meine Rolle.“ Felbermayr klingt in diesem Zusammenhang bescheidener, als er wahrscheinlich ist. Aber auch das gehört dazu – zu der Rolle, die er für sich als Wirtschaftsforscher definiert.

Also: Zurückhaltung? Ja, wenn es darauf ankommt.

Und Introvertiertheit, stiller Rückzug in den Elfenbeinturm? Definitiv nicht.

Tatsächlich entspricht der gebürtige Österreicher keinem der Klischees, das ein akademischer Vertreter der Ökonomie vor sich hertragen könnte. Der ­modern geschnittene Anzug sitzt wie angegossen, elegante Manschettenknöpfe statt schnöder Plastiklösung und Designerbrille runden das Bild ab – ­eines, das sich drastisch von dem kleinen Büro unterscheidet, das, karg eingerichtet, als einziges dekoratives Element ein selbst gezeichnetes Abschiedsbild seines Teams aufweist.

H. W. Sinn 4.0?

Fest steht jedenfalls: Der Mann weiß sich als Person zu präsentieren. Damit macht er sich im akademischen Umfeld wahrscheinlich nicht nur Freunde – das Gedankenbild eine Hans-Werner Sinn 4.0 drängt sich ­unweigerlich auf: Wie Sinn versteht es Felbermayr, mediale Aufmerksamkeit zu wecken und nutzen. Schnell kann dann die Kritik aufkommen, man verwende zu viel Zeit auf Aktionismus und zu ­wenig für die Wirtschaftsforschung – ein Vorwurf, den sich renommierte Ökonomen wie Sinn oder Bernd Rürup immer wieder gefallen lassen mussten. „Das stellt natürlich ein gewisse Gefahr dar“, sagt Felbermayr. „Deshalb war es mir auch immer wichtig, ein starkes aka­demisches Fundament vorweisen zu können.“

Felbermayrs Liste

Das ist dem erst 42-Jährigen auch gelungen: Die Publikationsliste an Monografien, Working Papers oder Aufsätzen ist 13 dicht bedruckte A4-Seiten lang und umfasst nicht nur Veröffentlichungen im deutschsprachigen, sondern auch im wichtigen angelsächsischen Raum. „Da hatte ich enormes Glück, weil ich mit brillanten Co-Autoren zusammenarbeiten durfte. Wer weiß, wohin mich der Weg geführt hätte, wenn ich nicht von diesem Input hätte profitieren können?“

Doch war es das schon? Ein gut ange­zogener Ökonom mit einer ausführlichen Publikationsliste, der möglicherweise das Glück gehabt hat, früh in seiner Karriere die richtigen Leute und Entscheidungen zu treffen? Also alles vielleicht ein bisschen glatt? Zu glatt?

Nicht wirklich. Man darf nicht vergessen: Felbermayr hat sieben Jahre ­unter Sinn gearbeitet. Und von diesem gelernt. Unter anderem, dass es nicht notwendigerweise schadet, wenn man ab und zu Krawall schlägt. So hat Felbermayr der Kanzlerin in der Vergangenheit mangelndes Verständnis des ­Arbeitsmarktes vorgeworfen und auf der anderen Seite mitunter die Partei Trumps ergriffen, wenn dieser Aspekte der EU-Handelspolitik kritisierte oder die „WTO als so tot wie Doha“ bezeichnete – das mag objektiv zwar stimmen, löst in Deutschland aber definitiv den einen oder anderen reflexartigen Buh-Ruf aus.

Krawall und Auseinandersetzung ist ­Felbermayr seit Beginn seiner Karriere gewöhnt. Er erinnert sich gern an seine Zeit in Tübingen zurück – vor allem an ein Projekt zur damals brandaktuellen Osterweiterung. „Das war alles sehr emotional. Da hat es Geschrei und Gepöbel gegeben.“ Felbermayr kann sich in Gedanken an die wilden Tübinger Jahre ein Lächeln nicht verkneifen und stellt klar: „Aber das war gut so. Wenn etwas kommentarlos hingenommen wird, wenn Stille herrscht, dann ist das ein schlechtes Zeichen.“

Reibungsfreudig

Dass er wenig Wert auf Faserschmeichelei legt, demonstriert er auch, wenn er nach seiner künftigen Wirkungsstätte gefragt wird: Ob dort vielleicht in den vergangenen Jahren nicht doch etwas schiefgelaufen sei, wie der – zumindest aus der Beobachtung wahrgenommene – Bedeutungsverlust zu erklären sei. An dieser Stelle könnte man als zukünftiger Chef versucht sein, diplomatisch von alten und neuen Fokussen zu sprechen sowie die kleinen Stellschrauben zu erwähnen, die es da oder dort unter Umständen zu stellen gilt.

Felbermayr legt lieber gleich den Finger in die Wunde. Demnach habe die Positionierung des Instituts nicht funktioniert. Zwar habe Kiel international Erfolge ­gefeiert: „Aber was bringt die schöne doppelseitige Schlagzeile in Japan, wenn das in Deutschland von niemandem wahrgenommen wird?“ Somit ist klar: Felbermayr ist angetreten, um Kiel wieder zu einem Meinungsführer zu machen. „Das ist wichtig“, mahnt er ein. Werde man nicht wahrgenommen, könne man sich vor der Leipziger Kommission nicht behaupten. Dann drohen Kürzungen, Repu­tationsverluste, akademischer Abstieg, „es sind Institute auch schon geschlossen worden“, warnt der Ökonom.

Rollenfindung

Doch abgesehen von den Auswirkungen auf die unmittelbar ­Betroffenen: Wäre das wirklich so dramatisch? Braucht Deutschland sechs große Wirtschaftsfor­schungs­institute? Braucht es überhaupt Wirtschaftsforscher? An sich gibt es Wirtschaftsuniversitäten, deren Aufgabenbereich ebenfalls in der Forschung liegt, Legionen an volkswirtschaftlichen Abteilungen widmen sich kontinuierlich den Geschehnissen an den Finanzmärkten, und schlussendlich gibt es ja auch ein Wirtschaftsministerium, in dem man sich über den Zustand der Ökonomie ebenfalls den einen oder anderen Gedanken macht.

Womit wir wieder bei Trump, Juncker, einem Kuss und dem ­wären, was wir den „Cyrano-Effekt“ nennen wollen. Genau dort sieht Felbermayr nämlich langfris­tig die Aufgabe von Wirtschaftsforschern – als Vermittler zwischen Wissenschaft und Politik. Dazu muss man Talent zur Vereinfachung – der Poesie des 21. Jahrhunderts – haben, ohne dabei die Wahrheit auf dem Altar der Effizienz zu opfern. Felbermayr feuert in diesem Zusammenhang auch ­eine Breitseite auf den akademischen Elfenbeinturm ab: „Nehmen Sie nur die 500-Seiten-Gutachten des Sachverständigen-Rates.“ Dort wiege man jeden Satz wohl dreimal ab, faktisch sei alles korrekt, aber am Ende sei die Übung faktisch gesehen irrelevant, weil sie kaum jemand lese. Deshalb braucht es „den Mut zu gut greifbaren Botschaften“, man müsse mit – und an der Stelle geht wahrscheinlich kurz seine McKinsey-Vergangenheit mit ihm durch – „Action Titles arbeiten“.

In & Out

Apropos McKinsey. Was war da eigentlich los, direkt nach dem Uni-Abschluss? Wieso ausgerechnet einer der umstrittensten Beratungskonzerne, bei dem Human Resources nach dem Motto „In and out“ agiert – und damit ist nicht das Drehbuch einer fröhlichen Hollywood-Komödie aus den 90er-Jahren gemeint.

Dazu ein wenig Hintergrund: Felbermayr hat in Linz studiert, Das ist zwar die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Oberösterreich, aber die 200.000-Seelen-Gemeinde als Nabel der Welt zu bezeichnen wäre wohl ein eher verwegenes Unterfangen. Nichtsdestotrotz bezeichnet es ­Felbermayr als Glück, dass alles in Linz begann. „Damals waren ­unglaublich gute Leute dort. Die waren enorm erfolgreich, haben die Studenten motiviert und mit­gezogen.“ Sie sind dann aufgrund ihres Erfolgs allerdings auch gegangen und haben ihr Glück an einflussreicheren Wirkungsstätten gesucht. Felbermayr ist es aber ­gelungen, die Gunst der Stunde zu nutzen, ein akademisches Netzwerk aufzubauen und das ihm ­gebotene Wissen aufzusaugen wie der sprichwörtliche ausgetrocknete Schwamm. Das Resultat war eine recht beeindruckende Liste von Auszeichnungen, darunter der in Österreich hoch renommierte Theodor-Körner-Preis.

Selbstbehauptung

Und im selben Jahr McKinsey. „Ich schätze, da wollte ich mir etwas beweisen“, gesteht sich Felbermayr ein. „Und zwar dass ich nicht nur Uni kann, sondern auch Privatwirtschaft.“ Bedeutet: Druck aushalten, im freien Wettbewerb bestehen. Und nicht nur „bestehen“, sondern auch reüssieren. Und nicht nur irgendwo, sondern eben im höchst erfolgreichen Fegefeuer der McKinsey’schen Firmenkultur.

„Das habe ich auch alles geschafft, aber letzten Endes, denke ich, dass ich die akademische Freiheit zu sehr schätze.“ Also ging es über die Universitäten Tübingen und Hohenheim zum Ifo als Leiter des Zentrums für Außenwirtschaft, wo er sich immer mehr zu einem aufgehenden Stern am Ökonomenhimmel entwickelte. Mit einem derartigen Status steht er unter entsprechender ­Beobachtung und nicht jeder ist Felbermayr wohlgesonnen. Berichtet wurde medial bereits über Kollegen in Hohenheim, die nicht unbedingt in Tränen ausgebrochen sein sollen, als Felbermayr ging. Ein Grund dafür könnte sein, dass McKinsey nicht spurlos an ihm vorübergegangen ist. „Das war zwar nicht meine Zukunft, aber ich habe dort unglaublich viel gelernt – vor allem was Personalma­nagement und Führung betrifft.“ McKinsey’sche Managementideen also – da konnte man in Tübingen und Hohenheim wahrscheinlich durchaus an der einen oder anderen Stelle anecken.

Doch wie geht Felbermayr mit dem Druck um? Offenbar ganz gut. Denn im Gespräch ist das die erste Frage, auf die er nicht sofort eine Antwort parat hat. Wollte er den Erwartungen entsprechen, müsste er einen schmalen Grat finden, auf dem er zum einen die Last der Aufgabe zu würdigen weiß. Auf der an­deren Seite müsste er signalisieren, diesem Druck auch gewachsen zu sein. Aber da kommt nichts. Man merkt, wie es in ihm ­arbeitet, man hat den Verdacht, er würde am liebsten herausschreien, dass er genau gar keinen Druck verspürt – doch letzten Endes ­rettet ihn an dieser Stelle einmal mehr sein Jahr bei McKinsey. Dort, so erklärt er, habe er gelernt, mit Druck umzu­gehen. Druck-Thema also abgehakt.

Kieler Perspektiven

Stellt sich letzten Endes noch die ­Frage, was akademisch auf Felbermayrs Kollegen in Kiel zukommt. Eines ist klar: wenig vom Alten. „Ich habe das Gefühl, man hat sich dort ein wenig verzettelt, man weiß nicht mehr so recht, wofür Kiel eigentlich steht.“ Früher habe es mit Welthandel und einer ordolibe­ralen Ausrichtung eine relativ klare Stoßrichtung gegeben. Dieser Tage befasse man sich aber auch mit Verhaltensökonomie. Das sei zwar lobenswert, „man kann sich aber schon fragen, ob Kiel dafür der beste Platz ist.“

Fokussierung also, stärkere Präsenz in der Öffentlichkeit, mitreden bei der politischen Gestaltung. Aber reicht das? Kann man ­damit ein Institut wieder in die erste Reihe führen, kann man mit Wirtschaftsforschung angesichts der zunehmenden Experten­skepsis überhaupt noch gesellschaftliche Deutungshoheit erlangen? An dieser Stelle wird Felbermayr nachdenklich. Tatsächlich gebe es diese öffentlichen Zweifel. Umso wichtiger sei es aber, seine Botschaften klar zu vermitteln. Hinzu komme, dass die Skepsis angesichts der rasend schnellen Veränderungen gar nicht unangebracht sei. „Denken Sie nur an die Digitalisierung und ihre Folgen – auch im Welthandel!“ Was bedeuten diese Trends für den Warenaustausch? Wird es in zehn Jahren noch ­Spediteure geben oder werden sich Platt­formen bilden, die die Spediteure obsolet machen? Was bedeutet das für die Kostenstruktur und die Energienutzung? „Wenn die Kosten im Handel aufgrund von digi­talen Effekten um 40 Prozent reduziert werden, was kümmert mich dann eine Ölpreisanstieg von 30 Prozent?“, fragt Felbermayr, wohl wissend, dass er wieder zuspitzt. „Oder künstliche Intelligenz? Wie wird sich diese auf die weltweiten Handelsströme und die Märkte auswirken (siehe auch „Künstliche Intelligenz im Welthandel – ein Fall für ,Superstars‘).

Das Problem, das sich aus Sicht der seriösen Wissenschaft stellt – und für die steht Felbermayr trotz aller Lust an der Reibung unbedingt –, ist, dass sich die hier beschriebenen Fragen jetzt schon stellen, „es aber noch keine zuverlässigen Daten gibt. Ohne Daten keine Modelle. ­Ohne Modelle keine Prognosen.“

Also Zeit für eine andere Herangehensweise an die Wirtschaftswissenschaften? „Kann sein, dass das nötig sein wird. Kann sein, dass wir in der Vergangenheit zu sehr auf mathematische ­Modelle gesetzt haben, aber was sollen wir stattdessen machen? Gedichte vortragen?“ Abermals spitzt er zu. Er weiß, dass man andere Herangehensweisen braucht. Spätes­tens 2008 hat sich gezeigt, dass die alten Modelle wenig mit der ökonomischen Realität zu tun haben. Weder gibt es den perfekten Konsumenten noch den perfekten Wirtschaftstreibenden. Doch Lehman liegt gerade zehn Jahre zurück.

Die Suche nach neuen Methoden hat ­gerade erst begonnen. Etwa im Zweig der Verhaltensökonomie. „Vielversprechend“, attestiert Felbermayr. Aber wahrscheinlich dann doch nicht allzu sehr für Kiel.   

Hans Weitmayr


Felbermayr frei assoziierend zu …

… Brexit: „Ein historischer Unfall.“
… Euro: „Ein wahnsinnig wichtiges Projekt, um Europas weltweite Relevanz zu bewahren.“
… Handelskrieg: „Immer besser als wirklicher Krieg, aber eine substanzielle Bedrohung unserers Wohlstands, wenn er zum Flächenbrand wird.“
… ifo: „Information und Forschung …“
… Kiel: „Der hohe Norden.“
… Welthandel: „Das ist mein Metier. Die Hanse-Leute sagen: ,Die Welt ist mein Feld.‘“
… China: „Bis 2045 am aufsteigenden Ast. Dann wird China schneller älter, als es reich werden kann.“
… Digitalisierung: „Der hoffentlich große Wohlstandsmehrer der Zukunft mit großen Risiken und hohem Bedarf, proaktiv politische Rahmenbedingungen zu schaffen.“
… Finanzkrise: „Ein dem marktwirtschaftlichen System zugehöriges Problem, das wir mit Regulierung eindämmen, aber nicht aus der Welt schaffen können.“
… meine größte Fehlprognose: „Da gibt’s ein paar – aber wahrscheinlich der Brexit.“


Kurzbiografie Felbermayr

Geboren: 24. Juni 1976 in Steyr, Österreich
Lebensmittelpunkt: zu Redaktionsschluss München;
ab März 2019 Hamburg und Kiel
Familienstand: verheiratet
Akademischer Werdegang
1995–2008: Studium Johannes Kepler Universität Linz, ­Doktoratsprogramm Florenz, Habilitation Eberhard Karls Universität Tübingen
Beruflicher Werdegang
2003/04: Univ.-Ass Johannes Kepler Universität
2004/05: Associate Consultant McKinsey & Company
2005–2008: Akadem. Rat auf Zeit, Universität Tübingen
2008–11: Prof. f. VWL, Univ. Hohenheim
2010–2019: Leiter ifo Zentrum Außenwirtschaft
Ab 2011: Prof. f. VWL; Ludwig-Maximilians Univ. München
Ab 2019: Leiter IfW Kiel


Ein Institut mit Seefahrer-Tradition

Das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) wurde am 18. Februar 1914 als Königliches Institut für Seeverkehr und Weltwirtschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gegründet.

Die Eröffnungsfeier fand am 20. Februar im Institutsgebäude am Schlossgarten 14 statt.
Im Januar 1919 erwarb die Fördergesellschaft das Krupp’sche Anwesen „Seebadeanstalt“ an der Kieler Förde, das im Frühjahr 1920 bezogen wurde. Nach mehrfachen Änderungen trägt es seit etwa 1934 den noch heute bestehenden Namen.

Das Kieler Institut zählt derzeit zu den sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten, die als Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft zu gleichen Teilen vom Bund und der Gemeinschaft der Bundesländer finanziert werden.

Das IfW ist ein An-Institut der Christian-Albrechts-Univer­sität zu Kiel und kooperiert insbesondere mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, ist aber rechtlich und wissenschaftlich eigenständig.

Seit der Reform vom 1. Januar 2007 ist das Institut eine unabhängige Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Schleswig-Holstein. Präsident ist seit Februar 2007 Dennis J. Snower.
Im September 2018 wurde bekannt, dass ab März 2019 der österreichische Ökonom Gabriel Felbermayr die Leitung des Instituts übernehmen soll, der im Vorfeld das ifo ­Zentrum für Außenwirtschaft geleitet hat und das Institut wieder stärker in der Wahrnehmung der deutschen Öffentlichkeit verankern will.

Das Institut beschäftigt aktuell rund 160 Personen, davon über 80 Wissenschaftler.

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